GRAZ JOURNAL

Ausflugsziele rund um Graz: Tagesausflüge für heiße Sommertage

Wenn die Stadt glüht, lohnt der Tagesausflug ins Umland: die Bärenschützklamm, die zehn Grad kühle Lurgrotte, der Schöckl, die Almen im Almenland, der Grüne See in Tragöß, die Tierwelt Herberstein, die Riegersburg und das Freilichtmuseum Stübing - mit Öffnungszeiten, Preisen und Anfahrt 2026.

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Ausflugsziele rund um Graz: Tagesausflüge für heiße Sommertage

Kühle Schluchten: eine Klamm und eine Höhle bei zehn Grad

An Tagen, an denen das Thermometer in der Innenstadt über 35 Grad klettert, ist der beste Ausflug der, bei dem das Wasser die Arbeit übernimmt. Eine Schlucht mit Bach und Schatten ist gut zehn Grad kühler als der Hauptplatz - eine Höhle sowieso.

1. Bärenschützklamm bei Mixnitz

Die Bärenschützklamm ist der spektakulärste Schluchtensteig der Steiermark und liegt rund 35 Kilometer nördlich von Graz bei Mixnitz. Über zahlreiche Holzleitern und Brücken klettert der Weg steil neben Wasserfällen und Gumpen durch den Fels nach oben - kühl, nass, beeindruckend. Geöffnet ist die Klamm von 1. Mai bis 31. Oktober täglich von 8 bis 16 Uhr, allerdings nur bei Schönwetter; nach Regen kann sie kurzfristig gesperrt sein. Der Klammerhaltungsbeitrag liegt bei 9 Euro für Erwachsene, 7 Euro für Alpenvereinsmitglieder und 6 Euro für Jugendliche von 6 bis 16 Jahren. Vom Ortsparkplatz Mixnitz geht man rund 30 Minuten zur Jausenstation Grassauer, von dort etwa eine Stunde bis zum Kassenhäuschen am Einstieg; ein Premium-Parkplatz weiter oben verkürzt den Zustieg. Die Begehung ist anstrengend und verlangt feste Schuhe, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit - Hunde sind nicht erlaubt, der Abstieg führt über einen eigenen Wanderweg zurück. Für die gesamte Runde mit Auf- und Abstieg sollten Sie vier bis fünf Stunden einplanen und genug Wasser und Sonnenschutz mitnehmen, denn der obere Teil der Tour liegt offen in der Sonne. Nach einem tödlichen Felssturz war die Klamm jahrelang gesperrt; seit der Wiedereröffnung im November 2024 ist sie wieder durchgehend begehbar. Anfahrt mit dem Auto über die A9 und S35 in rund 40 Minuten, öffentlich mit der S-Bahn S1 bis Mixnitz. Vor der Fahrt lohnt der Blick auf die Seite der Alpenvereinssektion Mixnitz, die die Klamm betreibt.

2. Lurgrotte Peggau: konstant zehn Grad, das ganze Jahr

Wenn es draußen brütet, ist die Lurgrotte die radikalste Abkühlung der Region: In Österreichs größter wasserdurchströmter Schauhöhle herrschen das ganze Jahr über konstant zehn Grad. Eine leichte Jacke gehört also ins Gepäck, auch wenn man im T-Shirt anreist. Der näher an Graz gelegene Eingang ist Peggau, nur rund 20 Autominuten nördlich der Stadt und mit der S-Bahn S1 bis Peggau-Deutschfeistritz erreichbar. Die einstündige Führung über etwa zwei Kilometer durch Tropfsteinhallen kostet 12 Euro für Erwachsene, 8 Euro für Kinder und 8,50 Euro für Jugendliche von 15 bis 17 Jahren; eine ausführliche Zwei-Stunden-Tour gibt es für 17 Euro. Der Besuch des Höhlenmuseums ist im Ticket enthalten. Geführt wird in der Saison von April bis Oktober. Der zweite Eingang liegt auf der anderen Seite des Bergs in Semriach, wo die Führungen täglich um 11, 14 und 15:30 Uhr starten (im Hochsommer zusätzlich vormittags). Details und Tickets für den Peggauer Teil über lurgrotte.com.

Je höher, desto kühler: Berg und Alm

Pro 100 Höhenmeter sinkt die Temperatur um etwa ein halbes Grad. Auf 1.200 oder 1.400 Metern sind das schnell sieben, acht Grad weniger als im Becken von Graz - dazu fast immer ein Windhauch.

3. Schöckl - der Hausberg auf 1.445 Metern

Der Schöckl ist mit 1.445 Metern der höchste Punkt im Naturpark Almenland und in rund 25 Minuten vom Stadtrand erreichbar. Die Schöckl-Seilbahn überwindet auf zwei Kilometern 650 Höhenmeter und braucht dafür sieben Minuten; Berg- und Talfahrt kosten für Erwachsene 18,70 Euro, Kinder unter 6 Jahren fahren frei, das Parken ist gratis. Oben warten die Sommerrodelbahn Hexenexpress (3,40 Euro pro Fahrt für Erwachsene, 2,20 Euro für Kinder), ein frei zugänglicher Motorikpark, ein Märchenwanderweg und für Mountainbiker die Schöckl Trail Area. Wer lieber wandert, steigt je nach Route in 1,5 bis 3 Stunden auf. Vom Gipfelplateau reicht der Rundblick weit über das Grazer Becken und das umliegende Bergland. Der Gipfel ist die unkomplizierteste Art, der Hitze ein paar Grad abzutrotzen, ohne weit zu fahren. Mehr Sommerideen direkt in der Stadt stehen in unserem Überblick zu Aktivitäten in Graz im Sommer.

4. Teichalm und Sommeralm im Almenland

Eine knappe Autostunde weiter, rund 40 Minuten über A9 und S35, liegt mit Teichalm und Sommeralm die größte zusammenhängende Niederalmweide Europas - 125 Almen auf über 1.000 Metern. Der Teichalmsee auf 1.200 Metern ist das Herzstück: ein leichter, sogar kinderwagentauglicher Rundweg von 3,1 Kilometern führt einmal herum, gesäumt von Almhütten wie dem Almgasthof Teichwirt zum Einkehren. Im Sommer gibt es einen Tretbootverleih. Zum Baden taugt der höchstens vier Meter tiefe See nicht, dafür ist das Wasser zu kalt - aber genau diese Höhenluft ist an Hitzetagen das Argument. Wer Kondition hat, steigt vom Plateau auf den Hochlantsch (1.720 Meter). Planungsinfos beim Naturpark Almenland.

Ans Wasser: ein Naturwunder und der wärmste Badesee

5. Grüner See in Tragöß

Der Grüne See bei Tragöß, gut eine Autostunde nördlich von Graz über Bruck an der Mur, ist das meistfotografierte Gewässer der Steiermark - und ein klassisches Missverständnis. Baden und Tauchen sind hier seit 2016 verboten, zum Schutz der Wasserqualität und der türkisen Farbe. Der See lebt vom Schmelzwasser aus dem Karst des Hochschwab-Massivs und bleibt auch im Hochsommer eisig kalt. Im Mai und Juni steht er mit bis zu zehn Metern Tiefe am höchsten, überspült dabei Wege und Brücken und leuchtet am intensivsten; im Spätsommer und Herbst schrumpft er deutlich. Ein Tagesticket am Parkplatz kostet rund 6 Euro, von dort sind es 20 Minuten zu Fuß, der Rundweg dauert etwa eine Stunde. Kommen Sie früh - ab Mittag ist der Parkplatz im Sommer schnell voll. Wer ohne Auto anreist, nimmt die RegioBus-Linie 175 ab Bruck an der Mur. Das ist ein Ziel zum Schauen und Spazieren, nicht zum Planschen, und genau so sollte man es nehmen. Infos beim Steiermark Tourismus.

6. Stubenbergsee - der wärmste Badesee der Steiermark

Wer tatsächlich ins Wasser will, fährt zum Stubenbergsee in der Oststeiermark, rund 45 Minuten nordöstlich von Graz über die A2 bis Gleisdorf. Der angelegte See gilt als einer der wärmsten Badeseen Österreichs und ist damit das Gegenstück zum eiskalten Grünen See. Rund um das Wasser liegen Liegewiesen, ein Strandbad, Bootsverleih und ein Freizeitpark - ein klassisches Familienziel. Gebadet wird in der Saison von Ende Mai bis Ende August, in dieser Zeit wird Eintritt eingehoben; Kinder unter 6 Jahren kommen gratis hinein, mit der GenussCard ist der Eintritt überhaupt frei. Praktisch: Der Stubenbergsee liegt nur wenige Minuten von der Tierwelt Herberstein entfernt, beides lässt sich gut an einem Tag verbinden. Aktuelle Preise und Öffnungszeiten auf stubenbergsee.at.

Wenn die Kinder mitkommen: Tiere, Burg und Bauernhäuser

7. Tierwelt Herberstein bei Stubenberg

Der Steirische Landestiergarten in Herberstein liegt rund 45 Minuten nordöstlich von Graz über Gleisdorf und Weiz, in einer schattigen Schlucht bei Stubenberg am See. Von 1. Mai bis 30. September ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, der Aufenthalt ist bis 18:30 Uhr möglich. Der Eintritt kostet 23 Euro für Erwachsene, 16 Euro für Kinder von 3 bis 15 Jahren und 20 Euro für Jugendliche, Studierende und Senioren - im Preis sind neben den nach Kontinenten gegliederten Tiergehegen auch das Schloss Herberstein und das Haus der Biodiversität enthalten. Die Parkplätze sind kostenlos und liegen im Schatten alter Obstbäume. An heißen Tagen gilt: früh kommen, die schattigen Wege im unteren Schluchtbereich bevorzugen und die Mittagshitze meiden. Erreichbar ist die Anlage auch öffentlich aus dem Raum Graz-Gleisdorf-Weiz. Preise und Programm auf tierwelt-herberstein.at.

8. Burg Riegersburg und die Greifvogelschau

Die Riegersburg thront auf einem erloschenen Vulkanfelsen über der Südoststeiermark, rund eine Stunde südöstlich von Graz. Die wuchtige Wehranlage zählt zu den Wahrzeichen des Landes und galt im 17. Jahrhundert als uneinnehmbar. Sie ist seit 28. März 2026 für die Saison geöffnet, von Mai bis September täglich von 9 bis 18 Uhr. Das große Kombiticket für Aufstieg mit dem Lift, Burg, Museen und Greifvogelschau kostet 36,90 Euro für Erwachsene und 21,55 Euro für Kinder von 6 bis 15 Jahren, die Familienkarte 87,90 Euro. Wer die Greifvögel auslässt und nur die Burg sehen will, kommt mit dem Ritterticket um 23,90 Euro für Erwachsene günstiger weg. Der Höhepunkt für Kinder ist die Greifvogelwarte: Die Flugvorführungen mit Adlern, Geiern und Falken finden Montag bis Samstag um 11 und 15 Uhr statt, an Sonn- und Feiertagen um 11, 14 und 16 Uhr. Wer den Tag rund machen will, fährt die wenigen Minuten weiter zur Schokoladenmanufaktur Zotter. Öffnungszeiten und Tickets auf dieriegersburg.at.

9. Freilichtmuseum Stübing

Nur rund 20 Minuten nördlich von Graz, im bewaldeten Tal von Stübing, stehen über 100 originalgetreu wiederaufgebaute Bauernhäuser aus sechs Jahrhunderten und allen Bundesländern - vom burgenländischen Streckhof bis zum Tiroler Bauernhaus. Gerade an heißen Tagen spielt das Museum seine Stärke aus: Der Großteil des Rundwegs verläuft im Schatten alter Bäume entlang eines Bachs. Geöffnet ist von 28. März bis 31. Oktober 2026, Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 9 bis 18 Uhr (Einlass bis 16 Uhr). Das Tagesticket kostet 15,50 Euro für Erwachsene. Für den Rundgang durch das gesamte Tal sollten Sie zwei bis drei Stunden einplanen - ein angenehm langsamer Tag im Schatten. Anreise ohne Auto: mit der S-Bahn S1 bis Stübing und 2,5 Kilometer Fußweg oder bequemer mit der RegioBus-Linie 130 bis zur Haltestelle Stübing Freilichtmuseum. Details auf museum-joanneum.at.

Regnet es statt zu glühen, hilft unser Überblick zu Graz bei Regen weiter, und für Familien lohnt der Blick auf Graz mit Kindern.

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