GRAZ JOURNAL

Graz kostenlos: Was Sie gratis erleben können

Graz ohne Budget erleben: Schlossberg zu Fuß, Landhaushof, Stadtpark, Dom, La Strada Festival, Advent, Mursitzungen - 25 verifizierte kostenlose Aktivitäten mit Adressen und Hinweisen.

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Graz kostenlos: Was Sie gratis erleben können

Die Altstadt als begehbares Museum

1. UNESCO-Welterbe-Altstadt erwandern

Die Grazer Altstadt wurde 1999 zum UNESCO-Welterbe erklärt und 2010 um Schloss Eggenberg erweitert. Die Kernzone umfasst rund 72 Hektar im historischen Zentrum, mit Hauptplatz, Rathaus, Sporgasse, Herrengasse, Sackstraße, Schmiedgasse, Landhaushof und Dom. Ein systematischer Rundgang dauert je nach Tempo zwei bis vier Stunden und kostet nichts außer gutem Schuhwerk. Informationen zur Welterbe-Kernzone und ihren Grenzen stehen auf der Stadt-Graz-Seite und im offiziellen Welterbe-Zonenplan.

2. Landhaushof und die Renaissance-Arkaden

Der Landhaushof in der Herrengasse 16 ist einer der bedeutendsten Renaissance-Höfe nördlich der Alpen. Die dreigeschossigen Arkaden wurden 1557 bis 1565 von Domenico dell'Allio im Auftrag der Steirischen Landstände erbaut und gelten heute als Meisterwerk italienischer Hofarchitektur in Österreich. Der Hof ist während der Öffnungszeiten des Landhauses frei zugänglich und häufig Schauplatz von Sommerfesten, Open-Air-Theater und Konzerten. Der Eintritt ist immer kostenlos; auch das Betreten der Höfe in der Sackstraße 8, 14, 16 und 18 sowie weiterer Höfe in der Herrengasse und in der Stempfergasse ist ohne Gebühr möglich.

3. Schlossberg zu Fuß erklimmen

Die berühmte Schlossbergstiege vom Schlossbergplatz hinauf zum Uhrturm zählt rund 260 Stufen und wurde ab 1914 in den Fels geschlagen und am 1. Juni 1918 eröffnet. Der Aufstieg dauert je nach Tempo 10 bis 15 Minuten und kostet nichts. Oben wartet der Grazer Uhrturm (erstmals um 1265 erwähnt, heutige Form seit 1569), der Glockenturm und mehrere Aussichtsplattformen mit Blick auf das Grazer Becken, die Koralpe und die Packkette. Wer bequemer will, kann alternativ den Schlossberglift oder die Schlossbergbahn nutzen - beide sind kostenpflichtig. Für einen reinen Gratis-Ausflug ist die Stiege die richtige Option. Informationen zur Geschichte des Schlossbergs stehen auf grazschlossberg.at.

4. Murinsel begehen

Die Murinsel ist eine schwimmende Stahl-Glas-Konstruktion in der Mur zwischen Erzherzog-Johann-Brücke und Keplerbrücke. Entworfen hat sie der US-amerikanische Architekt Vito Acconci zum Kulturhauptstadtjahr 2003. Die Insel ist rund 47 Meter lang, besteht aus einem Amphitheater, einem Café und einem Verbindungssteg und schwimmt frei mit der Strömung mit. Die Begehung der Insel ist kostenlos, nur das Café kostet. Öffnungszeiten: in der Regel täglich von morgens bis abends, abhängig von Wetter und Wasserstand.

5. Grazer Dom (St. Ägidius) und Maximilians-Mausoleum

Der Grazer Dom am Burgring ist eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche, erbaut 1438 bis 1462 unter Kaiser Friedrich III. Besonders sehenswert sind die „Landplagen-Fresken" an der Südseite von 1485, die den pestgeplagten Zeitgenossen ihre eigenen Leiden in drei Szenen vor Augen halten. Innen prägt ein spätbarocker Hochaltar den Chorraum. Der Dom ist während der Gottesdienstzeiten für Besucherinnen und Besucher frei zugänglich; eine Spende ist erwünscht, aber nicht verpflichtend. Direkt daneben steht das Mausoleum Kaiser Ferdinands II., ein manieristisch-frühbarockes Werk des Hofarchitekten Pietro de Pomis (Bauzeit 1614 bis ca. 1714). Die Außenbesichtigung ist kostenlos; der Innenraum ist kostenpflichtig.

Kostenlose Parks und Naturziele

6. Stadtpark - 22 Hektar im Zentrum

Der Grazer Stadtpark wurde 1869 angelegt und umfasst heute rund 22 Hektar. Der Park verbindet das Opernhaus mit dem Schlossberg, enthält alte Baumbestände, mehrere Teiche, Denkmäler (Kaiser Franz Josef, Robert Stolz, Anastasius Grün), kinderfreundliche Spielbereiche und die „Stadtpark-Hansis" - die halbzahmen Eichhörnchen, die sich in Graz in den letzten Jahrzehnten fast zum Wahrzeichen entwickelt haben. Der Park ist Tag und Nacht frei zugänglich. Das Forum Stadtpark im ehemaligen Stadtpark-Café veranstaltet pro Jahr rund 150 bis 200 Kulturveranstaltungen, viele davon kostenlos oder mit freier Spende.

7. Augarten - der große Spielplatzpark

Der Augarten (offiziell Städtischer Augarten) umfasst 7,5 Hektar am linken Murufer und beherbergt mit über 20.000 Quadratmetern den größten Kinderspielplatz der Stadt. Dazu kommen ein Sand- und Wasserspielbereich, ein Calisthenics-Park, ein Skatepark, zwei Tischtennistische, ein eingezäuntes Beachvolleyballfeld und eine Hundewiese. Alle Einrichtungen sind frei zugänglich und kostenlos nutzbar; Materialverleih gibt es nicht, wer spielen will, bringt Ball und Schläger selbst mit. Im Augarten stehen auch das Kindermuseum FRida & freD (kostenpflichtig) und eine Drachenstatue aus dem Bestand des Künstlers Franz West.

8. Volksgarten im Bezirk Lend

Der Volksgarten liegt im Bezirk Lend und umfasst rund 2,5 Hektar mit einer großen Sandspielfläche, einem kleinen Wasserspielbereich, einem Fußballplatz, einem Skatepark und einem Spielplatz mit Kletterturm. Der Park gilt als multikulturellster Park der Stadt und wird an Sommerabenden intensiv genutzt. Der Volksgarten ist nicht mit dem Auster-Sportbad benachbart - die Auster liegt im Bezirk Eggenberg -, ist aber über die Tramlinien 3, 6 und 7 sowie verschiedene Buslinien gut erreichbar.

9. Leechwald-Spaziergang mit Waldspielplatz

Der Leechwald am nordöstlichen Stadtrand ist ein Mischwald mit markierten Wanderwegen, einem Waldspielplatz („Abenteuer Leechwald") mit Baumstämmen, einem Tipi und Kletterfelsen, sowie einem Naturlehrpfad. Zugänglich ist der Wald über die Buslinie 64 aus dem Zentrum bis zur Haltestelle Hilmteich; vom Hilmteich aus führt der Aufstieg durch den Wald in rund 15 Minuten zum Spielplatz. Der Wald ist Naturschutzgebiet; Feuer und Abfall bitte vermeiden. Der Hilmteich selbst ist ein Freizeitteich am Rand zwischen Geidorf und Mariatrost, Spaziergänge und ein kleiner Bootsverleih (kostenpflichtig) sind üblich. Der Hilmteich ist kein offizieller Badesee.

10. Mur-Spaziergang vom Augarten bis zum Kalvarienberg

Der Grazer Murweg zieht sich als beidseitiger Uferweg durch fast das gesamte Stadtgebiet. Vom südlichen Ende bei Puntigam bis zum Kalvarienberg im Norden sind es rund 15 Kilometer flacher, weitgehend autofreier Wege. Der Weg ist perfekt für Laufen, Radfahren, Spazierengehen - und bei gutem Wetter Treffpunkt einer bunten Mischung aus Pendlern, Joggern, Studierenden und Familien. Der Murweg ist kostenlos nutzbar, hat keine Öffnungszeiten, ist das ganze Jahr zugänglich. An mehreren Stellen gibt es öffentliche Sitzbänke, Trinkwasserbrunnen und Liegewiesen.

11. Schlossberg-Rundweg

Oben am Schlossberg ist nicht nur der Uhrturm zu sehen. Ein Rundweg führt entlang der alten Befestigungsanlagen zu Türkenbrunnen, Glockenturm, Kanonenbastion und einem Rosengarten. Informationstafeln entlang des Weges erklären die Geschichte jeder Station. Der komplette Rundgang dauert rund 30 Minuten und ist kostenlos - nur der Zugang zum Inneren des Uhrturms ist zeitweise mit einem Symbol-Eintritt verbunden. Besonders lohnenswert ist der Sonnenuntergang im Westen des Berges.

Kostenlose oder ermäßigte Museen

12. Freier letzter Donnerstag im Monat (Joanneum)

Einige Häuser des Universalmuseums Joanneum bieten regelmäßig Gratis-Tage oder stark ermäßigte Preise an. Das Schaulager des Joanneum am Andreas-Hofer-Platz hat wechselnde freie Eintritte, ebenso einzelne Aktionstage in der Neuen Galerie oder im Naturkundemuseum. Die aktuelle Übersicht steht auf museum-joanneum.at unter „Veranstaltungen". Für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren sind die Joanneum-Häuser ohnehin ganzjährig kostenlos - ein Familien-Museumsbesuch kostet dann nur den Eintritt für die Erwachsenen.

13. Camera Austria im Kunsthaus

Camera Austria im Kunsthaus Graz am Lendkai ist eine der bedeutendsten Plattformen für zeitgenössische Fotografie in Europa. Die Ausstellungen wechseln mehrmals im Jahr und sind immer kostenfrei zugänglich, auch wenn der Eintritt ins Kunsthaus selbst kostenpflichtig ist. Ein Besuch des Camera-Austria-Bereichs im Erdgeschoss des Kunsthauses kostet nichts.

14. Grazer Kunstverein im Palais Trauttmansdorff

Der Grazer Kunstverein im Palais Trauttmansdorff (Burggasse 4) gehört zu den bedeutenden nicht-kommerziellen Ausstellungshäusern der Stadt und zeigt wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Der Eintritt kostet 4 Euro (ermäßigt 2 Euro, Mitglieder frei). Öffnungszeiten sind ausstellungsabhängig, üblicherweise Dienstag bis Sonntag am Nachmittag.

15. Universitätsbibliothek Graz

Die Universitätsbibliothek der Karl-Franzens-Universität am Universitätsplatz 3a ist auch ohne Studierendenausweis für Leserinnen und Leser zugänglich. Historische Lesesäle, Millionenbestand an Büchern, kostenloses WLAN, öffentliche Computerplätze. Ein stiller, kulturell dichter Ort, an dem Besucherinnen und Besucher stundenlang ohne Konsumzwang bleiben können. Die Steiermärkische Landesbibliothek im Joanneumsviertel ergänzt das Angebot um einen historischen Präsenzbestand.

Kostenlose Kulturveranstaltungen im Jahresverlauf

16. Elevate Festival (5. bis 8. März 2026)

Das Elevate Festival verbindet elektronische Musik, politische Diskurse und visuelle Kunst im Schlossberg (Dom im Berg) und in weiteren Grazer Spielstätten. 2026 läuft die Hauptwoche vom 5. bis 8. März unter dem Motto „Vital Signs". Über 150 Künstlerinnen und Künstler und über 30 internationale Sprecherinnen und Sprecher treten an 15 Spielstätten auf. Die meisten Diskurs-Programmpunkte und Tagespanels sind kostenlos zugänglich, die Musikprogramme im Dom im Berg und anderen Clubs sind kostenpflichtig. Wer das Diskursprogramm verfolgen will, kommt ohne Festivalpass aus. Details auf elevate.at.

17. La Strada (31. Juli bis 8. August 2026)

La Strada ist das internationale Straßenkunstfestival von Graz und läuft 2026 vom 31. Juli bis 8. August. Artistinnen, Akrobaten, Theatermacherinnen, Musiker und Puppenspielerinnen aus aller Welt bespielen Plätze, Parks und Straßen der Innenstadt. Der überwiegende Teil des Programms ist kostenfrei und im öffentlichen Raum zugänglich; eine Hutspende ist üblich, aber freiwillig. Die Eröffnung am 31. Juli und die Closing-Produktion am 8. August finden an größeren Spielorten statt. Programm und Spielzeiten stehen auf lastrada.at. Für Familien einer der beliebtesten Termine des Grazer Sommers, weil auch Kinder die akrobatischen und theatralischen Formate verstehen.

18. Advent- und Weihnachtsmärkte

Im Advent 2026 sind in Graz acht große Adventmärkte geplant: Hauptplatz, Glockenspielplatz, Franziskanerplatz, Mehlplatz, Färberplatz, Mariahilferplatz, Eisernes Tor und Freiheitsplatz. Alle Märkte sind eintrittsfrei; nur Glühwein, Punsch und Essen kosten. Der Christbaum am Hauptplatz ist 2026 rund 28 Meter hoch, etwa 150 Jahre alt und mit über 25.000 Lichtern geschmückt. Der Glockenspielplatz ist mit einem Fokus auf steirische Produzenten bespielt. Die offizielle Übersicht aller Märkte findet sich auf graztourismus.at/advent.

19. Fassaden-Projektionen im Advent

Im Dezember werden die Altstadtfassaden der Herrengasse, der Sackstraße und des Hauptplatzes abends mit künstlerischen Lichtprojektionen bespielt. Die Grazer Winterwelt der Holding Graz ist das Rahmenprogramm; die Projektionen selbst sind kostenlos und von der Straße aus sichtbar. Ein abendlicher Spaziergang durch die Altstadt zwischen erstem Adventwochenende und 23. Dezember ist eines der schönsten kostenlosen Winter-Erlebnisse der Stadt.

20. Styriarte (Juni/Juli)

Die Styriarte ist das große Sommer-Klassikfestival der Steiermark und läuft jährlich von Ende Juni bis Ende Juli. Die meisten Konzerte sind kostenpflichtig und finden im Helmut-List-Halle oder in der Stefaniensaal statt; eine Reihe von Platz- und Freiluft-Veranstaltungen ist aber kostenlos, darunter Eröffnungskonzerte, Workshops, Mitsing-Aktionen und Vorträge. Programm und Gratis-Termine stehen jeweils ab dem Frühjahr auf styriarte.com.

Gratis-Infrastruktur im Alltag

21. Grazer Trinkwasserbrunnen und Leitungswasser

Das Grazer Trinkwasser kommt überwiegend aus den Quellen des Grazer Berglands und der Umgebung, hat sehr gute Qualität und wird von der Holding Graz ohne weitere Aufbereitung ins Netz gespeist. In der Altstadt und in den meisten Parks stehen öffentliche Trinkwasserbrunnen, an denen Sie Ihre Flasche kostenlos auffüllen können. Im Augarten etwa stehen vier Trinkwasserbrunnen. Ein Liter Leitungswasser kostet rund 0,2 Cent - Bring Your Own Bottle ist in Graz nicht nur ökologisch, sondern spart pro Tag leicht 5 bis 10 Euro gegenüber abgepacktem Wasser aus Supermärkten oder Restaurants.

22. Stadtbibliothek Graz

Die Stadtbibliothek Graz hat ihren Hauptstandort im Zanklhof und mehrere Zweigstellen in den Bezirken Andritz, Gösting, Straßgang, Puntigam und anderen. Die Grazer Bibliothekskarte für Stadtbewohner ist günstig, für viele Personengruppen (Kinder, Studierende, Senioren) reduziert oder kostenlos. Ausleihbar sind Bücher, E-Books, Hörbücher, Filme, Zeitschriften, Musikinstrumente und Spiele. Das Lesen vor Ort ist immer gebührenfrei. Zeitungslounges, Kinderleseecken, Arbeitsplätze mit Steckdosen und WLAN machen die Standorte zu ruhigen Rückzugsorten an Regentagen und im Winter.

23. Offene Bücherregale und Bookcrossings

In mehreren Grazer Telefonzellen und kleinen Bücherhütten stehen kostenlose Bücher zum Mitnehmen und Tauschen. Das Prinzip: Ein Buch nehmen, ein Buch bringen - oder einfach nehmen, weiterlesen, weitergeben. Standorte verteilen sich über die Bezirke Geidorf, Lend und Jakomini. Die Plattform bookcrossing.com listet einige registrierte Standorte, die meisten laufen aber nachbarschaftlich ohne zentrale Koordinierung. Gut für spontanes Schmökern zwischendurch und als Quelle für kostenlose Urlaubslektüre.

24. Free Walking Tours (Tip-basiert)

Seit einigen Jahren gibt es in Graz „Free Walking Tours" - Stadtführungen, die von Guides auf Trinkgeldbasis angeboten werden. Die Teilnahme ist offiziell kostenlos, am Ende der Tour gibt die Gruppe nach Ermessen ein Trinkgeld (typischerweise zwischen 5 und 15 Euro pro Person). Die Touren dauern meist zwei bis drei Stunden, starten am Hauptplatz und führen durch die Altstadt. Voranmeldung ist häufig erwünscht, weil die Gruppen auf eine Obergrenze beschränkt sind. Wer eine geführte Einführung in Graz sucht, ohne sich vorher festzulegen, ist hier richtig.

25. Flohmärkte und Bauernmärkte als Gratis-Sightseeing

Der Lendplatz-Bauernmarkt (Montag bis Samstag, 6 bis 13 Uhr) ist einer der traditionsreichsten Märkte der Stadt und kostet nichts, wenn man nicht kauft. Samstags trifft sich die Nachbarschaft an den Obst-, Gemüse- und Käseständen - das Durchschlendern ist ein eigenes soziologisches Erlebnis. Der Kaiser-Josef-Platz-Markt ist der zweite große Bauernmarkt der Stadt und findet ebenfalls an sechs Tagen pro Woche statt. An wechselnden Samstagen gibt es darüber hinaus Flohmärkte im Stadtzentrum, oft mit Kunsthandwerk, Antiquitäten und Second-Hand-Ständen. Wer nur schaut, zahlt nichts - und lernt mehr über den Alltag der Grazer als in jedem Museum.

Strategien für den perfekten Gratis-Tag

Erstens: Reihenfolge durchdenken. Ein klassischer Null-Euro-Tag beginnt am Hauptplatz, führt durch die Sackstraße und die Sporgasse, über den Landhaushof in den Stadtpark, dann zu Fuß hinauf auf den Schlossberg, oben eine Pause mit eigenem Picknick, wieder hinunter über die Schlossbergstiege, hinüber zur Murinsel, am Murufer entlang zum Augarten und zurück ins Zentrum. Das ergibt rund sechs bis acht Stunden, rund zwölf Kilometer Gehstrecke und kostet genau null Euro - vorausgesetzt, Sie verzichten auf Verpflegung aus Cafés und bringen Wasser und Snacks mit.

Zweitens: Picknick statt Restaurant. Graz hat in den Parks und am Murufer ausreichend Sitzbänke, Liegewiesen und Trinkbrunnen, dass ein Picknick mit eigenem Brot, Käse, Obst und Wasser problemlos funktioniert. Eine Familie mit zwei Kindern spart dadurch pro Mahlzeit 30 bis 60 Euro gegenüber einem Restaurantbesuch - an einem Tag mit drei Pausen schnell das Budget für das Wochenende gerettet. Die Grazer Supermärkte (Spar, Billa, Hofer, Lidl, Penny) haben eine gute Auswahl zu typischen österreichischen Preisen; noch günstiger wird es auf den genannten Bauernmärkten.

Drittens: Die öffentlichen Verkehrsmittel dosiert nutzen. Die Grazer Altstadt ist kompakt; wer die meisten Ziele zu Fuß erreicht, spart sich die ÖPNV-Tickets. Wer aber etwa zum Schloss Eggenberg (Tramlinie 1) oder zum Volksgarten will, kommt um eine Tramfahrt nicht herum. Eine Stundenkarte der Verbundlinie kostet 2,90 Euro, eine Tageskarte 5,80 Euro. Für einen reinen Gratis-Tag mit nur Zentrum funktioniert das ohne Ticket, weil die Ziele zu Fuß erreichbar sind.

Viertens: Studierenden- und Jugendkarten nutzen. Wer einen Studierendenausweis, einen Jugendkarten-Nachweis oder eine Graz-Card besitzt, bekommt in vielen Museen und Kulturinstitutionen massive Ermäßigungen bis hin zum kostenlosen Eintritt. Auch wenn „gratis" nicht immer zutrifft, ist „fast gratis" oft nahe dran - ein ermäßigter Museumseintritt von 3 bis 5 Euro ist im Budget einer Gratis-Tour meist verkraftbar.

Fünftens: Saisonale Programme checken. Zwischen Mai und September bieten das Forum Stadtpark, La Strada, die Styriarte und diverse kleinere Initiativen wöchentlich kostenlose Veranstaltungen an. Die beste Anlaufstelle ist der Veranstaltungskalender von Graz Tourismus; dort lassen sich Termine filtern und frei Zugängliches leichter finden. Wer im Sommer in Graz ist, sollte bewusst nach den Open-Air-Angeboten suchen - sie prägen die Stadt in den warmen Monaten stärker als kommerzielles Entertainment. Der saisonale Veranstaltungskalender steht auf graztourismus.at/veranstaltungen.

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