GRAZ JOURNAL
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Energiegemeinschaften Graz: Neues Gesetz ab Oktober 2026

Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz tritt ab 1. Oktober 2026 ein neuer Rechtsrahmen für Energiegemeinschaften in Kraft. Für Graz bedeutet das strukturelle Veränderungen - und neue Chancen für Bürgerinnen, Unternehmen und die Stadtverwaltung.

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Österreichs Energiegemeinschafts-Landschaft steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Das im Dezember 2025 beschlossene Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft und schafft einen grundlegend neuen Rechtsrahmen für den gemeinschaftlichen Betrieb erneuerbarer Energie. Bestehende Gemeinschaften - darunter Erneuerbare-Energiegemeinschaften (EEG), Gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen (GEA) und Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) - werden zu diesem Stichtag in das neue System übergeführt. Bis dahin laufen sie im bisherigen Rechtsrahmen nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) weiter.

Neue Modelle, größere Reichweite

Das ElWG erweitert die bisherigen Organisationsformen um zwei neue Instrumente: das Peer-to-Peer-Modell, das den direkten Stromhandel zwischen Einzelpersonen ermöglicht, sowie die Eigenversorgungsanlage, die künftig auch Gemeinden offensteht. Besonders relevant für die Grazer Praxis ist eine weitere Neuerung: Bisher mussten EEGs zwingend innerhalb des Konzessionsgebiets eines einzigen Netzbetreibers angesiedelt sein. Diese Einschränkung fällt mit dem 1. Oktober 2026 weg - ein Schritt, der die räumliche Flexibilität von Energiegemeinschaften erheblich ausweitet.

Die wirtschaftlichen Vorteile bestehender EEG-Mitgliedschaften sind bereits heute beträchtlich. Mitglieder sparen Netzgebühren in Höhe von 64 Prozent auf den Netzebenen 4 und 5 sowie 28 Prozent auf den Netzebenen 6 und 7. Elektrizitätsabgabe und der Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien entfallen für intern verrechneten Strom gänzlich. Die aktuellen EEG-Tarife in Graz-Liebenau (erstes Quartal 2026) lagen beim Bezug bei 12,25 Cent pro Kilowattstunde netto und bei der Einspeisung bei 9,25 Cent pro Kilowattstunde netto.

Graz gut aufgestellt - aber Umsetzungsfragen offen

In Graz ist die Energiegemeinschafts-Szene bereits gut entwickelt. Die Erneuerbare-Energiegemeinschaft Graz deckt das gesamte Stadtgebiet ab und steht allen Anschlusspunkten offen - unabhängig davon, ob die Versorgung über Stromnetz Graz, E-Werk Gösting oder Energienetze Steiermark erfolgt. Die EEG Graz ist Teil des Energiegemeinschaftsverbunds der EEG Steiermark und versteht sich als nicht-profitorientierte Organisation. Ziel ist es, Privatpersonen, Klein- und Mittelbetrieben sowie öffentlichen Stellen die direkte Weitergabe erneuerbarer Energie zu gemeinschaftlich definierten Konditionen zu ermöglichen.