GRAZ JOURNAL
aktuellespolitik

Freibadsaison 2026: Wasserrettung fordert Schwimmkurspflicht

Zum Start der Grazer Freibadsaison 2026 erneuert die steirische Wasserrettung ihre jahrzehntelange Forderung nach verpflichtenden Schwimmkursen für Kinder. Über 230.000 Kinder und Jugendliche in Österreich gelten als Nichtschwimmer - in der Steiermark fehlt bislang ein Landesprogramm.

· Von

Mit der Eröffnung der Auster am 1. Mai 2026 startete die Grazer Freibadsaison in die diesjährige Runde. Die weiteren städtischen Bäder - Bad Straßgang, Margaretenbad, Augartenbad und Stukitzbad - folgten am 14. Mai (Christi Himmelfahrt). Pünktlich zu diesem Saisonstart meldet sich die steirische Wasserrettung mit einer dringlichen Forderung zu Wort: Schwimmkurse sollen für Kinder gesetzlich verpflichtend werden.

Landesleiter Rath: "Jahrzehntelange Forderung"

Kurt Rath, Landesleiter der Österreichischen Wasserrettung Steiermark, lässt keinen Zweifel an der Dringlichkeit: „Das ist jetzt schon eine jahrzehntelange Forderung von uns von der Wasserrettung. Jeder bis zum neunten Lebensjahr muss ein Schwimmabzeichen in der Schule ablegen, muss irgendwo beim Jugendrotkreuz oder irgendwo, wo es angeboten wird, eine Schwimmprüfung ablegen!" Rath betont dabei, dass der Tod durch Ertrinken bei Kindern eine der häufigsten unnatürlichen Todesursachen sei - und dass fast jeder dieser Todesfälle vermeidbar wäre.

Die Zahlen, die den Appell untermauern, sind alarmierend: Mehr als 230.000 Kinder und Jugendliche in Österreich sind Nichtschwimmer oder im Wasser sehr unsicher. In den vergangenen drei Jahren ertranken 18 Kinder, Hunderte weitere mussten nach Badeunfällen medizinisch behandelt werden. Laut der Schwimmstudie 2025 des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) verschlechtert sich die Schwimmfähigkeit bei Kindern weiter - besonders betroffen sind 10- bis 14-Jährige. Nur 17 Prozent der Kinder erlernen das Schwimmen laut Elternangaben im Schulsport.

NEOS: Steiermark hinkt anderen Bundesländern hinterher

Während Niederösterreich und das Burgenland bereits kostenlose Schwimmkurse für Kinder anbieten, fehlt in der Steiermark ein vergleichbares Landesprogramm. Die NEOS Steiermark hatten im Landtag gefordert, ab dem Kindergartenjahr 2025/26 flächendeckend kostenlose Schwimmkurse im Kindergarten und in der Volksschule anzubieten - unabhängig vom Einkommen der Eltern. Das erklärte Ziel: Jedes Kind soll spätestens mit sieben Jahren sicher schwimmen können. Laut NEOS kann derzeit jedes sechste Kind in Österreich nicht schwimmen.

Ein strukturelles Problem verschärft die Lage zusätzlich: Immer mehr Schwimmbäder in der Steiermark schließen, das Angebot an Schulschwimmen reicht bei weitem nicht aus. Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten sind dabei besonders betroffen, da private Schwimmkurse für viele Familien eine finanzielle Hürde darstellen.

Grazer Freibäder: Saisonkarte kostet 199,90 Euro

Für alle, die die Grazer Freibäder in dieser Saison regelmäßig nutzen möchten: Die Saisonkarte 2026 der Holding Graz ist um 199,90 Euro erhältlich, ermäßigt um 140,80 Euro. Die fünf städtischen Freibäder stehen der Bevölkerung damit ab Mitte Mai vollständig zur Verfügung - die Debatte um die Schwimmkompetenz der jüngsten Besucher bleibt dabei politisch ungelöst.

Die Wasserrettung Steiermark appelliert an die Landespolitik, das Thema nicht länger aufzuschieben. Solange keine gesetzliche Verpflichtung bestehe, werde die Zahl der Nichtschwimmer unter Kindern weiter steigen - mit potenziell tödlichen Folgen.