Graz Wahl 2026: Hochrechnung & Ergebnisse
Die Grazer Gemeinderatswahl findet am Sonntag, 28. Juni 2026 statt. Hier kommen ab 16 Uhr die Hochrechnungen und das vorläufige Ergebnis - laufend aktualisiert. Bis dahin: der Fahrplan der Auszählung, wie genau die Hochrechnung 2021 war und welche Prognosen vorliegen.
Stand: Mittwoch, 24. Juni 2026. Gewählt wird am Sonntag, 28. Juni. Ab 16:00 Uhr stehen an dieser Stelle die aktuellen Hochrechnungen und das vorläufige Ergebnis - laufend aktualisiert bis zum amtlichen Endergebnis. Bis dahin steht weiter unten alles, was den Wahlabend einordnet: der Fahrplan der Auszählung, die Treffsicherheit früherer Hochrechnungen und die Umfragen vor der Wahl.
Live: Hochrechnung & Ergebnisse am 28. Juni
| Partei | Hochrechnung 28.6. | Ergebnis 2021 |
|---|---|---|
| KPÖ | wird ab 16:45 Uhr befüllt | 28,84 % |
| ÖVP | offen | 25,91 % |
| Grüne | offen | 17,32 % |
| FPÖ | offen | 10,61 % |
| SPÖ | offen | 9,53 % |
| NEOS | offen | 5,42 % |
Wann kommt die erste Hochrechnung?
Die Wahllokale schließen am 28. Juni um 16:00 Uhr. Danach geht es schnell. In Graz wird in 272 Wahlsprengeln ausgezählt, die ersten Sprengelergebnisse laufen ab etwa 16:45 Uhr ein. Auf dieser Basis berechnet der ORF gemeinsam mit dem Institut Foresight die erste Hochrechnung - meist innerhalb der ersten Stunde nach Wahlschluss.
Gegen 18:00 Uhr treten die Spitzenkandidaten vor die Medien. Zu diesem Zeitpunkt steht die Reihenfolge der Parteien in der Regel fest, die Nachkommastellen verschieben sich aber noch.
Ein Punkt ist heuer wichtiger als sonst: die Wahlkarten. Sie müssen bis spätestens 16:00 Uhr am Wahltag bei der Behörde eingelangt sein und werden erst danach ausgewertet. Das vollständige, amtliche Endergebnis inklusive aller Briefwahlstimmen steht deshalb erst am Tag nach der Wahl fest. Bei knappen Abständen kann sich an der Reihenfolge bis dahin noch etwas ändern.
Wie genau waren die Hochrechnungen bisher?
Hier lohnt eine Unterscheidung, die oft verwechselt wird: Umfrage und Hochrechnung sind nicht dasselbe.
Die Hochrechnung am Wahlabend stützt sich auf echte, bereits ausgezählte Stimmen. Sie ist sehr treffsicher. 2021 zeigte die erste Hochrechnung die KPÖ bei 28,6 Prozent - das amtliche Endergebnis lag bei 28,84 Prozent. Eine Abweichung von gerade einmal 0,24 Prozentpunkten. Wer um kurz vor 17 Uhr die erste Zahl sah, kannte den Sieger im Kern bereits.
Die Umfragen vor der Wahl sind eine andere Geschichte, gerade in Graz. Drei Wochen vor der Wahl 2021 sah Meinungsforscher Peter Hajek die ÖVP klar vorne. Am Wahltag wurde die KPÖ stärkste Kraft, Siegfried Nagl trat noch am Abend zurück, und Elke Kahr wurde Bürgermeisterin. Den KPÖ-Sieg hatte vorher praktisch niemand auf dem Zettel.
Die Lehre für 2026: Den Umfragen darf man misstrauen, der Hochrechnung am Wahlabend kann man weitgehend vertrauen.
Wie wird in Graz ausgezählt?
Nach Wahlschluss zählt jeder der 272 Sprengel zunächst die im Lokal abgegebenen Stimmen aus. Diese Sprengelergebnisse fließen einzeln ein, sobald sie vorliegen.
Die Hochrechnung funktioniert über eine repräsentative Auswahl bereits ausgezählter Sprengel: Aus ihnen wird auf das Gesamtergebnis geschlossen, wobei die bekannten Strukturen einzelner Stadtteile mitgerechnet werden. Solange noch Sprengel fehlen, gibt die Schwankungsbreite an, wie weit sich die Werte noch bewegen können - anfangs rund drei Prozentpunkte. Mit jeder weiteren Auszählung sinkt sie.
Die Briefwahl wird separat geschätzt und in die Hochrechnung eingebaut. Sobald die Wahlkarten tatsächlich ausgezählt sind, wird neu gerechnet, und die maximale Schwankungsbreite fällt weiter, in Richtung weniger Zehntelpunkte. Das erklärt, warum die ersten Zahlen am Abend und das amtliche Endergebnis am Folgetag leicht voneinander abweichen können, ohne dass sich am Gesamtbild viel ändert.
Das Institut dahinter ist Foresight, das frühere SORA-Institut rund um Christoph Hofinger, das die Hochrechnungen und Wählerstromanalysen für den ORF erstellt.
Die Prognosen vor der Wahl 2026
Die jüngste Umfrage stammt von Peter Hajek im Auftrag der „Kleinen Zeitung" (620 Befragte, telefonisch und online, Schwankungsbreite knapp vier Prozent):
| Partei | Umfrage Juni 2026 |
|---|---|
| KPÖ | 32 % |
| ÖVP | rund 22 % |
| FPÖ | 15 % |
| Grüne | 12 % |
| SPÖ | rund 9 % |
| NEOS | rund 9 % |
Vier von fünf Befragten geben an, ihre Entscheidung bereits getroffen zu haben. Schon eine Umfrage im März hatte die KPÖ mit etwa 31 Prozent klar vorne gesehen, vor ÖVP (20) und FPÖ (18). Eine separate Erhebung von Foresight für den ORF Steiermark (803 Befragte, Feldzeit 1. bis 17. Juni) zeigt eine stabile Stimmung: 51 Prozent sind mit der Stadtregierung zufrieden, rund zwei von drei wollen zur Wahl gehen.
So klar das aussieht - fix ist der KPÖ-Sieg nicht. Die Wahlbeteiligung lag 2021 bei nur 54 Prozent, fast jeder zweite Wahlberechtigte blieb zu Hause. Bei einem vermeintlich klaren Favoriten kann genau das gefährlich werden: Anhänger wiegen sich in Sicherheit, Gegner mobilisieren stärker. Und das Beispiel 2021 hängt über jeder Prognose.
Das Ergebnis 2021 als Vergleichsbasis
Zur Einordnung der Zahlen am Sonntag hilft das letzte amtliche Endergebnis. 223.512 Grazerinnen und Grazer waren wahlberechtigt, 120.689 gaben ihre Stimme ab, die Beteiligung lag bei 54,00 Prozent.
| Partei | 2021 | Veränderung | Mandate |
|---|---|---|---|
| KPÖ | 28,84 % | +8,50 | 15 |
| ÖVP | 25,91 % | -11,88 | 13 |
| Grüne | 17,32 % | +6,81 | 9 |
| FPÖ | 10,61 % | -5,25 | 5 |
| SPÖ | 9,53 % | -0,52 | 4 |
| NEOS | 5,42 % | +1,48 | 2 |
Der Gemeinderat hat 48 Sitze. 2026 treten elf Parteien und Listen an - die Schwelle für den Einzug und die Frage, wer der KPÖ gefährlich wird, entscheidet sich am Wahlabend an genau den Sprengelzahlen, die hier live mitgeschrieben werden.