Graz99ers: Doping-Sperre für Kilian Zündel bis 2028
Drei Tage vor dem Saisonstart trifft die Moser Medical Graz99ers ein Doping-Skandal: Verteidiger Kilian Zündel wurde von der Österreichischen Anti-Doping Rechtskommission für zwei Jahre gesperrt und fristlos entlassen.
Die Moser Medical Graz99ers stehen unmittelbar vor dem Saisonstart 2026/27 vor einem schweren Rückschlag: Verteidiger Kilian Zündel (25) wurde von der Österreichischen Anti-Doping Rechtskommission (ÖADR) für zwei Jahre gesperrt - bis September 2028. Der amtierende Österreichische Meister reagierte und entließ den Abwehrspieler fristlos. Bekannt wurde der Fall am 14. September 2026, drei Tage vor dem Beginn der neuen Saison in der Win2day ICE Hockey League.
Verbotene Methode, keine verbotene Substanz
Der Verstoß, der dem Fall zugrunde liegt, ist in seiner Art ungewöhnlich: Zündel verstieß nicht durch die Einnahme einer verbotenen Substanz gegen die Anti-Doping-Bestimmungen der WADA, sondern durch eine verbotene Methode. Konkret geht es um intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von mehr als 100 ml innerhalb von 12 Stunden, die gemäß der „Prohibited List 2026" untersagt sind. Der Vorfall ereignete sich am 30. April 2026 - nach dem Ende der Finalserie und dem Gewinn des Meistertitels. Laut IIHF-Regularien Artikel 10.2 ist für diesen Verstoß eine Sperre von zwei Jahren vorgesehen. Zündel akzeptiert die Sanktion und verzichtet auf Rechtsmittel.
Der Spieler selbst erklärte in einer eigenen Aussendung: „Es handelte sich lediglich, nach einer kräfteraubenden Saison, um eine der Regeneration dienende Vitamininfusion." Das Problem liegt dabei nicht in der verabreichten Substanz, sondern in der Methode: Intravenöse Infusionen über der erlaubten Menge sind laut Anti-Doping-Regularien verboten, da sie theoretisch zur Verschleierung von Doping missbraucht werden könnten.
Vereinsführung betont Null-Toleranz
Klubpräsident Herbert Jerich betonte, dass die Behandlung von einem Privatarzt Zündels durchgeführt worden sei - zu keinem Zeitpunkt habe es eine Abstimmung mit dem Verein oder dessen medizinischem Personal gegeben. „Diese Situation trifft uns aus völlig heiterem Himmel. Wir sehen damit aber ganz klar unsere Werte sowie die Werte eines fairen, sauberen Sports verletzt. Wir haben beim Thema Doping, in welcher Form auch immer, eine absolute Null-Toleranz", erklärte Jerich in der offiziellen Clubaussendung. Der Verein verwies zudem darauf, dass alle Spieler regelmäßig und engmaschig von der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) getestet würden - diese Tests seien bislang ausnahmslos negativ ausgefallen.
Auch der Österreichische Eishockeyverband (ÖEHV) nahm klar Stellung: „Doping in jeglicher Form wird aufs Schärfste verurteilt" - der Verband bekenne sich zu Null-Toleranz und den Werten eines fairen, sauberen Sports.
Herber Verlust für den Grazer Titelverteidiger
Für die Graz99ers, den einzigen Grazer Profi-Eishockeyclub, kommt der Eklat zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Der Klub war 2026 erstmals Österreichischer Meister geworden und geht nun geschwächt in die Titelverteidigung. Zündel fehlt dem Team von Head Coach Johan Pennerborn nicht nur für die gesamte laufende Saison, sondern auch noch weit darüber hinaus. Im Eisstadion Graz Liebenau, das 4.050 Zuschauer fasst, werden die Fans die Konsequenzen dieses Falles mit Saisonbeginn unmittelbar zu spüren bekommen. Der Skandal bedeutet für den Verein neben dem sportlichen Verlust eines Abwehrspielers auch einen erheblichen Imageschaden - ausgerechnet in der Saison, in der der Klub seinen ersten Meistertitel verteidigen wollte.
Die vollständige offizielle Stellungnahme des Klubs ist auf der Website der Moser Medical Graz99ers abrufbar.