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Med Uni Graz: 90 Millionen Lücke durch Bundeskürzungen

Der Med Uni Graz droht für die Leistungsperiode 2028 bis 2030 eine Finanzierungslücke von bis zu 90 Millionen Euro. Grund sind geplante Budgetkürzungen der Bundesregierung, die laut Rektorin Andrea Kurz bis zu 120 Stellen kosten könnten.

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Die Medizinische Universität Graz steht vor einer drohenden Finanzierungslücke von bis zu 90 Millionen Euro für die Leistungsperiode 2028 bis 2030. Auslöser ist eine geplante Budgetkürzung der Bundesregierung, die das Budget der Medizinischen Universitäten ab 2028 um rund 14 Prozent gegenüber dem errechneten Bedarf kürzen will. Rektorin Andrea Kurz warnte offen vor den Konsequenzen: „Es sind zwischen 60 bis 90 Millionen Euro für die Jahre 2028 bis 2030."

Sonderbudget für Spitalsärzte fällt weg

Der größte Kostentreiber ist der geplante Wegfall eines Sonderbudgets des Bundes. Bisher übernahm dieser jährliche Mehrkosten von 20 Millionen Euro für die Bezüge jener Ärztinnen und Ärzte, die über die Med Uni angestellt sind und an Universitätskliniken arbeiten. Nach der deutlichen Gehaltserhöhung im Jahr 2023 sind rund 520 Spitalsärzte von dieser Regelung betroffen. Ab 2028 soll die Med Uni diese Kosten ohne entsprechende Budgeterhöhung selbst stemmen. Das Ergebnis wäre laut Kurz ein zwingend notwendiger Stellenabbau von rund 120 Positionen. „Wenn es zu einer solchen Lücke kommt, wird das sicherlich unsere Forschung beeinflussen. Es wird die Lehre sehr stark beeinflussen sowie auch die Ausbildung unserer jungen Ärzte", so die Rektorin.

Österreichweite Dimension: Milliarden fehlen

Das Problem beschränkt sich nicht auf Graz. Österreichweit haben die Universitäten einen Finanzbedarf von rund 18 Milliarden Euro für die kommende Leistungsperiode errechnet; der Bund plant mit lediglich 15,5 Milliarden Euro. Allein bei den fünf steirischen Universitäten würden damit rund 500 Millionen Euro gestrichen. Das Globalbudget der Med Uni Graz für die laufende Periode 2025 bis 2027 beläuft sich auf 736,5 Millionen Euro, zuzüglich 232,8 Millionen Euro klinischer Mehraufwand. Die Bundesregierung muss ihre Entscheidung über die tatsächliche Budgethöhe bis zum 31. Oktober 2026 treffen.

Direkte Folgen für Patienten in Graz und der Steiermark

Besonders brisant ist die Lage für das LKH-Universitätsklinikum Graz, das größte Krankenhaus der Steiermark. Rund 600 Ärztinnen und Ärzte der Med Uni Graz sind dort tätig. Ärztekammer-Präsident Michael Sacherer warnt, dass Budgetkürzungen direkte Konsequenzen für die Patientenversorgung hätten. Universitätsmedizin sei damit keine abstrakte Budgetposition, sondern Daseinsvorsorge für hunderttausende Patientinnen und Patienten in Graz und der gesamten Steiermark. Die gemeinsame Aussendung der Medizinischen Universitäten Graz, Wien und Innsbruck brachte dies im Mai auf den Punkt: „Kürzungen bei Med Unis treffen nicht nur die Universität - sie treffen die Patientenversorgung."

Demonstration und politische Inkonsistenz

Der Protest gegen die Sparpläne hat in Graz bereits sichtbare Ausmaße angenommen. Bei einer Großdemonstration am 28. Mai 2026 zählte die Polizei rund 6.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Schlusskundgebung am Hauptplatz. Rektorate und Ärztekammer kritisieren zudem eine politische Inkonsistenz: Während die Politik eine Verdoppelung der Medizinstudienplätze fordert, sollen die dafür notwendigen Kapazitäten an den Universitätskliniken gleichzeitig durch Budgetkürzungen beschnitten werden. Die Entscheidung in Wien fällt noch vor Jahresende - die Grazer Universitätsmedizin wartet mit großer Anspannung.