GRAZ JOURNAL
politik

ÖVP präsentiert 96-Kandidaten-Liste für Grazer Gemeinderatswahl

Die Grazer Volkspartei hat am Freitag ihre Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl am 28. Juni einstimmig beschlossen. Kurt Hohensinner führt die 96 Namen umfassende Liste an, auf der auch Ex-Neos-Stadträtin Sabine Reininghaus und der ehemalige Sturm-Spieler Gilbert Prilasnig stehen.

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Die Grazer Volkspartei hat beim sogenannten "Zukunftstag" am Freitag ihre Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl am 28. Juni 2026 präsentiert. Die Liste umfasst 96 Kandidatinnen und Kandidaten sowie 17 Bezirksvorsteher und wurde beim Stadtparteitag einstimmig angenommen.

Spitzenkandidat und Bürgermeisterkandidat ist Stadtrat Kurt Hohensinner, der die ÖVP in die Wahl gegen die regierende KPÖ führen will. Die Partei positioniert sich dabei bewusst als breite, überparteiliche Bewegung und betont, dass sich auf der Liste bei weitem nicht nur Parteimitglieder finden.

Prominente Quereinsteiger auf der Liste

Besonderes Aufsehen erregt die Kandidatur von Sabine Reininghaus auf Listenplatz 30. Die ehemalige Neos-Stadträtin wechselt damit offiziell zur Volkspartei - ein Signal, das die ÖVP als Zeichen der überparteilichen Offenheit wertet. Reininghaus war in der vergangenen Legislaturperiode als Neos-Mandatarin im Grazer Gemeinderat aktiv.

Ebenfalls für Aufmerksamkeit sorgt Gilbert Prilasnig auf Listenplatz 11. Der ehemalige SK-Sturm-Spieler aus der legendären "Wunderteam"-Ära der Grazer soll als bekanntes Gesicht aus dem Sport zusätzliche Wählergruppen ansprechen.

Die Top Ten der ÖVP-Liste

Hinter Hohensinner folgen auf den vorderen Plätzen bewährte Parteikräfte und neue Gesichter: Stadträtin Claudia Unger auf Platz 2, Parteimanager Markus Huber auf Platz 3 und Klubobfrau Anna Hopper auf Platz 4. Platz 5 belegt Bernhard Bauer, Obmann des Grazer Wirtschaftsbundes.

Auf den weiteren Plätzen der Top Ten finden sich Barbara Gartner-Hofbauer (Platz 6), Georg Topf (Platz 7), Unternehmerin Vanessa Legenstein (Platz 8), JVP-Obmann Konstantin Nöst (Platz 9) und Lehrerin Johanna Eichinger Eisel-Eiselsberg (Platz 10).

Breit aufgestelltes Kandidatenfeld

Auch auf den hinteren Listenplätzen setzt die ÖVP auf bekannte Persönlichkeiten: Norbert Meindl (Platz 17), ehemaliger Vizepräsident der Ärztekammer, Unternehmer Philipp Hochstrasser (Platz 19) sowie Georg Pessler (Platz 23), Leiter der Landespersonalvertretung, und Beatrice Erker (Platz 26), Landesstellenvorsitzende der ÖGK.

Die Volkspartei betont, mit dieser Liste ein Angebot an alle Grazerinnen und Grazer machen zu wollen, die mit der aktuellen Politik in der Stadt unzufrieden seien und sich Veränderung wünschen. Die ÖVP befindet sich derzeit in Opposition zur KPÖ-geführten Stadtregierung unter Bürgermeisterin Elke Kahr.

Wahlkampf nimmt Fahrt auf

Mit der Listenpräsentation startet die ÖVP offiziell in den Wahlkampf. Die Gemeinderatswahl am 28. Juni wird als Richtungsentscheidung für die Zukunft der steirischen Landeshauptstadt gesehen. Neben der ÖVP haben auch bereits andere Parteien ihre Listen präsentiert bzw. befinden sich in der Vorbereitung.

Im aktuellen Gemeinderat stellt die KPÖ mit Bürgermeisterin Elke Kahr die stärkste Fraktion, gefolgt von ÖVP, Grünen, SPÖ und FPÖ. Ob Hohensinner den angestrebten Kurswechsel im Rathaus schaffen kann, entscheiden die Grazer Wählerinnen und Wähler Ende Juni.