GRAZ JOURNAL
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Schmiedgasse wird tagsüber reine Fußgängerzone - Radfahren nur noch nachts erlaubt

Ab 2. April 2026 ist Radfahren in der Schmiedgasse zwischen Landhausgasse und Stubenberggasse von 9 bis 21 Uhr verboten. Alternativrouten stehen über Neutorgasse und Raubergasse zur Verfügung.

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Die Schmiedgasse in der Grazer Innenstadt wird ab Donnerstag, 2. April 2026, tagsüber zur reinen Fußgängerzone. Im Abschnitt zwischen Landhausgasse und Stubenberggasse ist Radfahren künftig nur noch zwischen 21:00 und 9:00 Uhr erlaubt. Tagsüber müssen Radfahrerinnen und Radfahrer auf Alternativrouten ausweichen.

Die Entscheidung geht auf Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) zurück, die den Schutz der Fußgängerinnen und Fußgänger als oberste Priorität bezeichnete. Die Regelung gilt auf unbestimmte Zeit.

Monate der Beobachtung als Grundlage

Dem Radfahrverbot ging eine mehrmonatige Beobachtungsphase voraus, in der das Zusammenspiel von Fuß- und Radverkehr in der Schmiedgasse systematisch erfasst wurde. Das Ergebnis: Trotz früherer Maßnahmen und verstärkter Kontrollen kam es weiterhin zu Konfliktsituationen und gefährlichen Begegnungen zwischen Fußgängern und Radfahrern.

Geschwindigkeitsmessungen zeigten, dass die in der Fußgängerzone vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit von Radfahrenden regelmäßig deutlich überschritten wurde. Die Schmiedgasse zählt zu den am stärksten frequentierten Einkaufsstraßen der Grazer Innenstadt, was das Gefahrenpotenzial zusätzlich erhöht.

Alternativrouten über Neutorgasse und Raubergasse

Für den Radverkehr stehen laut Stadt attraktive Alternativrouten durch die Innenstadt zur Verfügung. Die Neutorgasse und die Raubergasse werden als Hauptumfahrungsmöglichkeiten empfohlen und sollen weiter aufgewertet werden.

Konkret wird nach Ostern die Ampelanlage an der Kreuzung Neutorgasse/Kalchberggasse umgestellt: Die Ampel soll künftig standardmäßig grün für die Neutorgasse zeigen und nur bei herannahendem Querverkehr aus der Kalchberggasse auf Rot schalten. Diese Regelung kommt dem öffentlichen Verkehr und dem Radverkehr gleichermaßen zugute.

Grünpfeil für Radfahrende

Als weitere Maßnahme erhalten rechts abbiegende Radfahrende an den Kreuzungen Kalchberggasse und Kaiserfeldgasse einen dauerhaften Grünpfeil. Sollte sich dieses Modell bewähren, könnte es auf weitere Kreuzungen in der Innenstadt ausgeweitet werden.

Vizebürgermeisterin Schwentner betonte: "Der Schutz der Fußgängerinnen und Fußgänger hat hier für mich oberste Priorität." Die Maßnahme sei keine Entscheidung gegen den Radverkehr, sondern für ein sicheres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer in der Innenstadt.

Kritik von Radfahrverbänden

Die Entscheidung stößt nicht bei allen auf Zustimmung. Radfahrverbände kritisieren, dass die Maßnahme den Umstieg auf das Fahrrad erschwere und wichtige Durchfahrtsmöglichkeiten in der Innenstadt wegfallen. Die Stadt verweist auf die genannten Alternativrouten und die geplanten Verbesserungen für den Radverkehr in den umliegenden Straßen.

Die Schmiedgasse ist eine der historischen Hauptachsen der Grazer Altstadt und verbindet den Hauptplatz mit dem Jakominiplatz. Sie ist seit Jahren als Fußgängerzone gewidmet, erlaubte bisher aber auch Radverkehr in Schrittgeschwindigkeit.