GRAZ JOURNAL
wirtschaftaktuelles

Tchibo in Graz: RECUP-Pfandsystem jetzt österreichweit

Tchibo Österreich weitet sein RECUP-Mehrwegpfandsystem für Coffee-to-go-Becher auf alle 120 Filialen aus – auch die Grazer Coffeebar ist Teil des Rollouts. Die Re-Use-Quote liegt bereits bei über 50 Prozent.

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Das Hamburger Familienunternehmen Tchibo baut seine Nachhaltigkeitsstrategie in Österreich konsequent aus: 2026 wurde das RECUP-Mehrwegpfandsystem auf alle 120 österreichischen Filialen ausgeweitet. Nachdem der Pilotbetrieb zunächst in Wien und Salzburg gestartet war, sind seit April 2025 sämtliche Tchibo-Coffeebars in allen neun Landeshauptstädten in das System eingebunden - darunter auch der Standort in Graz.

Ein Euro Pfand, einfache Rückgabe

Das Prinzip ist unkompliziert: Kund:innen zahlen beim Kauf eines Coffee-to-go 1 Euro Pfand für den RECUP-Mehrwegbecher. Bei Rückgabe - möglich in allen teilnehmenden Betrieben des RECUP-Netzwerks - wird der Betrag vollständig erstattet. Paul Unterluggauer, Geschäftsführer von Tchibo Österreich, beschreibt die Maßnahme als „einen einfachen Schritt mit großer Wirkung für die Umwelt."

Die Bilanz nach einem Jahr Pilotbetrieb gibt ihm recht: Die Re-Use-Quote liegt laut Unternehmensangaben bei über 50 Prozent. Das ist ein beachtlicher Wert angesichts der Dimension des Problems - in Österreich werden pro Jahr rund 300 Millionen Einwegbecher für Heißgetränke zum Mitnehmen verbraucht, was einem Durchschnitt von 30 Bechern pro Person und Jahr entspricht. Die durchschnittliche Lebensdauer eines solchen Einwegbechers beträgt dabei gerade einmal 15 Minuten.

Verpackungsfreie Lösung für Kaffeebohnen

Über den Becher-Bereich hinaus setzt Tchibo bereits seit 2019 auf eine verpackungsfreie Alternative bei Kaffeebohnen: In den Filialen können Kund:innen ihre eigenen Behältnisse mitbringen und direkt mit losen Kaffeebohnen oder gemahlenem Kaffee befüllen lassen. Diese Lösung reduziert Verpackungsabfall ohne zusätzliches Pfandsystem und richtet sich vor allem an Stammkund:innen, die bewusst auf Einwegverpackungen verzichten möchten.

Lokaler Bezug: Graz als Teil des Rollouts

Für die steirische Landeshauptstadt bedeutet die österreichweite Ausweitung des RECUP-Systems, dass Grazerinnen und Grazer ihren Kaffee nun regulär im Pfandbecher genießen und diesen in jedem RECUP-Partnerbetrieb zurückgeben können. Tchibo betreibt Coffeebars in allen neun Landeshauptstädten und investiert auch 2026 gezielt in sein Filialnetz - nachdem im Vorjahr rund ein Dutzend Standorte modernisiert oder neu eröffnet wurden.

Unterluggauer betont dabei den ganzheitlichen Anspruch des Unternehmens: „Unsere Kunden erwarten mehr als nur Produkte, sie wollen Beratung, Geschmackserlebnisse und Service." Tchibo Österreich beschäftigt über 800 Mitarbeiter:innen und ist eine Tochtergesellschaft des 1949 in Hamburg gegründeten Konzerns, der 2024 mit international 10.452 Beschäftigten einen Umsatz von 3,36 Milliarden Euro erzielte.

Das RECUP-System ist Teil einer mehrstufigen Nachhaltigkeitsstrategie, die Tchibo in Österreich in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Mit der Ausweitung auf alle Filialen setzt das Unternehmen ein deutliches Signal in Richtung ressourcenschonender Gastronomie - ein Ansatz, der auch in Graz zunehmend von Kund:innen eingefordert wird.