GRAZ JOURNAL
kultur

40 Jahre Tschernobyl: Doppelausstellung ab 22. April im Grazer Rathaus

Zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe zeigt das Grazer Rathaus ab 22. April zwei Ausstellungen - Fotografien der Liquidatoren und ein internationales Plakat-Projekt. Eintritt frei, bis Ende Mai.

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Zwei Ausstellungen, ein Thema

Am 26. April 1986 explodierte Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl. Zum 40. Jahrestag eröffnet die Stadt Graz am Mittwoch, 22. April um 18:00 Uhr zwei parallele Ausstellungen im Rathaus, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Katastrophe und ihren Folgen auseinandersetzen.

Beide Ausstellungen sind bei freiem Eintritt zugänglich - Montag bis Freitag, 8:00 bis 18:00 Uhr.

Fotoausstellung: Helden ohne Ruhm

In der Fotogalerie im 2. Stock des Rathauses zeigt die Ausstellung „Helden ohne Ruhm - Menschen zwischen Gefahr, Verantwortung und Erinnerung" Fotografien von Oleg Veklenko. Die selten gezeigten Aufnahmen dokumentieren das Leben und die Arbeit der sogenannten Liquidatoren - jener Menschen, die unter extremer Strahlenbelastung die gefährlichsten Aufräumarbeiten am zerstörten Reaktor durchführten.

Die Bilder zeigen auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Wiltscha im Kiewer Oblast, die 1993 zwangsumgesiedelt wurden und durch den aktuellen Konflikt in der Ukraine erneut vertrieben wurden. Die Ausstellung läuft bis 29. Mai 2026.

Plakatausstellung: Nuclear Scar

In der Jugendgalerie im 1. Stock ist die internationale Plakattriennial „The 4th Block" unter dem Titel „Nuclear Scar: Gestern - Heute - Morgen" zu sehen. 40 Plakate von Studierenden internationaler Kunstakademien und professionellen Designerinnen und Designern setzen sich grafisch mit den Folgen der Atomenergie auseinander - als Mahnung an die Verantwortung im Umgang mit Umwelt und Technologie.

Die Plakattriennial läuft bis 22. Mai 2026.

Hintergrund: Tschernobyl und die Steiermark

Die Katastrophe von Tschernobyl hatte auch in der Steiermark massive Auswirkungen. Nach dem Reaktorunfall zog eine radioaktive Wolke über weite Teile Europas, die Steiermark war als eine der am stärksten betroffenen Regionen Österreichs wochenlang mit erhöhten Strahlenwerten konfrontiert. Spielplätze wurden gesperrt, Lebensmittelkontrollen verschärft, die Verunsicherung in der Bevölkerung war enorm.

Kuratiert wurde die Doppelausstellung unter Mitwirkung von Künstlerin und Dozentin Nadiia Velychko von der Charkiwer Staatlichen Akademie für Design und Kunst. Als Kuratoren zeichnen Ilya Pavlov, Mariia Norazian und Oleg Veklenko verantwortlich.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden sich auf der Kulturseite der Stadt Graz. Zum 40. Jahrestag finden österreichweit zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt.