Vorzugsstimmen Gemeinderatswahl Graz 2026: Kahr dominiert, Hohensinner deutlich, Kampus schwach
Elke Kahr (KPÖ) dominiert mit 6.409 Vorzugsstimmen — ein beispielloses Ergebnis. Die ÖVP setzt auf Kurt Hohensinner (2.963), die FPÖ auf René Ewald Apfelknab (1.058). Alle 615 Kandidaten in der interaktiven Datenbank.
Die Vorzugsstimmen bei der Gemeinderatswahl 2026 offenbaren die echten Favoriten der Wählerschaft — unabhängig von Listenplätzen. Sie zeigen, welche Köpfe die Grazer und Grazerinnen ins Gemeinderatsparlament tragen möchten.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Elke Kahr von der KPÖ dominiert mit 6.409 Vorzugsstimmen. Sie erhält damit mehr Vorzugsstimmen als der nächste Kandidat überhaupt erhalten dürfte. Zum Vergleich: Kurt Hohensinner von der ÖVP kommt auf 2.963 Stimmen, René Ewald Apfelknab von der FPÖ auf 1.058. Kahrs Ergebnis ist nicht nur parteiintern beispiellos — es ist auch ein Signal an die etablierten Parteien.
Die KPÖ: Kahr in einer eigenen Liga
Elke Kahr erhält mit 6.409 Stimmen einen Vertrauensvorschuss, der weit über ihre Partei hinausgeht. Offenbar haben viele Wähler übernommen, dass sie die Spitzenkandidatin der KPÖ unterstützen möchten — unabhängig davon, ob sie insgesamt die KPÖ wählten.
Dahinter klafft eine große Lücke. Robert Leopold Krotzer, auf Listenplatz 2, kommt nur auf 315 Stimmen. Das zeigt: In der KPÖ dreht sich bei den Vorzugsstimmen fast alles um Kahr.
Die ÖVP: Hohensinner klar, Schröck-Weikhard und Stöckler folgen
Die ÖVP verteilt ihre Vorzugsstimmen breiter als die KPÖ. Kurt Hohensinner führt erwartungsgemäß mit 2.963 Stimmen, gefolgt von Peter Stöckler (Listenplatz 21) mit 331 Stimmen und Georg Schröck-Weikhard (Listenplatz 13) mit 328 Stimmen.
Das Muster zeigt klassische ÖVP-Dynamik: Der Spitzenkandidat ist mit Abstand vorne, danach folgen etablierte Gesichter aus dem bestehenden Rat. Die ÖVP-Wählerschaft konzentriert sich nicht auf einen Kopf, sondern vertraut mehreren Kandidaten.
Die FPÖ: Apfelknab deutlich vor dem Feld
René Ewald Apfelknab führt die FPÖ-Liste mit 1.058 Vorzugsstimmen an. Das ist nicht nur parteiintern deutlich, sondern auch im parteienübergreifenden Vergleich ein solides Ergebnis für den dritten Platz insgesamt.
Bei der FPÖ ist das Bild zersplitterter. Dominik Hausjell (Listenplatz 5) erreicht 94 Stimmen, Roland Zistler (8) bekommt 91. Es gibt keinen zweiten großen FPÖ-Namen, der Apfelknab folgt — die Partei muss auf mehrere Schultern bauen.
SPÖ, Neos, Kleinparteien: Das Mittelfeld
Die SPÖ-Spitzenkandidatin Doris Anna Irene Kampus erreicht 349 Vorzugsstimmen — deutlich hinter Hohensinner und weit hinter Kahr. Das signalisiert innerhalb der SPÖ ein stabiles Ergebnis, global aber auch, dass die Wähler anderswo hinschauen.
Die Neos setzen auf Philipp Pointner mit 236 Stimmen. Die Kleinparteien KFG, Pirat, GAZA und MFG sammeln einzelne Vorzugsstimmen ein — ein Zeichen ihrer marginalen Rolle im Grazer Wahlkampf.
Top 10 Kandidaten
| Platz | Name | Partei | Vorzugsstimmen |
|---|---|---|---|
| 1 | Elke Kahr | KPÖ | 6.409 |
| 2 | Kurt Hohensinner | ÖVP | 2.963 |
| 3 | Judith Michaela Schwentner | SPÖ | 1.469 |
| 4 | René Ewald Apfelknab | FPÖ | 1.058 |
| 5 | Doris Anna Irene Kampus | SPÖ | 349 |
| 6 | Peter Stöckler | ÖVP | 331 |
| 7 | Georg Erwin Schröck-Weikhard | ÖVP | 328 |
| 8 | Erwin Wurzinger | ÖVP | 319 |
| 9 | Andreas Molnar | ÖVP | 316 |
| 10 | Robert Leopold Krotzer | KPÖ | 315 |
Alle Kandidaten — Interaktive Datenbank
Alle 615 Kandidaten mit ihren Vorzugsstimmen — filterbar nach Partei, durchsuchbar nach Namen.
| Partei | Liste | Name | Vorzugsstimmen |
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Was die Vorzugsstimmen bedeuten
Vorzugsstimmen sind das Vertrauen in Personen. Wer ohne Vorzugsstimmen auf Platz 10 einer Liste sitzt, kann aus dem Gemeinderat herausfallen — wer mit vielen Vorzugsstimmen auf Platz 50 sitzt, kann hineinrutschen. Sie sind ein Barometer für das echte Vertrauen der Wählerschaft in einzelne Kandidaten.
Kahrs Zahlen zeigen: Die Grazer KPÖ-Wähler haben ihrer Spitzenkandidatin ein Mandat gegeben, das weit über ihre Partei hinausgeht. Hohensinner und Apfelknab sind feste Größen, aber weniger „Kultfiguren" als Kahr. Kampus' Ergebnis deutet an, dass die SPÖ im Wahlkampf 2026 nicht wirklich ein Gesicht hatte — die Wähler fanden keinen Spitzenkandidaten, den sie spontan unterstützen wollten.
Die Kleinparteien sammeln vereinzelt Vorzugsstimmen ein, was ihre marginale Rolle unterstreicht.