GRAZ JOURNAL

Basketball in Graz: UBSC Graz und UBI Graz

Basketball in Graz: UBSC Raiffeisen Graz in der Herren-Superliga, UBI Graz in der Damen-Bundesliga und die Spielstätte Raiffeisen Sportpark in der Hüttenbrennergasse.

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Basketball in Graz: UBSC Graz und UBI Graz

UBSC Graz: Der traditionsreiche Herrenverein

Der UBSC Graz - Union Basket Sport Club Graz - ist der bekannteste Basketballverein der Stadt. Die offizielle Vereinsgründung datiert auf den 21. Januar 1956, womit der UBSC zu den ältesten aktiven Basketballvereinen Österreichs zählt. In der heutigen Struktur existiert der Klub allerdings erst seit 1977, als sich zwei Grazer Basketballvereine - BUG Graz und UBBC Graz - zu einem gemeinsamen Verein zusammenschlossen. Aus der Fusion entstand der heutige UBSC Graz. Die offizielle Klubseite ist unter ubsc-graz.at erreichbar und liefert Informationen zu Kader, Spielplan und Vereinshistorie.

In den Jahrzehnten nach der Fusion spielte der UBSC mit wechselnden sportlichen Niveaus in den österreichischen Basketballligen. Mal war der Verein in der höchsten Spielklasse vertreten, mal stieg er in die zweite Liga ab. Seit der Saison 2007/08 ist der UBSC durchgehend in der höchsten österreichischen Liga vertreten - zunächst in der Admiral Basketball Bundesliga (ABL), seit der Namensänderung in der Basketball Superliga. Der aktuelle Sponsorname lautet UBSC Raiffeisen Graz, da die Raiffeisenbank Steiermark seit Langem Hauptpartner des Vereins ist und auch die Heimhalle ihren Namen mitträgt.

Die Basketball Superliga und der Alltag eines Mittelständlers

Die Basketball Superliga Österreich besteht aus zehn bis zwölf Mannschaften, die in einer langen regulären Saison mit Hin- und Rückspielen sowie einer Meisterrunde um die Playoff-Plätze spielen. Im Gegensatz zu Sturm Graz im Fußball oder den 99ers im Eishockey ist der UBSC in dieser Liga kein Titelfavorit, sondern ein Mittelständler mit gelegentlichen Playoff-Ausflügen. Die dominanten Vereine der Superliga sind seit Jahren die Klagenfurter Kelag Wörthersee Piraten, die Wiener BC Vienna und der WBC Raiffeisen Wels. Der UBSC Graz kämpft in der Regel um einen Platz in der oberen Tabellenhälfte und ein Playoff-Ticket.

Unter Head Coach Ervin Dragsic, der nach einer Unterbrechung auf den Posten zurückkehrte, hat sich der UBSC in den vergangenen Saisons wieder in der Meisterrunde etabliert. Der Kader besteht aus einer Mischung von österreichischen Spielern, steirischen Eigenbauspielern und internationalen Profis, vor allem aus den USA. Diese Kombination ist in der österreichischen Superliga Standard: Ohne zwei bis drei amerikanische Spieler kann ein Klub in dieser Liga selten mithalten, da die sportliche Spitze durch die US-Collegeproduktion bestimmt wird. Namen wie Nicholas Lynch, Jordan Wood, Zach Laput, Tevin Brewer oder Peyton Gerald sind Beispiele für die internationalen Verpflichtungen, mit denen der UBSC regelmäßig arbeitet. Die Trainerseite des Klubs ist auf der Teamseite von UBSC Raiffeisen Graz aktuell einsehbar.

UBI Graz: Der Damenverein

Während der UBSC Graz den Herrenbasketball dominiert, ist der Damenbasketball in Graz durch einen eigenen Verein vertreten: das UBI Graz - Union Basketball Initiative Graz. Der Verein wurde 2010 gegründet und hat sich seither zu einem der wichtigsten Frauenbasketball-Klubs in Österreich entwickelt. UBI Graz spielt in der ersten österreichischen Damenliga, der Basketball Damen Superliga (BDSL). Neben der ersten Mannschaft betreibt der Verein mehrere Jugendteams in den Altersklassen U12, U14, U16 und U19, die in regionalen Ligen und österreichischen Meisterschaften antreten.

Die Vereinsfarben des UBI Graz sind Grün und Weiß. Die Basis der Arbeit ist bewusst breit angelegt: Nicht nur der Profisport in der ersten Liga, sondern auch der Aufbau von Mädchen-Basketball in allen Altersstufen steht im Mittelpunkt. Der Verein hat seinen Sitz in Graz und trainiert im Raiffeisen Sportpark sowie in anderen Grazer Turnsälen. Details zum Verein, dem Trainerteam und den einzelnen Mannschaften stehen auf der offiziellen Website des UBI Graz. Im österreichischen Vergleich mit den etablierten Damenvereinen aus Wien und Kärnten ist der UBI Graz sportlich ambitioniert, aber nicht immer titelreif. Das Ziel der vergangenen Jahre war die stabile Präsenz in der Damen-Bundesliga, was trotz schwankender Ressourcen geschafft wurde.

Der Raiffeisen Sportpark: Die Heimhalle des Grazer Basketballs

Die sportliche Heimat des Grazer Basketballs ist der Raiffeisen Sportpark an der Hüttenbrennergasse 31 im vierten Bezirk Lend (Eingang Schönaugasse). Die moderne Mehrzweckhalle wurde 2017 errichtet und im September 2018 eröffnet. Sie dient mehreren Grazer Vereinen als Heimstätte: dem UBSC Graz (Basketball Superliga), dem UBI Graz (Basketball Damen Superliga), sowie Handball-, Volleyball- und Rhythmische-Sportgymnastik-Klubs der Stadt. Die Gesamtzuschauerkapazität liegt bei rund 3.000 Personen, was für die österreichische Basketballliga eine durchaus passable Größe ist. Bei regulären Heimspielen des UBSC sind die Tribünen selten ganz ausverkauft; bei Derbys oder Playoff-Spielen kann die Halle jedoch bemerkenswert laut werden. Die technische Ausstattung inklusive LED-Banden, Videowall und moderner Tonanlage gehört zu den besseren in Österreich.

Die Halle liegt verkehrstechnisch praktisch: Mit der Straßenbahnlinie 4 und 5 sowie verschiedenen Buslinien ist der Sportpark aus dem Zentrum in wenigen Minuten erreichbar. Parkplätze gibt es rund um die Halle, an großen Spielen können sie sich aber schnell füllen. Die offizielle Seite der Halle unter raiffeisen-sportpark.at informiert über Spielpläne, Öffnungszeiten und Veranstaltungen.

Die Geschichte des Grazer Basketballs vor dem UBSC

Basketball kam in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem über amerikanische Besatzungssoldaten in die Städte. Auch in Graz entstanden in den späten 1940er- und 1950er-Jahren die ersten Vereine, die den Sport im Wesentlichen als Schul- und Universitätssport etablierten. Der Name UBSC - Union Basket Sport Club - verweist auf diese frühe Verbindung mit den Sportunionen und der Universität. Die offizielle Gründung 1956 fiel in eine Phase, in der Basketball in Österreich langsam aus dem Schattendasein hervorkam und erste nationale Meisterschaften ausgetragen wurden.

In der Zwischenzeit entstanden in Graz weitere Basketballvereine, einige davon eng an Schulen und Universitäten angebunden. Die Fusion von BUG Graz und UBBC Graz 1977 konsolidierte den Grazer Herrenbasketball zu einem gemeinsamen Verein. Von da an war der UBSC die klare Nummer eins des Grazer Herrenbasketballs. In den 1980ern und 1990ern schwankte die sportliche Position des Klubs, einmal Erstligist, einmal Zweitligist, immer mit der Herausforderung, ein Basketballpublikum für eine Sportart zu finden, die in Österreich nur langsam wuchs.

Nachwuchs und Basketball in den Grazer Schulen

Unter dem Radar der Profiligen findet der eigentliche Basketball in Graz statt: in den Schulen, in den Jugendmannschaften der Vereine und auf den öffentlichen Plätzen. Die Grazer Basketballszene wird seit Jahren vor allem durch den Unterricht in Gymnasien und Mittelschulen am Leben gehalten. Schulturniere, Basketball-AGs und die Sportunion organisieren regelmäßig Trainingscamps für Kinder und Jugendliche, in denen die Grundlagen des Spiels vermittelt werden. Die Basketball-Sektion der Sportunion Graz arbeitet eng mit dem UBSC und dem UBI zusammen und bildet den Unterbau, aus dem spätere Vereinsspieler kommen.

Die Nachwuchsarbeit des UBSC ist über die Jahre strukturierter geworden. Der Verein hat eigene U14-, U16-, U18- und U20-Mannschaften, die in den österreichischen Meisterschaften spielen. Aus diesen Mannschaften kommen regelmäßig Spieler in den erweiterten Kader der ersten Mannschaft, auch wenn der Schritt in die Profiliga für die meisten Jugendspieler die größte Hürde bleibt. Der UBI betreibt auf der Frauenseite eine analoge Jugendstruktur; die Mädchenabteilung ist in Graz eine der größten in Österreich.

3x3-Basketball und die öffentlichen Plätze

Neben dem klassischen Fünf-gegen-Fünf hat sich in den vergangenen Jahren das 3x3-Format etabliert. Es wird auf einem halben Spielfeld mit einem Korb gespielt, ist schneller, körperbetonter und seit Tokio 2020 olympische Disziplin. In Graz gibt es mehrere öffentliche 3x3-Plätze, auf denen im Sommer regelmäßig gespielt wird. Der bekannteste Platz liegt am Augartenpark im Bezirk Gries; weitere Plätze finden sich im Stadtpark, in Eggenberg und im Bereich der Grazer Universitäten. Die Plätze sind kostenfrei nutzbar und oft voll besetzt, besonders an Sommerabenden.

Die Grazer Sportunion veranstaltet im Sommer einige 3x3-Turniere, meist in Kombination mit kleineren Stadtevents. Der österreichische Basketballverband ÖBV unterstützt das Format und hat in den vergangenen Jahren mehrere Nationalteam-Spieler aus dem 3x3-Bereich hervorgebracht. Der Schritt von der Straße in den Profisport ist dabei keineswegs ausgeschlossen - im Gegenteil, im 3x3 spielen in Österreich einige der besten Basketballer auf regulärer Basis.

Tickets, Saison und Atmosphäre

Wer ein Heimspiel des UBSC Raiffeisen Graz oder des UBI Graz besuchen möchte, kauft Tickets am einfachsten über die Vereinsseiten oder direkt an der Abendkasse im Raiffeisen Sportpark. Die Preise für Einzelkarten der Herren-Superliga liegen in der Regel zwischen 10 und 20 Euro, Dauerkarten für die gesamte Saison zwischen 120 und 200 Euro - deutlich unter den Preisen des Fußballs oder des Eishockeys. Für Familien und Kinder gibt es ermäßigte Tickets und meist kostenlose Eintritte für Jugendliche unter 14 Jahren in Begleitung Erwachsener. Die genaue Preisgestaltung variiert von Saison zu Saison.

Die Stimmung bei Heimspielen des UBSC ist familiär, die Halle nicht groß, die Rufe der Zuschauer sind einzeln identifizierbar. Wer Basketball auf europäischem Spitzenniveau sehen will, muss nach Wien oder ins Ausland fahren. Wer aber österreichischen Basketball in seiner ehrlichen, harten und manchmal überraschend spannenden Form erleben will, ist im Raiffeisen Sportpark gut aufgehoben. Die Saison 2025/26 geht im April 2026 in die Entscheidungsphase - je nach Tabellenlage spielt der UBSC um die Qualifikation für die Playoffs oder bereits um die Viertelfinalpaarungen. Der UBI Graz beendet parallel dazu seine Saison in der Damen-Bundesliga und arbeitet am Unterbau für die kommende Spielzeit. Basketball in Graz ist klein, aber konstant - und wer einmal in der Halle war, kommt meistens wieder.

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