Immobilienpreise in Graz
Der Median liegt bei 4.829 Euro pro Quadratmeter, zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bezirk liegen 1.786 Euro. Alle Zahlen zu Kauf, Miete, Bauland und Nebenkosten.
Der Preis für einen Quadratmeter Graz
Wer im Sommer 2026 in Graz eine Eigentumswohnung sucht, zahlt im Mittel 4.829 Euro pro Quadratmeter. Das ist der Median aus 252 aktiven Kaufinseraten, den die Marktbeobachtung von IMMOXX zum Stichtag 1. Juni 2026 ermittelt hat. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kostet damit rechnerisch 386.320 Euro - bevor auch nur ein Euro Nebenkosten dazukommt.
Diese Zahl ist nicht die einzige, die kursiert. Das Portal ohne-makler kommt für 2026 auf einen Durchschnitt von 4.320 Euro pro Quadratmeter, die Fachgruppe der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer Steiermark weist für gebrauchte Eigentumswohnungen im Landesschnitt nur 1.402,08 Euro aus. Die Spanne von 1.400 bis 4.800 Euro sieht nach Widerspruch aus, ist aber keiner: Die Zahlen messen verschiedene Dinge. Welche Zahl für welche Frage taugt, klärt der Abschnitt zur Methodik.
Ein zweiter Wert hilft beim Einordnen: Ende 2025 lag der Grazer Kaufpreis nach Auswertung der Marktdaten bei rund 4.375 Euro pro Quadratmeter. Für das laufende Jahr rechnen Marktbeobachter mit einem Plus von 2,5 bis 3 Prozent - nach drei Jahren, in denen sich am Grazer Wohnungsmarkt real wenig bewegt hat.
Kaufpreise nach Bezirk
Der Stadtdurchschnitt verdeckt mehr, als er zeigt. Zwischen Waltendorf mit 5.684 Euro und Puntigam mit 3.898 Euro pro Quadratmeter liegen 1.786 Euro - bei 80 Quadratmetern sind das 142.880 Euro Unterschied für dieselbe Wohnungsgröße, allein wegen der Adresse.
Die folgenden Werte sind Mediane aus Kaufinseraten, Stand 1. Juni 2026. Die Spanne gibt an, wo das mittlere Preisdrittel liegt: 25 Prozent der Angebote sind billiger als der untere Wert, 25 Prozent teurer als der obere.
| Bezirk | Median Kauf | Mittlere Spanne | Abstand zum Stadtmedian |
|---|---|---|---|
| IX. Waltendorf | 5.684 €/m² | 5.342 - 6.472 €/m² | +17,7 % |
| VIII. St. Peter | 5.612 €/m² | 5.489 - 5.800 €/m² | +16,2 % |
| XII. Andritz | 5.557 €/m² | 4.430 - 6.113 €/m² | +15,1 % |
| I. Innere Stadt | 5.312 €/m² | 4.146 - 6.371 €/m² | +10,0 % |
| IV./V. Lend und Gries | 4.788 €/m² | 4.063 - 5.532 €/m² | -0,8 % |
| VII. Liebenau | 4.278 €/m² | 3.500 - 5.211 €/m² | -11,4 % |
| XVII. Puntigam | 3.898 €/m² | 3.773 - 4.091 €/m² | -19,3 % |
| Graz gesamt | 4.829 €/m² | - | - |
Aufschlussreich ist weniger der Median als die Breite der Spanne. In St. Peter liegen nur 311 Euro zwischen dem unteren und dem oberen Viertel - ein Bezirk mit sehr einheitlichem Bestand, in dem der Quadratmeterpreis kaum verhandelbar ist. In der Inneren Stadt sind es 2.225 Euro. Dort steht die sanierte Altbauwohnung mit Stuckdecke neben der dunklen Hofwohnung im vierten Stock ohne Lift, und beide sind formal „Innere Stadt". Ein Quadratmeterpreis aus diesem Bezirk sagt für sich genommen wenig aus.
Andritz ist der auffälligste Fall. Der Bezirk liegt mit 5.557 Euro auf Rang drei, hat aber im Quartalsvergleich 15,1 Prozent verloren - der stärkste Rückgang unter den erfassten Bezirken. Bei einer Stichprobe von 252 Inseraten für die ganze Stadt kann ein einzelnes abverkauftes Projekt im gehobenen Segment eine solche Bewegung auslösen. Ein Trend ist es erst, wenn er sich über mehrere Quartale hält.
Mietpreise in allen 17 Bezirken
Für Mieten gibt es eine dichtere Datengrundlage. Die Auswertung von immomarktanalyse.at, betrieben vom ZT Datenforum, stützt sich auf Neuvertragsmieten der jeweils letzten fünf Quartale und deckt alle 17 Bezirke ab. Angegeben sind Bruttomieten, also inklusive Betriebskosten - der Betrag, der tatsächlich vom Konto abgeht. Die Zahlen hat meinbezirk.at aufbereitet.
| Nr. | Bezirk | €/m² brutto | Monatsmiete |
|---|---|---|---|
| XVII | Puntigam | 15,10 € | 1.057 € |
| VIII | St. Peter | 13,90 € | 973 € |
| XVI | Straßgang | 13,90 € | 973 € |
| VII | Liebenau | 13,80 € | 966 € |
| IV | Lend | 13,50 € | 945 € |
| XI | Mariatrost | 13,30 € | 931 € |
| X | Ries | 13,20 € | 924 € |
| XIV | Eggenberg | 13,20 € | 924 € |
| XII | Andritz | 13,10 € | 917 € |
| III | Geidorf | 13,00 € | 910 € |
| XIII | Gösting | 13,00 € | 910 € |
| VI | Jakomini | 12,90 € | 903 € |
| XV | Wetzelsdorf | 12,90 € | 903 € |
| I | Innere Stadt | 12,70 € | 889 € |
| IX | Waltendorf | 12,70 € | 889 € |
| II | St. Leonhard | 12,50 € | 875 € |
| V | Gries | 12,50 € | 875 € |
| - | Graz-Umgebung | 12,30 € | 861 € |
Bruttomieten inklusive Betriebskosten, Neuverträge der letzten fünf Quartale. Quelle: immomarktanalyse.at / ZT Datenforum.
Der Abstand zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bezirk beträgt bei der Miete nur 2,60 Euro pro Quadratmeter oder 20,8 Prozent - beim Kauf sind es 45,8 Prozent. Der Grazer Mietmarkt ist also deutlich flacher als der Eigentumsmarkt. Wer mietet, spart durch die Wahl des Bezirks bei 70 Quadratmetern höchstens 182 Euro im Monat. Wer kauft, spart bei derselben Fläche bis zu 125.020 Euro.
Warum Puntigam bei der Miete teuer und beim Kauf billig ist
Puntigam ist der günstigste Kaufbezirk und gleichzeitig der teuerste Mietbezirk. Dieser Widerspruch löst sich, wenn man auf die Bausubstanz schaut. Puntigam wurde erst 1988 aus Straßgang herausgelöst und ist der jüngste Grazer Bezirk - mit entsprechend jungem Wohnungsbestand. In den Neubaugebieten rund um die alte Brauerei gibt es kaum Altmietverträge, praktisch jede Wohnung läuft über einen aktuellen Vertrag zum aktuellen Preis. Und Neubauten haben höhere Betriebskosten als ein Zinshaus aus 1910: Lift, Tiefgarage, Gemeinschaftsflächen, Haustechnik.
Genau dieser Effekt erklärt auch die zweite Auffälligkeit. Für Puntigam nennt die eine Erhebung 11,80 Euro pro Quadratmeter, die andere 15,10 Euro. Die erste Zahl ist eine Nettomiete aus Inseraten, die zweite eine Bruttomiete aus Neuverträgen. Die Differenz von 3,30 Euro entspricht ungefähr dem, was in einem Grazer Neubau an Betriebskosten anfällt. Es sind keine widersprüchlichen Messungen, sondern zwei verschiedene Zeilen desselben Mietvertrags.
Beim Kaufpreis wirkt die junge Substanz umgekehrt: Puntigam hat keine Gründerzeitwohnungen mit hohen Räumen und Altstadtnähe, für die der Grazer Markt Aufschläge zahlt. Der Bezirk liegt südlich, an der Autobahn, ohne Hanglage. Das drückt den Quadratmeterpreis - während die Miete den vollen Neubaupreis abbildet. Die Bruttorendite liegt in Puntigam mit 3,7 Prozent deshalb höher als in der Inneren Stadt mit 3,4 Prozent.
Was der Kauf am Ende wirklich kostet
Der Kaufpreis ist in Österreich nur ein Teil der Rechnung. Ohne Makler kommen rund 6,5 bis 7 Prozent dazu, mit Makler etwa 10 bis 11 Prozent. Die einzelnen Posten sind gesetzlich weitgehend festgelegt:
| Posten | Satz | Bemessungsgrundlage |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5 % | Kaufpreis |
| Grundbucheintragung Eigentum | 1,1 % | Kaufpreis |
| Grundbucheintragung Pfandrecht | 1,2 % | Kredithöhe, nicht Kaufpreis |
| Vertragserrichtung und Treuhand | 1 bis 3 % | Kaufpreis, frei vereinbar |
| Maklerprovision Käuferseite | 3 % netto, 3,6 % brutto | Kaufpreis |
Eine Erleichterung ist seit Kurzem weg. Von 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2026 entfielen bei der Schaffung eines Hauptwohnsitzes die Eintragungsgebühr und die Pfandrechtsgebühr für die ersten 500.000 Euro Bemessungsgrundlage - eine Ersparnis von bis zu 11.500 Euro. Diese Befreiung ist ausgelaufen. Wer seinen Grundbuchantrag im Sommer 2026 einbringt, zahlt die 1,1 und 1,2 Prozent wieder in voller Höhe. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung zum Stadtmedian sind das rund 8.400 Euro, die vor einem halben Jahr noch nicht angefallen wären.
Kaufpreis und Nebenkosten für eine konkrete Wohnung
| Kaufpreis | 386.320 € |
| Grunderwerbsteuer 3,5 % | 13.521 € |
| Grundbuch Eigentum 1,1 % | 4.250 € |
| Grundbuch Pfandrecht 1,2 % | 4.172 € |
| Vertragserrichtung 1,5 % | 5.795 € |
| Maklerprovision | 13.908 € |
| Nebenkosten gesamt | 41.645 € |
| Gesamtaufwand | 427.965 € |
| nötige Eigenmittel (Anzahlung und Nebenkosten) | 80.277 € |
| benötigter Kredit | 347.688 € |
| Monatsrate | 1.532 € |
| davon Tilgung in der ersten Rate | 562 € |
Annuitätenrechnung ohne Spesen, Kontoführung und Lebensversicherung. Die Pfandrechtsgebühr wird auf die Kredithöhe gerechnet, die Vertragserrichtung mit einem mittleren Satz von 1,5 Prozent angesetzt. Nebenkosten werden von Banken grundsätzlich nicht mitfinanziert und daher zur Anzahlung addiert.
Die Rechnung zeigt den entscheidenden Punkt beim Wohnungskauf in Österreich: Bei der Standardwohnung zum Stadtmedian liegt der Gesamtaufwand bei rund 427.965 Euro - 41.645 Euro davon sieht man in keinem Inserat. Wer eine Anzahlung von 10 Prozent leistet, muss trotzdem 80.277 Euro auf dem Konto haben, weil die Nebenkosten dazukommen. Das sind 20,8 Prozent des Kaufpreises - daher die Faustregel, dass man in Österreich rund ein Fünftel des Preises an Eigenmitteln braucht.
Der Kredit über 347.688 Euro kostet bei 3,35 Prozent Sollzins und 30 Jahren Laufzeit etwa 1.532 Euro im Monat, ohne Betriebskosten und Rücklage. Zum Vergleich: Dieselben 80 Quadratmeter kosten in Graz zur Miete brutto rund 1.040 Euro. Die Rate liegt also knapp 500 Euro über der Miete - dafür fließt ein Teil davon in Tilgung. In der ersten Rate sind es 562 Euro, die restlichen 971 Euro sind Zinsen. Erst im 113. Monat, also nach gut neuneinhalb Jahren, übersteigt die Tilgung erstmals den Zinsanteil.
Bauland: 430 Euro für den Quadratmeter Wiese
Wer in Graz nicht kauft, sondern baut, trifft auf den engsten Markt der Steiermark. Nach Daten der Landesstatistik Steiermark lag der Grazer Baulandpreis im Fünfjahresschnitt 2021 bis 2025 bei 430,30 Euro pro Quadratmeter. Im vorangegangenen Fünfjahresschnitt 2016 bis 2020 waren es 361,50 Euro - ein Plus von 19 Prozent. Die Auswertung hat inside-graz aufbereitet.
Damit ist Graz die drittteuerste Gemeinde der Steiermark, hinter zwei Tourismusorten: Altaussee mit 542 Euro und Ramsau am Dachstein mit 438,30 Euro. In beiden Fällen treibt die Zweitwohnsitznachfrage den Preis, in Graz die schlichte Knappheit an bebaubaren Flächen innerhalb der Stadtgrenzen.
| Gebiet | Bauland €/m² | Basis |
|---|---|---|
| Graz (Stadt) | 430,30 € | Schnitt 2021-2025, Landesstatistik |
| Bezirk Graz | 362 € | Statistik Austria, zuletzt erfasstes Jahr |
| Graz-Umgebung | 131 bis 132 € | beide Quellen |
| Liezen | 119 € | Statistik Austria |
| Steiermark gesamt | 94 € | Statistik Austria |
| Südoststeiermark | 38 € | günstigster Bezirk |
Die Zahlen bei grundstueckspreise.at, die auf Kaufvertragsdaten der Statistik Austria beruhen, zeigen für den Bezirk Graz eine bemerkenswerte Bewegung: plus 55,1 Prozent seit 2016 - von 233 auf 362 Euro pro Quadratmeter - bei gleichzeitig minus 12,9 Prozent im letzten erfassten Jahr. Steiermarkweit ging der Durchschnitt zuletzt um 2,2 Prozent zurück.
Ein zweistelliger Rückgang bei Bauland ist ein Frühindikator, kein Randdetail. Grundstücke reagieren schneller auf Zinsen als fertige Wohnungen, weil beim Bauen der gesamte Finanzierungsbedarf erst noch anfällt. Wenn der Baulandpreis nachgibt, während die Wohnungspreise steigen, heißt das: Die Bauträger rechnen vorsichtiger als die Verkäufer im Bestand.
Auch der Vergleich der beiden Baulandzahlen für Graz - 430,30 gegenüber 362 Euro - ist kein Fehler, sondern eine Frage des Zeitfensters. Der eine Wert ist ein Fünfjahresschnitt bis 2025, der andere die letzte verfügbare Jahreszahl aus den Kaufverträgen. Bei einem Markt, der zwischenzeitlich um 12,9 Prozent nachgegeben hat, müssen die beiden auseinanderliegen.
Zehn Jahre Grazer Wohnungsbau in Zahlen
Die interessanteste Zahlenreihe zum Grazer Immobilienmarkt hat mit Preisen zunächst gar nichts zu tun. Die Stadt Graz führt seit Jahren zwei Kennzahlen parallel: Einwohner mit Hauptwohnsitz und Wohnungsbestand, jeweils zum 1. Jänner.
| Stichtag 1.1. | Hauptwohnsitze | Wohnungen | Neue Wohnungen | Hauptwohnsitze je Wohnung |
|---|---|---|---|---|
| 2016 | 282.479 | 176.014 | - | 1,61 |
| 2017 | 286.686 | 181.361 | +5.347 | 1,58 |
| 2018 | 289.440 | 187.028 | +5.667 | 1,55 |
| 2019 | 292.269 | 192.837 | +5.809 | 1,52 |
| 2020 | 294.630 | 198.688 | +5.851 | 1,48 |
| 2021 | 294.236 | 202.336 | +3.648 | 1,45 |
| 2022 | 295.424 | 208.918 | +6.582 | 1,41 |
| 2023 | 298.623 | 212.940 | +4.022 | 1,40 |
| 2024 | 303.270 | 217.089 | +4.149 | 1,40 |
| 2025 | 306.068 | 218.632 | +1.543 | 1,40 |
| 2026 | 307.912 | 220.537 | +1.905 | 1,40 |
In zehn Jahren wuchs die Zahl der Hauptwohnsitze um 25.433 Personen oder 9,0 Prozent. Der Wohnungsbestand wuchs im selben Zeitraum um 44.523 Einheiten oder 25,3 Prozent. Graz hat also fast dreimal so schnell gebaut, wie es gewachsen ist. Rechnerisch kamen 2016 noch 1,61 Hauptwohnsitze auf eine Wohnung, 2026 sind es 1,40.
Diese Zahl darf man nicht überinterpretieren - der Bestand enthält auch Neben- und Zweitwohnsitze, und die durchschnittliche Haushaltsgröße in der Steiermark ist mit 1,94 Personen weiter gesunken, was Wohnungen bindet, ohne dass Menschen dazukommen. Rechnet man alle 345.391 in Graz gemeldeten Personen ein, kommen 1,57 auf eine Wohnung. Trotzdem bleibt der Befund: Der Grazer Bauboom der Jahre 2017 bis 2022, mit bis zu 6.582 neuen Wohnungen in einem einzigen Jahr, war größer als der Bedarf aus dem Bevölkerungswachstum.
Und er ist vorbei. 2025 kamen 1.543 Wohnungen dazu, 2026 waren es 1.905 - rund ein Viertel des Spitzenjahres 2022. Nach Angaben der Stadt befinden sich derzeit 8.422 weitere Wohnungen in Bau, Einreichung oder Planung. Wenn diese abgearbeitet sind und die Zuwanderung anhält, kippt das Verhältnis in die andere Richtung. Genau darauf setzen die Preisprognosen für die kommenden Jahre. Die Bevölkerungszahlen zu allen Bezirken hat die Stadt unter Zahlen und Fakten veröffentlicht, die Reihe zu Bevölkerung und Wohnungsbau als Übersicht 2016 bis 2026.
Wie sich die Preise seit 2016 bewegt haben
Österreichweit misst der Häuserpreisindex der Statistik Austria die Preisentwicklung anhand echter Kaufverträge aus dem Grundbuch - nicht anhand von Inseraten. Für das erste Quartal 2026 steht der Index bei 102,80 Punkten, ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025. Bestehender Wohnraum legte um 3,5 Prozent zu, neuer um 3,2 Prozent. Die Zahlen sind vorläufig, das zweite Quartal 2026 wird am 23. September veröffentlicht.
2025 war damit das Jahr der Wende. Nach der Zinsschockphase 2022 bis 2024 stiegen die Preise wieder um 2,6 Prozent - und die Zahl der Käufe sprang um 18,3 Prozent gegenüber 2024, der stärkste Zuwachs bei Immobilientransaktionen seit über einem Jahrzehnt. In der Steiermark fiel der Sprung noch deutlicher aus: plus 27,8 Prozent bei Wohnungsverkäufen und plus 31,7 Prozent beim gesamten Transaktionsvolumen.
Für Graz weist die Fachgruppe der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer Steiermark für 2026 differenzierte Bewegungen aus: Eigentumswohnungen im Erstbezug plus 2,86 Prozent - der stärkste Anstieg unter allen Landeshauptstädten -, gebrauchte Eigentumswohnungen plus 4,06 Prozent, Betriebsgrundstücke plus 4,01 Prozent. Gegenläufig sind zwei Segmente: neuwertige Mietwohnungen minus 0,5 Prozent, womit Graz die einzige Landeshauptstadt mit sinkenden Neubaumieten ist, und Geschäftslokale minus 3,91 Prozent - das größte Minus aller Landeshauptstädte.
Der Rückgang bei den Geschäftsmieten ist die stillste, aber vielleicht wichtigste Zahl des Grazer Jahres 2026. Sie beschreibt, was in den Erdgeschoßzonen passiert, während in den Stockwerken darüber die Preise steigen.
Warum die Quellen so weit auseinanderliegen
Für dieselbe Grazer Wohnung finden sich Quadratmeterpreise zwischen 1.400 und 5.700 Euro. Vier Unterschiede in der Methode erklären fast die gesamte Spanne.
Angebotspreis oder Kaufvertrag. Inseratsdaten zeigen, was Verkäufer verlangen. Grundbuchdaten zeigen, was tatsächlich bezahlt wurde. In einem Käufermarkt liegt der zweite Wert regelmäßig unter dem ersten, weil verhandelt wird. Der Häuserpreisindex der Statistik Austria und die Baulandzahlen beruhen auf Kaufverträgen, die Bezirkstabellen auf Inseraten.
Median oder Mittelwert. Der Median ist der mittlere Wert - die Hälfte liegt darüber, die Hälfte darunter. Der Mittelwert wird von Ausreißern nach oben gezogen. Bei den Grazer Kaufinseraten liegt der Median bei 4.829 Euro, das Portal mit Mittelwertberechnung kommt auf 4.320 Euro. Wer beide Zahlen als „den Grazer Preis" liest, vergleicht zwei verschiedene Rechenwege.
Brutto oder netto. Bei Mieten macht das in Graz 2 bis 3,50 Euro pro Quadratmeter aus. Die Bruttomiete inklusive Betriebskosten ist die Zahl, die zählt, wenn Sie eine Rate mit einer Miete vergleichen wollen.
Stichprobe und Gebiet. Die Landeswerte der Wirtschaftskammer mitteln über die ganze Steiermark, also auch über Bezirke, in denen der Quadratmeter Bauland 38 Euro kostet. Für die Beurteilung einer Grazer Wohnung sind sie unbrauchbar. Umgekehrt beruhen manche Bezirkswerte auf wenigen Dutzend Inseraten - der Quartalsrückgang von 15,1 Prozent in Andritz ist dafür ein gutes Beispiel.
Praktische Konsequenz: Für die Frage „Was ist meine Wohnung wert?" taugen Kaufvertragsdaten und der Bezirksmedian. Für die Frage „Was muss ich bieten?" die Inseratsspanne. Für die Frage „Wohin geht der Markt?" der Häuserpreisindex und die Transaktionszahlen.
Neubau kostet 16 Prozent mehr
Über 131 aktuelle Grazer Bauprojekte hinweg liegt der Erstbezugspreis bei 5.598 Euro pro Quadratmeter. Das sind rund 16 Prozent über dem Median des Bestands. Der Aufschlag ist in Graz auffällig niedrig - in Städten mit knapperem Bauland liegt er höher.
Was den Aufpreis rechtfertigt, hängt an drei Punkten. Erstens der Energiestandard: Ein Neubau nach aktuellen Vorgaben braucht ein Vielfaches weniger Heizenergie als ein unsanierter Altbau, was die Betriebskosten über Jahrzehnte drückt. Zweitens der Sanierungsstau: Bei einer Gründerzeitwohnung müssen Fenster, Elektrik, Steigleitungen und Heizung irgendwann getauscht werden, und die anteilige Rücklage dafür zahlt der Eigentümer mit. Drittens die Umsatzsteuer, die beim Bauträgerkauf im Preis enthalten ist.
Dagegen steht ein Argument für den Bestand, das sich in keiner Tabelle findet: Grundrisse. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung von 1900 hat in Graz typischerweise drei Zimmer mit über drei Metern Raumhöhe, eine von 2024 hat zwei Zimmer, 2,50 Meter und einen Balkon. Beide sind 80 Quadratmeter groß, und sie sind nicht dasselbe Produkt.
Was Anleger tatsächlich verdienen
Die Bruttorendite - Jahresmiete geteilt durch Kaufpreis - liegt in Graz je nach Bezirk zwischen 3,3 und 3,7 Prozent. Innere Stadt: 3,4 Prozent. Lend und Gries: 3,3 Prozent. Puntigam: 3,7 Prozent.
Diese Zahlen sind vor Kosten gerechnet. Davon gehen ab: Instandhaltungsrücklage, nicht umlagefähige Betriebskosten, Hausverwaltung, Leerstandszeiten zwischen zwei Mietern und die Steuer auf die Mieteinnahmen. Realistisch bleibt von 3,5 Prozent brutto ein gutes Stück weniger übrig.
Der Vergleichsmaßstab liegt derzeit unangenehm nahe: Ein Wohnbaukredit mit 25 Jahren Fixzins kostet im August 2026 rund 3,35 Prozent, variabel rund 2,89 Prozent. Wer eine Grazer Anlegerwohnung zu 3,4 Prozent Bruttorendite fremdfinanziert, arbeitet nach Kosten also gegen die Zinsen an. Die Rechnung geht in diesem Zinsumfeld nur über die Wertsteigerung auf - und die ist bei einem Bestand, der zehn Jahre lang schneller wuchs als die Bevölkerung, keine Selbstverständlichkeit.
Finanzierung: Was die Bank sehen will
Die KIM-Verordnung ist am 30. Juni 2025 ausgelaufen und wurde nicht verlängert. Sie hatte seit 2022 verbindlich vorgeschrieben: maximal 90 Prozent Beleihungsquote, höchstens 40 Prozent des Nettoeinkommens für die Rate, maximal 35 Jahre Laufzeit. Seit 1. Juli 2025 gelten dieselben Kennzahlen über ein Rundschreiben der Finanzmarktaufsicht - als Empfehlung, nicht als Rechtsnorm.
Praktisch bedeutet das: Die Grenzen sind weicher geworden, aber nicht verschwunden. Banken haben mehr Spielraum bei Einzelfällen, und die Aufschläge unterscheiden sich seither stärker von Institut zu Institut. Der Vergleich mehrerer Angebote lohnt in diesem Umfeld deutlich mehr als vor 2025.
An der Eigenmittelfrage ändert das wenig. Wer 10 Prozent des Kaufpreises als Beleihungspuffer plus die vollen Nebenkosten aufbringen muss, landet in Österreich bei rund 20 Prozent des Kaufpreises an Eigenkapital. Bei der 80-Quadratmeter-Wohnung zum Stadtmedian sind das 80.277 Euro.
Ungewöhnlich ist die aktuelle Zinsstruktur: Variable Kredite liegen mit rund 2,89 Prozent unter den langen Fixzinsen mit rund 3,35 Prozent. Der Fixzins ist derzeit also kein Rabatt für Planungssicherheit, sondern kostet einen Aufschlag von knapp einem halben Prozentpunkt. Bei 347.688 Euro Kreditsumme sind das im ersten Jahr rund 1.600 Euro Unterschied.
Wohnbauförderung des Landes Steiermark
Das Land Steiermark hat sein Fördersystem zum 1. März 2026 auf ein Baukastenmodell umgestellt. Die Eigenheimförderung besteht aus einem Landesdarlehen von maximal 80.000 Euro pro Ansuchen, verzinst mit höchstens 1,50 Prozent jährlich und rückzahlbar über 30 Jahre.
Der Betrag setzt sich zusammen: 30.000 Euro Grundbetrag für eine Person, 10.000 Euro für Ehe- oder Lebenspartner, 5.000 Euro für jede weitere Person im Haushalt. Dazu kommen Zuschläge von je 10.000 Euro, die kombinierbar sind - für nachwachsende Baustoffe, für Jungfamilien, für Mehrgenerationenhäuser und für Gruppenwohnprojekte.
Die wichtigsten Hürden: Das Objekt muss in einem ausgewiesenen Siedlungsschwerpunkt liegen, die Wohnnutzfläche darf 150 Quadratmeter nicht überschreiten (170 ab sechs Haushaltsmitgliedern), und vor dem Ansuchen ist ein Energieberatungsprotokoll einer amtlich anerkannten Stelle zwingend. Es gibt keinen Rechtsanspruch - die Förderung hängt am Budget, das zuletzt zu 46 Prozent ausgeschöpft war.
Bei 3,35 Prozent Marktzins ist ein Darlehen zu 1,50 Prozent über 30 Jahre eine Ersparnis von grob 20.000 Euro über die Laufzeit. Der Antrag lohnt sich auch dann, wenn 80.000 Euro gemessen an einem Grazer Kaufpreis wenig klingen.
Steuern beim Verkauf
Auf den Gewinn aus einem Immobilienverkauf fallen in Österreich 30 Prozent Immobilienertragsteuer an - ohne Spekulationsfrist und zeitlich unbegrenzt. Wer 2010 für 200.000 Euro gekauft und 2026 für 380.000 Euro verkauft hat, zahlt auf die Differenz.
Die wichtigste Ausnahme ist die Hauptwohnsitzbefreiung. Sie greift, wenn die Wohnung ab der Anschaffung mindestens zwei Jahre durchgehend Hauptwohnsitz war, oder wenn sie innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens fünf Jahre durchgehend Hauptwohnsitz war. In beiden Fällen ist der Verkauf steuerfrei. Bei älterem Besitz gilt eine pauschale Variante: Wurde das Grundstück vor dem 31. März 2002 angeschafft, sind pauschal 4,2 Prozent des Verkaufspreises fällig.
Für Grazer Eigentümer ist vor allem die Fünf-aus-zehn-Regel relevant. Wer eine ehemals selbst bewohnte Wohnung vermietet hat und später verkaufen will, sollte die Fristen kennen, bevor der Verkauf ansteht - nachträglich lässt sich daran nichts mehr ändern.
Wie es 2026 und 2027 weitergeht
Die Prognosen für den steirischen Markt liegen eng beieinander und deuten alle nach oben: für Graz etwa 3,0 Prozent bei Bestandswohnungen, 2,9 Prozent bei Einfamilienhäusern und 4,1 Prozent bei Baugrundstücken. Über alle Segmente werden rund 3,5 Prozent erwartet, bei den Mieten etwa 3,1 Prozent. Andreas Kern, Obmann der Fachgruppe der Immobilientreuhänder, fasst die Lage so zusammen, dass die Nachfrage wieder da sei und die Landeshauptstadt für Käufer attraktiv bleibe.
Drei Faktoren sprechen für steigende Preise: die Fertigstellungszahlen, die von 6.582 auf 1.905 Wohnungen pro Jahr eingebrochen sind; die anhaltende Zuwanderung mit zuletzt 1.930 zusätzlich gemeldeten Personen in einem Jahr; und die Rückkehr der Transaktionen auf ein Niveau, das der Markt seit über zehn Jahren nicht gesehen hat.
Zwei Faktoren sprechen dagegen: der Baulandpreis im Bezirk Graz, der zuletzt um 12,9 Prozent nachgegeben hat, und ein Zinsniveau, das die Rendite von Anlegerwohnungen unter die Kreditkosten drückt. Solange beides gilt, wird der Zuwachs eher an den unteren Rand der Prognosen fallen als an den oberen.
Häufige Fragen
Was kostet eine 70-Quadratmeter-Wohnung in Graz?
Zum Stadtmedian von 4.829 Euro pro Quadratmeter rund 338.030 Euro. In Puntigam wären es 272.860 Euro, in Waltendorf 397.880 Euro. Dazu kommen je nach Vermittlung 6,5 bis 11 Prozent Nebenkosten.
Welcher Grazer Bezirk ist der günstigste?
Beim Kauf Puntigam mit 3.898 Euro pro Quadratmeter, vor Liebenau mit 4.278 Euro. Bei der Miete Gries und St. Leonhard mit jeweils 12,50 Euro brutto pro Quadratmeter.
Sind die Immobilienpreise in Graz gestiegen oder gefallen?
Gestiegen. Österreichweit legte der Häuserpreisindex im ersten Quartal 2026 um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Für Graz weist die Wirtschaftskammer bei gebrauchten Eigentumswohnungen plus 4,06 Prozent aus. Gefallen sind dagegen Baulandpreise und Geschäftsmieten.
Wie viel Eigenkapital brauche ich in Graz?
Rund 20 Prozent des Kaufpreises. Zehn Prozent verlangt die Bank als Puffer auf die Beleihung, die restlichen zehn gehen für Nebenkosten drauf, die grundsätzlich nicht mitfinanziert werden. Bei einer Wohnung um 386.320 Euro sind das 80.277 Euro.
Lohnt sich Kaufen gegenüber Mieten?
Bei 80 Quadratmetern zum Stadtmedian steht eine Rate von rund 1.532 Euro einer Bruttomiete von rund 1.040 Euro gegenüber. Der Kauf kostet monatlich knapp 500 Euro mehr, baut aber Vermögen auf - in der ersten Rate sind 562 Euro Tilgung enthalten. Ab welcher Haltedauer sich das rechnet, hängt an der Preisentwicklung und daran, dass Kaufnebenkosten von 41.645 Euro erst wieder verdient werden müssen.
Warum nennen verschiedene Portale verschiedene Preise?
Weil sie Verschiedenes messen: Angebotspreise gegen tatsächliche Kaufverträge, Median gegen Mittelwert, Brutto- gegen Nettomiete, Stadt gegen Bundesland. Für die Bewertung einer konkreten Grazer Wohnung sind Bezirksmediane und Kaufvertragsdaten die belastbarste Grundlage.
Wie sich die Bezirke abseits der Preise unterscheiden, steht im Überblick zu den 17 Grazer Bezirken, ausführlicher zu einzelnen Vierteln in den Porträts von Geidorf und Lend.