GRAZ JOURNAL

Die schönsten Parks in Graz

Vom 22 Hektar großen Stadtpark über den Augarten an der Mur bis zum Botanischen Garten und dem Schlosspark Eggenberg: Größen, Öffnungszeiten, Ausstattung und was wo erlaubt ist.

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Die schönsten Parks in Graz

Stadtpark: 22 Hektar auf dem alten Glacis

Der Stadtpark ist mit 22 Hektar die größte und älteste innerstädtische Parkanlage der Stadt. Wo heute Kastanien und Platanen stehen, war bis ins 19. Jahrhundert Sperrzone: Das Areal gehörte zum Glacis, dem unbebauten Schussfeld vor den Stadtmauern. Erst als Graz seinen Festungsstatus verlor, wurde die Fläche zivil nutzbar. Auf Initiative von Bürgermeister Moritz Ritter von Franck begann 1869 die Umgestaltung zum englischen Landschaftspark, 1872 war die Anlage fertig, der Stadtparkbrunnen kam 1873 dazu.

Laut Steckbrief der Stadt Graz steht der Park heute unter Natur- und Denkmalschutz. Zur Ausstattung zählen Trinkbrunnen, WC-Anlagen, ein Kinderspielplatz, Gastronomie und Picknickwiesen; prägend sind der Stadtparkbrunnen, die Maria-Theresia-Allee, der Ententeich und der Musikpavillon. Am nördlichen Rand sitzt das Forum Stadtpark, das seit den 1960er-Jahren die literarische und bildende Szene der Stadt prägt - mehr dazu in unserem Artikel über die Literaturszene in Graz.

Der Baumbestand ist erfasst und zählt rund 2.000 Bäume. Mit 830 Exemplaren ist die weißblühende Rosskastanie die mit Abstand häufigste Art, dazu kommen rund 150 weitere Gattungen, Arten und Sorten. Das Rückgrat der Anlage bildet die Dammallee mit ihren vier Teilabschnitten. Den Anstoß gab übrigens ein Gemeinderatsbeschluss: Bürgermeister von Franck brachte den Antrag am 8. Mai 1868 ein, angenommen wurde er sofort. Pläne, Baumkataster und das Parkpflegewerk stellt die Stadt unter Wissenswertes zum Stadtpark zum Download bereit.

Zwischen den Wegen stehen zahlreiche Denkmäler, Gedenktafeln und Plastiken; die Stadt stellt dazu eine eigene Übersicht als PDF bereit, mit der sich die Runde als Kunstspaziergang gehen lässt. Für die nächsten Jahre hat die Stadt vier Eckpunkte festgelegt: Sicherung von Tier- und Pflanzenwelt, Erhaltung als historisches Denkmal, Lebensqualität für die verschiedenen Nutzergruppen und Stärkung des Sicherheitsempfindens.

Praktisch ist die Lage: Der Park zieht sich vom Opernring bis zur Glacisstraße und ist von fast allen Straßenbahnlinien in wenigen Minuten erreichbar. Wer mittags eine halbe Stunde Ruhe sucht, findet sie eher im nördlichen Teil Richtung Leonhardstraße als auf den Wiesen beim Eisernen Tor.

Augarten: Sport, Bucht und Bad an der Mur

Der Augarten liegt im Bezirk Jakomini direkt am linken Murufer und ist der Park mit dem breitesten Sportangebot. Auf dem Areal an der Augartenallee gibt es einen großen Kinderspielplatz, eine Fußballwiese, Calisthenics-Geräte, Tischtennistische, einen Skatepark, ein eingezäuntes Beachvolleyballfeld, eine Bocciabahn, mehrere Trinkbrunnen, einen Kiosk und eine eingezäunte Hundewiese. Der Eintritt ist frei.

Die Augartenbucht am Ufer bringt Sitzstufen und Liegeflächen bis ans Wasser. Wichtig: Baden in der Mur ist nicht erlaubt. Wer schwimmen will, geht in das südlich angrenzende Augartenbad der Holding Graz, das ein 25-Meter-Sportbecken mit Fünf-Meter-Turm, Nichtschwimmer- und Planschbecken, Wildbach, Erlebnisrutsche und ein barrierefreies Spiel- und Trainingsareal hat. Preise und Öffnungszeiten aller städtischen Bäder stehen in unserem Überblick zu den Freibädern und Hallenbädern in Graz.

Am Nordrand des Parks liegt das Kindermuseum FRida & freD, und der Murradweg R2 führt direkt vorbei - die Kombination aus Radweg, Spielplatz und Bad macht den Augarten für Familien zum praktischsten Park der Stadt. Weitere Spielplätze quer über die Bezirke listet unser Artikel zu den Spielplätzen in Graz.

Volksgarten, Burggarten und die kleinen Grünflächen der Innenstadt

Der Volksgarten in Lend ist der wichtigste Park im dicht bebauten Westen. Er hat einen großen Baumbestand, Spielflächen und eine Hundewiese, ist aber seit Jahren auch ein Sicherheitsthema: Seit 15. Juli 2024 gilt im Volksgartenpark eine Schutzzone nach Paragraf 36a Sicherheitspolizeigesetz. Die Landespolizeidirektion Steiermark hat sie mehrfach verlängert, zuletzt im Sommer 2026 um weitere sechs Monate. In der Bilanz der Stadt bis Jänner 2026 stehen 817 Betretungsverbote und 1.146 Anzeigen, die Details stehen auf der Seite von Sicherheit Graz. Tagsüber ist der Park ein normaler Nachbarschaftspark mit Familien und Hundehaltern.

Kleiner, aber mitten im Zentrum: der Burggarten hinter der Grazer Burg, der von der Innenstadt aus über den Karmeliterplatz erreichbar ist, sowie das Rosarium beim Roseggergarten. Beide sind eher Durchgangs- und Pausenflächen als Ausflugsziele. Die Stadt Graz führt in ihrer Übersicht der Parkanlagen für jeden der 17 Bezirke eigene Grünflächen - im 6. Bezirk etwa neben dem Augarten auch die Hasenheide und den Ökopark Fekonja, in Lend den Metahofpark und den Nikolaus-Harnoncourt-Park.

Botanischer Garten: 7.500 Pflanzenarten auf 2,8 Hektar

Der Botanische Garten der Universität Graz in der Schubertstraße 59 ist der einzige Park der Stadt mit wissenschaftlichem Auftrag und schreibt laut eigener Darstellung seit über 200 Jahren Geschichte. Auf 2,8 Hektar Fläche, davon 1.500 Quadratmeter Gewächshaus, wachsen rund 7.500 Pflanzenarten.

Geöffnet sind Freiland und Gewächshäuser täglich, auch an Wochenenden und Feiertagen: von 15. Mai bis 15. September von 8:00 bis 16:30 Uhr, von 16. September bis 14. Mai von 8:00 bis 14:30 Uhr. Von 24. Dezember bis 6. Jänner bleibt geschlossen. Gruppenführungen, Themenführungen und Workshops laufen über das Programm des Gartens. Die drei Klimazonen in den Gewächshäusern machen den Garten zu einem der wenigen Ziele, die auch im Winter und bei Regen funktionieren - weitere Ideen dafür sammelt unser Artikel Graz bei Regen.

Schlosspark Eggenberg: Landschaftspark mit Eintritt

Der Park rund um Schloss Eggenberg gehört zum UNESCO-Welterbe und ist der einzige große Park in Graz, für den Eintritt verlangt wird. Der Landschaftspark stammt in seiner heutigen Form aus der Zeit der Romantik und zählt laut Universalmuseum Joanneum zu den wertvollsten Gartendenkmalen des Landes. Geöffnet ist täglich von 8:00 bis 19:00 Uhr.

Das Park-Ticket kostet für Erwachsene 3 Euro, eine Familie mit maximal zwei Kindern unter 14 zahlt 6 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren 50 Cent, Kinder unter 6 Jahren gehen frei hinein. Senioren, Menschen mit Behinderungen und Gruppen ab 12 Personen zahlen 2,50 Euro, Studierende, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener von 19 bis 25 Jahren 1,50 Euro. Wer öfter kommt, nimmt die Park-Jahreskarte um 20 Euro. Alle Preise stehen auf der Ticketseite des Joanneums. Die Prunkräume im Schloss sind nur mit Führung zugänglich und kosten extra.

Hilmteich, Leechwald und Rosenhain: die grünen Hänge im Nordosten

Wo die Stadt Richtung Osten ansteigt, gehen Parks in Wald über. Der Hilmteich ist der klassische Startpunkt: Straßenbahnendstation, Gastronomie am Wasser, Kastanienallee. Von dort führen Wege direkt in den Leechwald, durch den auch der letzte, eingleisige Abschnitt der Straßenbahnlinie 1 nach Mariatrost verläuft.

Rund um den Teich reihen sich Gastronomie, Kastanien und Sitzbänke, im Winter friert die Fläche regelmäßig zu. Die Endstelle der Straßenbahn liegt direkt daneben, was den Hilmteich zum einfachsten Startpunkt für alle macht, die ohne Auto in den Wald wollen. Von dort sind es wenige Minuten bis zum Botanischen Garten und keine Viertelstunde bis zum Stadtpark.

Südöstlich davon liegt der Rosenhain, ein sonniger Hang mit Wiesen, die in Buchenwald übergehen. Die Wege sind kurz genug für eine Runde nach Feierabend und steil genug, dass man sie merkt. Für Läuferinnen und Läufer ist die Kombination aus Hilmteich, Leechwald und Rosenhain die naheliegendste Steigungsstrecke der Stadt; konkrete Runden mit Längen und Höhenmetern stehen in unserem Artikel zu den Laufstrecken in Graz.

Die Parkanlagen der Bezirke

Neben den bekannten Anlagen führt die Stadt für jeden Bezirk eigene Grünflächen. Der Überblick zeigt, wie unterschiedlich die Versorgung ausfällt: In der Inneren Stadt liegen mit Stadtpark, Burggarten, Schloßberg, Rosarium und den Plätzen Am Eisernen Tor, Ella-Flesch-Platz, Gorbachplatz und Radetzkyspitz acht Anlagen auf engem Raum, in St. Peter sind es mit den Eustacchio-Gründen und dem Emil-Breisach-Park nur zwei.

  • Leonhard: Felix-Dahn-Platz, Lessingpark, Johannes-Zwerger-Platz, Meranpark, Schillerplatz, Tegetthoffplatz, Barbara-Frischmuth-Park
  • Geidorf: Botanischer Garten, Hasnerplatz, Hilmteich, Rosenhain, Stadtpark
  • Lend: Volksgarten, Metahofpark, Friedenspark, Fröbelpark, Anna-Cadia-Park, Nikolaus-Harnoncourt-Park, Wasserturmpark, Lore-Krainer-Park, Gertie-Pakesch-Kaan-Park, Europaplatz
  • Gries: Rösselmühlpark, Oeverseepark, Dornschneiderwiese, Dr.-Schlossar-Park, Josef-Huber-Park, Nikolaiplatz, St. Andräplatz, St.-Johannes-Park
  • Jakomini: Augarten, Hasenheide, Ökopark Fekonja, Josef-Pongratz-Platz, Ortweinplatz, Parkanlage Sandgasse, Tupayschlössl
  • Liebenau: Auwiesen, Liebenauer Park, Kraftwerkspark, Engelsdorferpark, Hedwig-Ehmann-Park, Maria-Cäsar-Park, Südgürtel
  • Mariatrost: Rettenbachklamm, Mariatroster Teich, Eugenie-Schmiedl-Hain, Gottscheer Straße
  • Andritz: Andritzer Obst- und Naschgarten, Rielteiche, Dagmar-Grage-Park
  • Eggenberg: Schloss Eggenberg, Reininghauspark, Gemeindepark Eggenberg, Annaplatz, Hofbauerplatz, Helene-Serfecz-Park
  • Waltendorf, Gösting, Wetzelsdorf, Straßgang: Schloss Lustbühel, Kalvarienberg, Schererpark, Martha-Stadler-Park, Josef-Krainer-Park, Bründelteiche

Für längere Runden im Grünen lohnen vor allem drei davon: die Rettenbachklamm in Mariatrost als Schlucht mit Steigen und Brücken, der Kalvarienberg in Gösting mit Aussicht über den Norden und der Park bei Schloss Lustbühel im Osten, wo an die Wiesen gleich die Landwirtschaft anschließt. Alle drei liegen am Rand des Stadtgebiets und lassen sich zu Halbtagesrunden verbinden.

Was in Grazer Parks erlaubt ist

Grillen ist in den städtischen Parkanlagen grundsätzlich verboten. Offizielle Grillplätze gibt es nur zwei, dazu kommen Regeln für Balkon und Garten - die Details stehen in unserem Artikel zum Grillen in Graz. Picknicken ist dagegen erlaubt, im Stadtpark sind eigene Picknickwiesen ausgewiesen.

Hunde dürfen in den meisten Parks an der Leine geführt werden, freilaufen nur auf den ausgewiesenen Hundewiesen. Solche Flächen gibt es unter anderem im Augarten, im Volksgarten und am Rosenhain; die Stadt führt sie samt Karte in ihrer Übersicht der Hundewiesen. Trinkbrunnen stehen unter anderem im Stadtpark und im Augarten, im Winter sind sie abgedreht.

Die städtischen Parks sind nicht umzäunt und rund um die Uhr zugänglich; Ausnahmen sind der Botanische Garten und der Schlosspark Eggenberg mit ihren fixen Zeiten. Wer die Runde mit Kaffee, Eis oder einer Jause verbinden will, findet die passenden Adressen in unseren Übersichten zu den Eissalons und den Gastgärten in Graz.

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