Sonnenuntergang in Graz: Die schönsten Aussichtspunkte
Wo der Sonnenuntergang in Graz am schönsten ist: vom zentralen Schloßberg über den Rosenhain bis zu den Aussichtstürmen auf Plabutsch und Buchkogel - mit Anfahrt, Aussicht und den besten Uhrzeiten im Sommer.
Wann geht in Graz die Sonne unter?
Im Hochsommer hat man Zeit: Ende Juni und im Juli verschwindet die Sonne in Graz erst gegen 21 Uhr hinter den westlichen Hügeln, im Laufe des August wandert der Zeitpunkt nach vorne, bis es Ende August schon gegen 19:45 Uhr so weit ist. Die schönste halbe Stunde liegt ohnehin davor und danach - die goldene Stunde mit dem warmen Streiflicht und die blaue Stunde mit dem Farbverlauf am Himmel. Wer den besten Platz will, ist 30 bis 45 Minuten vorher oben. Sechs Orte lohnen sich besonders, vom Treppensprung mitten in der Stadt bis zum Aussichtsturm über den Dächern.
Mitten in der Stadt: Schloßberg und Rosenhain
Schloßberg
Der naheliegendste Platz ist der beste für den schnellen Feierabend-Sonnenuntergang. Vom Schloßberg blickt man über die roten Dächer der Altstadt nach Westen, genau dorthin, wo die Sonne hinter dem Plabutsch versinkt. Hinauf kommt man in wenigen Minuten mit der Schloßbergbahn, mit dem gläsernen Schloßberglift im Inneren des Bergs oder zu Fuß über die Schloßbergstiege mit ihren 260 Stufen - letzteres macht den Aperitif oben umso verdienter. Rund um den Uhrturm und beim Glockenturm gibt es genug Plätze, und mehrere Lokale haben bis in den Abend geöffnet. Wer den Sonnenuntergang lieber mit einem Drink in der Hand erlebt, findet die passenden Adressen in unserem Überblick zu den Rooftop-Bars in Graz.
Rosenhain
Etwas ruhiger und kaum bekannt bei Auswärtigen ist der Rosenhain im Bezirk Geidorf, nur einen kurzen Spaziergang von der Karl-Franzens-Universität entfernt. Vom Café Rosenhain reicht der Blick weit über die Stadt, der Uhrturm auf dem Schloßberg liegt einem dabei genau gegenüber. Der Aufstieg ist sanft und auch ohne Bergerfahrung gut zu schaffen - ein guter Platz für alle, die die Aussicht ohne lange Wanderung wollen.
Hoch hinaus: Plabutsch und Buchkogel
Fürstenstand am Plabutsch
Der Plabutsch ist mit 754 Metern der Hausberg im Westen der Stadt, und sein Fürstenstand bietet den vielleicht weitesten Blick auf Graz - an klaren Abenden bis zu den Bergen der Obersteiermark. Der Aussichtspunkt wurde schon 1839 zu Ehren von Erzherzog Johann angelegt, ein Gasthaus sorgt oben für Einkehr. Der klassische Aufstieg startet in Gösting, das mit den Buslinien 40 und 85 bis zur Endstation erreichbar ist; über den anfangs asphaltierten Fürstenstandweg ist man in rund einer Stunde oben, eine schönere Alternative ist der Karolinenweg. Auf dem Höhenrücken steht außerdem die schneckenförmige Kernstockwarte. Weil man hier oben den freien Westhorizont hat, sieht man die Sonne tatsächlich untergehen - nicht nur die Stadt im Abendlicht.
Kronprinz-Rudolf-Warte am Buchkogel
Südlich an den Plabutsch schließt der Buchkogel (658 Meter) an, gekrönt von der Kronprinz-Rudolf-Warte. Der elf Meter hohe Aussichtsturm aus dem Jahr 1879 hat eine große Plattform, von der aus sich die Stadt und das Hügelland ringsum überblicken lassen. Die beiden Berge lassen sich gut zu einer Runde verbinden, wer nur den Buchkogel will, plant trotzdem etwas Kondition und Gehzeit ein. Für den Rückweg in der Dämmerung gehört eine Stirnlampe ins Gepäck.
Die ruhigen Alternativen: Reinerkogel und Lustbühel
Reinerkogel
Der knapp 500 Meter hohe Reinerkogel im Norden, an der Grenze von Andritz und Geidorf, ist die richtige Wahl für alle, die es kurz und steil mögen. Hinauf führt die Jakobsleiter, eine alte Stein- und Betonstiege mit fast 300 Stufen an der Westflanke des Bergs. Den historischen Aussichtsturm gibt es zwar nicht mehr - er wurde 1957 abgetragen -, der Blick über die Stadt von den Wiesen am Hang ist aber geblieben. Erreichbar ist der Fuß des Bergs mit der Straßenbahnlinie 3 oder 5 bis zur Station Robert-Stolz-Gasse, von dort folgt man dem Weg zum Reinerkogel.
Lustbühel
Im Osten der Stadt liegt der Lustbühel mit dem Schloss Lustbühel und dem Observatorium der Universität. Der sanfte Hügel ist mit der Buslinie 60 bequem erreichbar, einfach bei der gleichnamigen Station aussteigen. Von hier blickt man über die Stadt nach Westen, also wieder in Richtung des Sonnenuntergangs, und hat dazu viel Wiese zum Sitzen. Ein unkomplizierter Platz für einen Abend mit Picknickdecke, fernab vom Trubel der Innenstadt.
Ein letzter Rat für alle sechs Plätze: Auch nach heißen Tagen kühlt es nach Sonnenuntergang spürbar ab, eine leichte Jacke gehört ins Gepäck. Wer die Aussicht mit einem Ausflug verbinden will, findet weitere Ziele in unserem Überblick zu Ausflugszielen rund um Graz im Sommer.