Dieselpreise 2026: Grazer Transportbranche fordert Entlastung
Der Dieselpreis in Österreich hat am 17. September 2026 mit 2,268 Euro je Liter den höchsten Stand seit März 2026 erreicht. Die Wirtschaftskammer Österreich fordert dringend einen Gewerbediesel – auch Grazer Transportunternehmen spüren den Druck massiv.
Der Dieselpreis in Österreich ist am 17. September 2026 auf 2,268 Euro je Liter gestiegen – der höchste Wert seit März 2026. Laut E-Control hat sich der Preis damit seit Jahresbeginn massiv verteuert: Noch im Jänner 2026 lag der Tiefstwert bei 1,477 Euro je Liter, seither kletterte der Preis um mehr als 41 Prozent. Für die österreichische Transport- und Busbranche bedeutet das laut der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) Mehrkosten von rund 130 Millionen Euro pro Monat.
WKÖ verlangt Gewerbediesel als Sofortmaßnahme
Alexander Klacska, WKÖ-Bundesspartenobmann für Transport und Verkehr, warnt eindringlich: „Das bedeutet für unsere Transport- und Busunternehmen Mehrkosten von rund 130 Millionen Euro im Monat – das ist ein Betrag, den die Unternehmen nicht lange stemmen werden können." Die Wirtschaftskammer fordert daher die Einführung eines Gewerbediesels, konkret durch die Aussetzung des CO₂-Preises auf gewerblich genutzten Diesel. Aktuell entfallen 16,5 Cent je Liter auf die CO₂-Bepreisung inklusive Umsatzsteuer.
Als zentrales Instrument schlägt Klacska eine pauschale Rückvergütung von 205 Euro pro 1.000 Liter gewerblich getanktem Diesel vor. Der Fachverband begründet die Dringlichkeit auch damit, dass die Verhandlungen zur Verlängerung der Spritpreisbremse am 30. April 2026 gescheitert sind. Klacska betont: „Ohne eine Senkung der Mineralölsteuer sind die starken Preissteigerungen für die Transportwirtschaft nicht länger zu stemmen."
Branche bereits vor dem Preisanstieg unter Druck
Die aktuelle Preissituation trifft eine Branche, die schon zuvor mit steigenden Mautkosten und der CO₂-Abgabe belastet war. Im Jahr 2025 sank das Transportaufkommen österreichischer Straßengüterverkehrsunternehmen bereits um rund 2 Prozent auf 359 Millionen Tonnen, die Transportleistung ging um 0,6 Prozent auf 25,9 Milliarden Tonnenkilometer zurück. Eine versprochene Kompensation der CO₂-Abgabe für den Sektor blieb aus. Hintergrund des erneuten Preisanstiegs sind internationale geopolitische Konflikte, die die Rohstoffmärkte belasten.
Die Bundesregierung hatte im März 2026 mit der Spritpreisbremse eine Entlastung von rund 10 Cent je Liter angekündigt. Bundeskanzler Stocker bezeichnete dies als „spürbare Entlastung für Haushalte, aber auch für Unternehmen". Für die Transportwirtschaft reicht diese Maßnahme laut WKÖ-Fachverband jedoch bei weitem nicht aus.
Besondere Betroffenheit in Graz und der Steiermark
Graz als Wirtschaftszentrum Südösterreichs und Knotenpunkt für den Güterverkehr in Richtung Ungarn, Italien und Slowenien ist von den steigenden Dieselpreisen besonders stark betroffen. Der Güterverkehr sichert in der Steiermark nicht nur die Versorgung der Bevölkerung mit Waren des täglichen Bedarfs, sondern bildet auch das Rückgrat für Import und Export der steirischen Industrie. Die Steiermark zählt zwar zu jenen Bundesländern, in denen Diesel vergleichsweise günstiger getankt werden kann - angesichts des allgemeinen Preisniveaus bleibt die Belastung für Transportunternehmen jedoch erheblich.
Die WKÖ appelliert an die Politik, den Gewerbediesel rasch umzusetzen, um eine Stabilisierung der heimischen Versorgungsketten zu gewährleisten. Andernfalls drohten die Mehrkosten letztlich auf die Endverbraucherinnen und Endverbraucher überwälzt zu werden.