Freibadsaison 2026: Graz vor neuem Besucherrekord
Die sechs städtischen Freibäder in Graz könnten in der Saison 2026 den Besucherrekord aus dem Jahr 2024 brechen. Hitzewellen, ein starkes Pfingstwochenende und gebündelte Öffnungszeiten treiben die Zahlen in die Höhe - während gestiegene Eintrittspreise und Personalengpässe die Betreiber herausfordern.
Die Grazer Freibadsaison 2026 könnte in die Geschichte eingehen: Trotz eines verregneten Saisonstarts in der ersten Junihälfte deutet vieles darauf hin, dass die Besucherzahlen des bisherigen Rekordjahres 2024 übertroffen werden. Die Hitzewellen der zweiten Junihälfte und ein starkes Pfingstwochenende haben die Nachfrage in den sechs städtischen Freibädern der Holding Graz Freizeit deutlich angekurbelt.
Starker Saisonstart trotz wechselhaftem Wetter
Oliver Wieser, der neue Geschäftsführer der Holding Graz Freizeit, zeigte sich bereits zum Saisonauftakt optimistisch. Er löste nach zwei Jahrzehnten seinen Vorgänger ab und verantwortet damit erstmals eine vollständige Badesaison. „Das hat einerseits natürlich mit den durchaus nicht schlechten Wetterbedingungen zu tun. Es hat eigentlich dann in der zweiten Mai-Hälfte schon ein sehr gutes Pfingstwochenende gegeben. Die Hitzewelle dann in der zweiten Juni-Hälfte war sicher auch dem Besuch zuträglich", so Wieser.
Die Auster eröffnete bereits am 1. Mai, die übrigen Bäder - Bad Straßgang, Margaretenbad, Augartenbad und Stukitzbad - folgten am 14. Mai (Christi Himmelfahrt). Neu in dieser Saison: Die Bäder öffneten nicht mehr schrittweise, sondern gebündelt. Im Straßgangerbad wird zudem erstmals ein Kassenautomat erprobt. Die Grazer Freizeitbetriebe verzeichnen insgesamt jährlich rund 1,6 Millionen Gäste.
Höhere Preise, weniger Personal
Die positive Stimmung wird jedoch von zwei Herausforderungen gedämpft. Laut einem aktuellen Kosten-Check der AK Steiermark, für den die Preise in 45 Freibädern und 15 Badeseen erhoben wurden, sind die Eintrittspreise um 4,5 Prozent gestiegen. Eine Tageskarte in den städtischen Grazer Freibädern kostet 8,70 Euro, im Auster Freibad 8,90 Euro. Die Saisonkarte für alle Bäder einschließlich Auster Sportbad schlägt für Erwachsene mit 199,90 Euro zu Buche, ermäßigt mit 140,80 Euro und für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren mit 118,00 Euro.
Für Familien ist der Preisvergleich in der Steiermark markant: Eine Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet im Freibad Schwanberg rund 10 Euro, in den Grazer Freibädern hingegen bis zu 24 Euro. Die KPÖ übte Kritik an den Tariferhöhungen und bezeichnete sie als sozial unausgewogen, da sie über der Inflationsrate liegen und vor allem Familien mit regelmäßiger Hallenbadnutzung belasten.
Personalengpässe gefährden Öffnungszeiten
Ein weiteres strukturelles Problem betrifft die Personalgewinnung. Die Grazer Freibäder suchen dringend Bademeister, Kassiererpersonal und gastronomische Mitarbeiter. Ohne ausreichende Besetzung lassen sich einzelne Becken oder Abendöffnungszeiten nicht aufrechterhalten - ein Umstand, der den Rekordandrang zusätzlich erschwert.
Auch in anderen Teilen der Steiermark zeigt sich das Bild eines ausgelasteten Sommers: In Leibnitz und Voitsberg verzeichnen die städtischen Bäder ein Besucherplus. Für Graz bleibt die Saison 2026 damit ein Spannungsfeld zwischen Rekordzulauf, steigenden Preisen und dem Kampf um qualifiziertes Personal - eine Gemengelage, die sowohl die Holding Graz als auch die Stadtpolitik vor Aufgaben stellt.
Weitere Informationen zur Freibadsaison und zu den Öffnungszeiten der städtischen Bäder bietet die Holding Graz Freizeit auf ihrer Website.