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Hitzeschutz-Gipfel: Steiermark plant Maßnahmen 2026

Die Steiermärkische Landesregierung beriet am 20. August 2026 über ein umfassendes Hitzeschutzpaket: Geplant sind Kühlinseln in Gemeinden, ein eigener Hitzeschutzplan für Kinderbetreuungseinrichtungen und vereinfachte Klimaanlagen-Bewilligungen.

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Am Donnerstag, 20. August 2026, kam die Steiermärkische Landesregierung zu einem Hitzeschutz-Gipfel zusammen. Ziel war es, angesichts der anhaltenden Hitzewelle ein koordiniertes Maßnahmenpaket zu schnüren. Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) gab die Richtung vor: „Die Steiermark soll auch bei extremen Temperaturen sicher, gut versorgt und handlungsfähig bleiben."

Konkrete Maßnahmen im Überblick

Das geplante Paket umfasst mehrere Schwerpunkte. Ein eigener Hitzeschutzplan für Kinderbetreuungseinrichtungen soll künftig den Schutz der Jüngsten bei extremer Hitze regeln. Darüber hinaus will das Land sogenannte Kühlinseln in steirischen Gemeinden einrichten - Schulen, Gemeindeämter, Kindergärten oder Veranstaltungszentren könnten als klimatisierte Anlaufstellen dienen. Außerdem sind vereinfachte Bewilligungsverfahren für Klimaanlagen vorgesehen, um die Installation zu erleichtern.

Landeshauptmann Kunasek und LH-Stellvertreterin Manuela Khom hatten zuvor alle Regierungsmitglieder aufgefordert, in ihren Ressorts eine umfassende Bestandsaufnahme durchzuführen. Die Ergebnisse fließen nun in ein gemeinsames Maßnahmenpaket ein.

Alarmierende Waldbrandzahlen

Den dringlichen Handlungsbedarf unterstreicht eine erschreckende Zahl: Bis zum 10. August 2026 registrierte die Steiermark bereits 98 Vegetationsbrände - mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2025, als 47 Brände verzeichnet wurden. Die anhaltende Trockenheit und Hitze belasten Bevölkerung, Betriebe sowie die Land- und Forstwirtschaft gleichermaßen.

Rechtlicher Rahmen und nationale Einbindung

Seit 1. Jänner 2026 gilt österreichweit die neue Hitzeschutzverordnung für Arbeitnehmer im Freien. Arbeitgeber sind ab Hitzewarnstufe 2 verpflichtet, konkrete Schutzmaßnahmen umzusetzen. Der steirische Hitzeschutzplan ist zudem in den Nationalen Hitzeschutzplan Österreich 2026 integriert. Der Steirische ÖAAB betont dazu: „Hitzeschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe."

Nachdem das Land die Warnstufe des Steirischen Hitzeschutzplanes aktiviert hatte, trat automatisch auch der Hitzeaktionsplan der Stadt Graz in Kraft. Dieser bündelt Cool Spaces, Trinkwasserstellen und Warnkommunikation für die Grazer Bevölkerung.

Lokaler Kontext: Graz unter Druck

In Graz wurden 2024 an manchen Messpunkten bis zu 49 Hitzetage über 30 Grad Celsius gezählt, die Zahl der Tropennächte hat sich vervielfacht. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Kinder und obdachlose Personen. Der durchschnittliche Tagesverbrauch an Wasser liegt in Graz bei rund 130 Litern pro Person - an Hitzetagen steigt er um bis zu 25 Prozent.

Gewerkschaft fordert Schutz am Bau

Parallel zum Gipfel meldete sich die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) zu Wort. Bundesvorsitzender Josef Muchitsch fordert das Land auf, „bei Bauaufträgen in seinem Einflussbereich auf Pönalen bei hitzebedingten Arbeitsunterbrechungen zu verzichten und einen Arbeitsbeginn ab 5 Uhr bei großer Hitze in der gesamten Steiermark zu ermöglichen." Die GBH sieht die neue bundesweite Hitzeschutzverordnung als wichtigen Schritt, verlangt jedoch rasche und verbindliche Umsetzung auf Landesebene.

Die konkreten Beschlüsse des Hitzeschutz-Gipfels sollen in den kommenden Wochen in einen ressortübergreifenden Aktionsplan einfließen, der rechtzeitig vor dem nächsten Sommer wirksam sein soll.