GRAZ JOURNAL
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Digitale Patientenaufklärung: Graz-Spitäler rüsten auf

Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) treibt die Digitalisierung in ihren 13 Spitälern konsequent voran: Von der flächendeckenden elektronischen Fieberkurve bis zum neu geförderten Projekt "CoPilot Gesundheit" für digitale Operationsaufklärung werden Zehntausende steirische Patientinnen und Patienten pro Jahr direkt erreicht.

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Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) setzt ihren umfassenden Digitalisierungskurs fort und positioniert sich dabei zunehmend als Vorreiterin unter den österreichischen Krankenanstaltenträgern. Im Mittelpunkt stehen die Umstellung auf papierfreie Prozesse, neue digitale Kommunikationswege und ein frisch gefördertes Projekt zur Patienteninformation vor Operationen.

Elektronische Fieberkurve: Projektabschluss im Februar 2026

Ein zentraler Meilenstein wurde bereits erreicht: Die elektronische Fieberkurve (eFK) ist seit Februar 2026 offiziell in allen KAGes-Spitälern im Einsatz. Der letzte Patient mit papierbasierter Fieberkurve hatte das LKH Graz II bereits im November 2025 verlassen. Damit ist ein jahrelanger Umstellungsprozess abgeschlossen, der die Dokumentation für Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal grundlegend verändert.

Parallel dazu ging die KAGes mit Ende Jänner 2026 als erster österreichischer Krankenanstaltenträger in all ihren Häusern mit dem selbst entwickelten „Kommunikationscockpit" produktiv. Dieses System ermöglicht den digitalen Datenaustausch mit Sozialversicherungen und löst einen Großteil des bisherigen Faxverkehrs ab: Über 91 Prozent des früheren Faxvolumens wurden bereits auf digitale Kanäle umgestellt.

ELGA-Ausbau und Patientenzugang zu Befunden

Auch beim Zugang zu medizinischen Unterlagen macht die KAGes Fortschritte. Seit Herbst 2024 können Patientinnen und Patienten über ELGA Einsicht in Ambulanz- und Tagesklinik-Befunde nehmen - ein Service, das außer den Tirol Kliniken kein anderer österreichischer Krankenanstaltenträger derzeit anbietet. Radiologische Bildaufnahmen, die seit Jahresbeginn 2025 in KAGes-Spitälern erzeugt werden, sind für Ärztinnen und Ärzte bereits via ELGA abrufbar; ab 2026 soll dieses Service auch für Patientinnen und Patienten über das neue ELGA-Bürgerportal zugänglich sein.

CoPilot Gesundheit: Digitale Aufklärung vor Operationen

Der direkteste Schritt in Richtung digitale Voraufklärung ist das Projekt „CoPilot Gesundheit". Bei der Sitzung der Gesundheitsplattform Steiermark am 17. Juni 2026 wurde beschlossen, die Webapp - die Patientinnen und Patienten gezielt im Vorfeld einer Operation mit Informationen versorgt - mit einer weiteren Förderung zu unterstützen. Ergänzt wird das Portfolio durch die OnkoMobil-App, die sich derzeit in Entwicklung befindet; für Sommer 2026 ist der Einschluss der ersten Patientinnen geplant.

Studien aus dem DACH-Raum belegen das Potenzial solcher Werkzeuge: Digitale Aufklärungstools reduzierten die Aufklärungsdauer um rund 40 Prozent und die Personalkosten um rund 20 Prozent. 83 Prozent der damit erfahrenen Patientinnen und Patienten bevorzugten das digitale Verfahren gegenüber dem klassischen papiergebundenen Prozess. Fachleute betonen dabei, dass digitale Aufklärung das gesetzlich verpflichtende mündliche Arztgespräch nicht ersetzt, sondern strukturiert vorbereitet.

13 Spitäler, Zehntausende Patientinnen und Patienten

Die KAGes betreibt 13 Spitäler in der Steiermark, darunter das LKH-Univ. Klinikum Graz als größtes Haus. Die laufenden Digitalisierungsschritte betreffen damit direkt Zehntausende steirische Patientinnen und Patienten pro Jahr. Der Digitalisierungsschub reagiert auf steigende Dokumentationsanforderungen, wachsenden Spezialisierungsdruck und ein verändertes Informationsverhalten der Bevölkerung - und zeigt, dass papierfreie Spitäler in der Steiermark keine Vision mehr sind, sondern schrittweise Realität werden.