GRAZ JOURNAL
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Hitzewelle 2026: Steirische Landwirtschaft in Not

Die dritte Hitzewelle des Sommers 2026 trifft die steirische Landwirtschaft mit voller Wucht: Historische Trockenheit, massive Ernteverluste und Hagelschäden von über vier Millionen Euro setzen Bäuerinnen und Bauern unter extremen Druck.

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Die dritte Hitzewelle des Sommers 2026 verschärft die Lage für die steirische Landwirtschaft dramatisch. Während die Steiermark in den 1980er Jahren im Schnitt auf fünf Tage mit über 30 Grad pro Sommer kam, hat das heurige Jahr bereits 30 solcher Tage gebracht. Dazu gesellt sich eine Trockenheit, die laut GeoSphere Austria historische Ausmaße erreicht: Die ersten sieben Monate des Jahres 2026 waren so niederschlagsarm wie noch nie seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Für die Steiermark wurden bis zu 75 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel gemessen.

Ernteausfälle und irreversible Schäden

Die Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) prognostiziert für die heurige Getreideernte österreichweit nur noch 2,7 Millionen Tonnen - das entspricht einem Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger warnt unmissverständlich: „Es wird Ausfälle geben, vor allem bei Wintergetreide, Mais, Soja, aber auch im Grünland." Die Landwirtschaftskammer Steiermark hatte bereits früh vor möglichen Ernte-Totalausfällen bei Getreide gewarnt.

Besonders gravierend ist die Lage beim Grünland, das als Futtergrundlage für Nutztiere dient. Josef Kurz, Landesleiter der Österreichischen Hagelversicherung in der Steiermark, schildert die Situation eindringlich: „Wir wissen, das Grünland ist die Futtergrundlage für unsere landwirtschaftlichen Nutztiere. Und die fehlt natürlich in dieser Situation ganz dramatisch." Kurz warnt zudem vor irreversiblen Schäden im Ackerbau. Auch die für die Steiermark typischen Käferbohnen sind von der anhaltenden Hitze stark in Mitleidenschaft gezogen.

Hagelunwetter verschärfen die Lage

Als hätte die Dürre allein nicht gereicht, folgten Anfang Juli 2026 nach der Hitzewelle schwere Unwetter mit massiven Hagelschäden. Der bundesweite Gesamtschaden durch Hagelunwetter überstieg 4 Millionen Euro. Die Österreichische Hagelversicherung dokumentierte die Schäden und verwies auf die wachsende Bedeutung von Versicherungslösungen als Absicherung gegen solche Extremwetterereignisse.

Bewässerung als Zukunftsfrage

Die Trockenheit stellt die steirische Landwirtschaft vor eine strukturelle Herausforderung: Bewässerung wird zur drängenden Notwendigkeit, ist aber rechtlich schwer umsetzbar. Arno Mayer von der Landwirtschaftskammer Steiermark erklärt das Dilemma: „Wir haben ja die Situation gehabt, dass wir bis vor kurzem eigentlich durch das Klima gesegnet waren - mit Regen zum richtigen Zeitpunkt." Größere Wasserentnahmen aus Grund- oder Oberflächenwasser erfordern eine behördliche Genehmigung, die laut Mayer „äußerst schwierig" zu erhalten ist - besonders für kleinere Gewässer entlang der Mur.

Wirtschaftliche Folgen auch in Graz

Die Auswirkungen der Hitzewelle beschränken sich nicht auf die Felder. Klimaökonom Gabriel Bachner von der Universität Graz rechnet durch die extreme Hitze mit wirtschaftlichen Schäden in Millionenhöhe - auch die Bauwirtschaft sei massiv betroffen, weil bestimmte Außenarbeiten nicht mehr durchgeführt werden könnten. Das Land Steiermark aktivierte die Warnstufe des Steirischen Hitzeschutzplanes, woraufhin auch der Hitzeaktionsplan der Stadt Graz in Kraft trat. Trotz der massiven Ernteausfälle bleiben die Erzeugerpreise für Weizen und Kartoffeln weiterhin niedrig, da das Vorjahr eine gute Ernte gebracht hatte - eine zusätzliche wirtschaftliche Belastung für die betroffenen Bäuerinnen und Bauern.