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Kassegger: FPÖ-Graz-Chef tritt aus Politik zurück

MMMag. Dr. Axel Kassegger legt mit sofortiger Wirkung sein Nationalratsmandat, den Vorsitz der FPÖ Graz sowie die Präsidentschaft des Freiheitlichen Bildungsinstituts nieder. Als Grund nennt der 60-Jährige seine Gesundheit - wenige Tage zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Graz die Aufhebung seiner Immunität beantragt.

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MMMag. Dr. Axel Kassegger hat am 3. September 2026 seinen vollständigen Rückzug aus der Politik verkündet. Der 60-Jährige legt mit sofortiger Wirkung sein Nationalratsmandat, die Funktion als Obmann der FPÖ Graz sowie die Präsidentschaft des Freiheitlichen Bildungsinstituts nieder. Als Begründung nennt Kassegger ausschließlich gesundheitliche Gründe.

Operation steht bevor

In einer Parteiaussendung via APA-OTS erklärte Kassegger: „Ich stehe unmittelbar vor einer bedeutenden Operation, die bereits nächste Woche stattfinden wird. Ich habe mich in diesem Zusammenhang dazu entschieden, künftig meine volle Aufmerksamkeit und Kraft meiner Genesung zu widmen." Er sprach zudem seinen Dank an seine Familie aus, die ihn auf diesem Weg begleiten werde.

Kassegger gehörte dem Nationalrat seit 2013 an und übernahm 2023 den Vorsitz der Grazer FPÖ-Stadtpartei. Er wurde damals mit einer Zustimmung von 95 Prozent zum Obmann gewählt - als Reaktion auf den schweren Finanzskandal, der die Partei erschüttert hatte.

Staatsanwaltschaft ermittelt in zwei Verfahren

Der Rücktritt erfolgt zu einem politisch brisanten Zeitpunkt. Nur wenige Tage zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Graz die Aufhebung von Kasseggers parlamentarischer Immunität beantragt. Die Behörde verdächtigt ihn, eine unrichtige öffentliche Urkunde herbeigeführt zu haben: Laut Staatsanwältin Patricia Weber soll er gegenüber dem Meldeamt einen Wohnsitz in Graz-Liebenau angegeben haben, um bei der Gemeinderatswahl in Graz passiv wahlberechtigt zu sein - obwohl er offenbar außerhalb des Stadtgebiets wohnte.

In einem zweiten Verfahren ermittelt die Staatsanwaltschaft Graz nach dem NS-Verbotsgesetz. In der Einfahrt seines Wohnhauses soll eine sogenannte Othala-Rune angebracht sein, die als verbotenes nationalsozialistisches Symbol gilt. Kassegger äußerte sich zu den Ermittlungen in seiner Rücktrittsmitteilung nicht.

Erneutes Führungsvakuum bei der FPÖ Graz

Für die FPÖ Graz bedeutet der Abgang eine weitere Belastungsprobe. Kassegger war nach dem Finanzskandal 2023 angetreten, die Stadtpartei zu stabilisieren, musste jedoch zuletzt auch internen Gegenwind hinnehmen - unter anderem wegen eines hinter den Erwartungen gebliebenen Wahlergebnisses. Bereits 2023 hatte ihn die Kontroverse um eine geplante Afghanistan-Reise geschwächt. Nun steht die Grazer FPÖ erneut ohne Obmann da, während die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Graz die Partei weiter belasten. Wer die Nachfolge sowohl im Nationalrat als auch an der Spitze der Stadtpartei übernimmt, war zunächst offen.