KI-WAZU: Joanneum Research forscht für sichere Wasserversorgung
Das Grazer Institut DIGITAL der Joanneum Research entwickelt im Projekt KI-WAZU ein KI-gestütztes Monitoring-System, das Wasserversorgungsanlagen rund um die Uhr überwacht und Störungen erkennt, bevor sie zu Ausfällen führen. Das Projekt wird von drei Bundesländern und dem Bund gefördert und wurde 2024 mit dem Wasserland-Preis der Steiermark ausgezeichnet.
Das Grazer Institut DIGITAL der Joanneum Research setzt im Forschungsprojekt KI-WAZU auf künstliche Intelligenz sowie akustisches und visuelles Monitoring, um die regionale und überregionale Trinkwasserversorgung effizienter und widerstandsfähiger zu gestalten. Koordiniert wird das Projekt von Stefan Grebien aus der Forschungsgruppe Intelligente Akustische Lösungen.
Klimawandel als Treiber
Steigende Temperaturen, häufigere Trockenperioden und Starkregenereignisse verändern das Verbraucherverhalten und setzen bestehende Wasserressourcen unter Druck. Sinkende Grundwasserstände erschweren die Trinkwassergewinnung sowohl in urbanen als auch in ländlichen Gebieten erheblich - die Erschließung neuer Quellen ist mit hohem Aufwand und gestiegenen Kosten verbunden. Vor diesem Hintergrund haben die Forscherinnen und Forscher des Instituts DIGITAL neue Prognosemodelle für die künftige Wasserverfügbarkeit entwickelt.
Hans Kupfersberger von der Abteilung JR-Aqua-ConSol erklärt das Prinzip: „Basierend auf Grundwasserstand-Messdaten in Beobachtungsbrunnen, Wetterprognosen und Wasserverbrauchsprognosen können wir die künftige Wasserverfügbarkeit berechnen." Ziel ist eine daten- und modellbasierte Steuerung der Ressourcennutzung, der Trinkwasserverteilung und deren nahtlose Integration in den täglichen Betrieb der Wasserversorger.
Echtzeit-Überwachung rund um die Uhr
Ein zentrales Element des Projekts ist ein akustisches Echtzeit-Monitoringsystem für Wasseraufbereitungsanlagen und Pumpenstationen. Durch das KI-gestützte multimodale Monitoring werden Anlagen 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche überwacht. Störungen können erkannt werden, noch bevor es zu einem tatsächlichen Ausfall kommt - Betreiber können so rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen und kostspielige Unterbrechungen der Versorgung vermeiden.
Starke Partnerschaft in der Praxis
Als Praxispartner sind unter anderem der Wasserverband Leibnitzerfeld Süd, die Stadtgemeinde Gmünd, der Wasserverband Unteres Lafnitztal sowie der Wasserverband Südliches Burgenland eingebunden. Diese Kooperationen sichern, dass die entwickelten Systeme direkt im laufenden Betrieb erprobt und angepasst werden können.
Gefördert wird KI-WAZU vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft sowie von den Bundesländern Steiermark, Kärnten und Burgenland und der aws. Die Joanneum Research beschäftigt mehr als 500 Mitarbeitende an sechs Standorten und bildet gemeinsam mit den drei Südländern eine überregionale Forschungsachse.
Auszeichnung für Zukunftsprojekt
Die Qualität des Ansatzes wurde bereits anerkannt: 2024 erhielt KI-WAZU den Wasserland-Preis der Steiermark in der Kategorie „Wasserprojekte der Zukunft". Die Siegerurkunde nahm Joanneum-Research-Geschäftsführer Heinz Mayer von Landesrätin Simone Schmiedtbauer für das gesamte Projektteam entgegen. Für die Steiermark zeigt das Projekt exemplarisch, wie Grazer Forschung angesichts des Klimawandels konkrete Infrastruktur-Resilienz stärkt - und damit die Trinkwasserversorgung für kommende Generationen sichert.