GRAZ JOURNAL
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Sonntagszustellung Graz: Post zieht positive Bilanz

Knapp ein Jahr nach dem Start der Sonntagszustellung in Graz meldet die Österreichische Post AG positive Ergebnisse: Pro Sonntag werden über 3.000 Pakete zugestellt - deutlich mehr als ursprünglich erwartet.

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Knapp ein Jahr nach dem Start der Sonntagszustellung in Graz zieht die Österreichische Post AG eine positive Bilanz. Seit dem 20. Juli 2025 werden in der steirischen Landeshauptstadt auch an Sonntagen Pakete zugestellt - und die Nachfrage übertrifft die ursprünglichen Erwartungen des Unternehmens deutlich.

Über 3.000 Pakete pro Sonntag

„Also nach knapp einem Jahr Sonntagszustellung in Graz können wir resümieren, dass die Sonntagszustellung sehr gut ankommt, und es werden pro Sonntag über 3.000 Pakete zugestellt", erklärt Post-Sprecherin Gloria Kohlmaier. Zu Beginn hatte das Unternehmen mit mehreren hundert bis zu tausend Paketen pro Sonntag gerechnet. Die Nachfrage sei seither stabil geblieben, so Kohlmaier weiter: „Das ist ein Premium-Service speziell für bestimmte Versandkundinnen und -kunden."

Der Service richtet sich an Versandkund:innen, die eine Zustellung an Sonntagen wünschen und dafür einen Aufpreis von rund 10 bis 15 Euro pro Paket in Kauf nehmen. Die operative Basis für Graz ist die Paket-Zustellbasis in Kalsdorf bei Graz. Alle übrigen Pakete stellt die Post weiterhin von Montag bis Samstag zu.

Schrittweise Ausweitung des Services

Die Österreichische Post AG hatte die Sonntagszustellung zunächst im Herbst 2024 in Wien pilotiert. Post-Generaldirektor Walter Oblin bezeichnete den Wiener Start damals als „nächsten Schritt" nach der Einführung der Samstagszustellung im Jahr 2015. Nach positiven Rückmeldungen aus Wien weitete das Unternehmen den Service Ende Juni 2025 auf Linz und wenige Wochen später auf Graz aus. Allein in Wien wurden rund 70 zusätzliche Mitarbeiter:innen für die Sonntagszustellung aufgenommen; ähnliche Personalaufstockungen waren auch für Linz und Graz vorgesehen.

Gewerkschaft vida übt Kritik

Das Projekt begleitete von Beginn an Kritik der Gewerkschaft Vida. Markus Petritsch, Vorsitzender des Fachbereichs Straße, forderte das Unternehmen auf, seiner Verantwortung nachzukommen: „Wir fordern die Post AG daher auf, endlich ihrer Verantwortung nachzukommen und - unabhängig vom Beschäftigungsverhältnis - für gute Arbeitsbedingungen für alle ihre Zusteller:innen zu sorgen." Die Gewerkschaft stellte zudem die grundsätzliche Notwendigkeit von Paketlieferungen an Sonn- und Feiertagen in Frage und kritisierte, dass ein staatlich kontrolliertes Unternehmen durch die Sonntagszustellung den stationären Handel unter Druck setze.

Mögliche Ausweitung in der Steiermark

Die positive Ein-Jahres-Bilanz aus Graz liefert der Post Argumente für eine mögliche weitere Ausweitung des Premium-Services in der Steiermark. Das Angebot reagiert auf den steigenden Bedarf an flexiblen Zustellzeiten und erleichtert insbesondere Berufstätigen den Empfang ihrer Sendungen an Wochenenden. Ob und wann weitere steirische Städte oder Regionen in das Sonntagszustellnetz einbezogen werden, ließ die Post bislang offen.