Med Uni Graz: Studie zu Schwangerschaftsdiabetes sucht Probandinnen
Die Medizinische Universität Graz sucht aktuell 20 schwangere Frauen mit neu diagnostiziertem Gestationsdiabetes für eine klinische Studie. Im Mittelpunkt steht der Vergleich von kontinuierlicher Glukosemessung mit der herkömmlichen Blutzuckerselbstmessung.
Die Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie der Medizinischen Universität Graz ruft Schwangere zur Teilnahme an einer laufenden klinischen Studie auf. Gesucht werden 20 Frauen über 18 Jahre, bei denen während der Schwangerschaft ein Gestationsdiabetes neu diagnostiziert wurde. Die Studie ist unter der internationalen Kennung NCT07459907 registriert und befindet sich aktiv in der Rekrutierungsphase.
Kontinuierliche Messung statt klassischer Selbstkontrolle
Im Kern der Untersuchung steht die Frage, ob eine kontinuierliche Glukosemessung (CGM) gegenüber der bisher üblichen Blutzuckerselbstmessung Vorteile für Mutter und Kind bietet. Gestationsdiabetes, also ein in der Schwangerschaft erstmals auftretender erhöhter Blutzucker, tritt bei mehr als 6 Prozent aller Schwangerschaften auf und kann ohne angemessene Behandlung gravierende Folgen haben - sowohl kurzfristig für den Geburtsverlauf als auch langfristig für die Gesundheit beider Betroffenen.
Die gesundheitlichen Langzeitrisiken für Mütter, die an Schwangerschaftskomplikationen leiden, sind erheblich: Sie tragen ein vierfach erhöhtes Risiko für chronischen Bluthochdruck, ein dreifach erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus und ein verdoppeltes Schlaganfallrisiko. Die aktuelle Mutter-Kind-Pass-Verordnung sieht eine längerfristige Überwachung der körperlichen und seelischen Gesundheit nach der Geburt bislang nicht vor - ein Umstand, der die Relevanz solcher Forschungsprojekte zusätzlich unterstreicht.
Metabolische Programmierung im Mutterleib
Das langfristige wissenschaftliche Ziel der Forschungsrichtung an der Med Uni Graz reicht weit über die unmittelbare Schwangerschaftsbetreuung hinaus. Durch das bessere Verständnis der sogenannten metabolischen in-utero-Programmierung soll es künftig möglich werden, Voraussagen über mögliche Stoffwechselerkrankungen des Kindes im späteren Leben zu treffen und gezielt Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Die Forschungsgruppe untersucht dabei metabolische Faktoren und Signale in der normalen sowie in der pathophysiologischen Schwangerschaft, um Veränderungen der Plazentafunktion besser zu verstehen.
Vorläuferstudien in diesem Bereich wurden unter anderem vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank gefördert. Als Projektpartner waren die Universität Graz (Institut für Psychologie) sowie die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt beteiligt.
Direkte Anlaufstellen für Interessierte in Graz
Der einzige Studienstandort ist die Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie der Med Uni Graz. Schwangere aus Graz und der gesamten Steiermark, die die Einschlusskriterien erfüllen, können sich direkt an die Kontaktpersonen wenden: Evelyn Jantscher-Krenn, PhD, ist unter +43 316 385 80076 bzw. [email protected] erreichbar, Dr. Christina Stern unter +43 316 385 86306 bzw. [email protected]. Als Principal Investigators fungieren zusätzlich Ursula Hiden, PhD und Federica Piani, DM, PhD.
Die Studie reiht sich in den wissenschaftlichen Schwerpunkt der Med Uni Graz rund um Schwangerschaftserkrankungen ein, der unter anderem im Doktoratsprogramm Inflammatory Disorders in Pregnancy gebündelt ist. Weitere Informationen zur Teilnahme finden sich auf der offiziellen Studienregistrierung bei ClinicalTrials.gov.