Neue Flugrouten ab Graz: Austro Control spart CO2
Austro Control hat die Flugrouten am Flughafen Graz optimiert. Durch kürzere An- und Abflugverfahren sollen jährlich tausende Tonnen CO2 eingespart werden.
Die Austro Control hat die Flugrouten am Flughafen Graz-Thalerhof grundlegend überarbeitet. Durch modernisierte An- und Abflugverfahren sollen künftig tausende Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Die neuen Routen sind bereits in Kraft getreten.
Kürzere Wege, weniger Emissionen
Wie ORF Steiermark berichtet, basieren die Änderungen auf dem sogenannten Performance Based Navigation-Verfahren (PBN). Dabei werden satellitengestützte Navigationstechnologien genutzt, um präzisere und direktere Flugrouten zu ermöglichen. Flugzeuge müssen dadurch weniger Umwege fliegen und können effizienter steigen und sinken.
Die optimierten Verfahren betreffen sowohl Starts als auch Landungen am Grazer Flughafen. Statt der bisherigen, teilweise deutlich längeren Routen können Pilotinnen und Piloten nun kürzere Strecken nutzen. Das reduziert nicht nur den Treibstoffverbrauch, sondern auch die Lärmbelastung in bestimmten Gebieten rund um den Flughafen.
Beitrag zum Klimaschutz im Luftverkehr
Für die Austro Control sind die neuen Flugrouten ein wichtiger Baustein im Rahmen der europäischen Bestrebungen zur Reduktion von Emissionen im Luftverkehr. Die österreichische Flugsicherung setzt damit Vorgaben der Europäischen Union um, die im Rahmen des Single European Sky-Programms eine effizientere Nutzung des europäischen Luftraums vorsehen.
Die CO2-Einsparungen kommen durch mehrere Faktoren zustande. Neben den verkürzten Flugstrecken spielen auch optimierte Sinkflugprofile eine Rolle. Beim sogenannten Continuous Descent Approach gleiten Flugzeuge in einem kontinuierlichen Sinkflug zur Landebahn, anstatt in mehreren Stufen abzusteigen. Das verbraucht deutlich weniger Kerosin als herkömmliche Anflugverfahren.
Flughafen Graz als Vorreiter in der Steiermark
Der Flughafen Graz ist der größte Flughafen der Steiermark und wickelt jährlich zahlreiche nationale und internationale Flugverbindungen ab. Die Modernisierung der Flugrouten ist Teil eines umfassenderen Plans, den Flugbetrieb nachhaltiger zu gestalten.
Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Flughafen verschiedene Maßnahmen zur Reduktion seines ökologischen Fußabdrucks ergriffen. Dazu zählen unter anderem der Ausbau der Photovoltaik-Anlagen am Flughafengelände und die schrittweise Umstellung von Bodenfahrzeugen auf elektrische Antriebe. Die neuen Flugrouten ergänzen diese Maßnahmen nun auf der operativen Seite des Flugbetriebs.
Auswirkungen auf Anrainerinnen und Anrainer
Die Routenänderungen haben auch Auswirkungen auf die Bevölkerung rund um den Flughafen. Während einige Gebiete durch die neuen Flugrouten weniger Lärm ausgesetzt sein dürften, könnten andere Regionen stärker betroffen sein. Die Austro Control betont, dass bei der Planung der neuen Verfahren sowohl Effizienz als auch Lärmschutz berücksichtigt worden seien.
Betroffene Gemeinden wurden im Vorfeld über die geplanten Änderungen informiert. Die Austro Control hatte dazu Informationsveranstaltungen abgehalten und steht nach eigenen Angaben weiterhin im Dialog mit den Anrainergemeinden. Sollte es zu unerwarteten Lärmbelastungen kommen, werde man die Verfahren entsprechend nachjustieren.
Europaweiter Trend zur Routenoptimierung
Graz reiht sich mit der Umstellung in einen europaweiten Trend ein. Zahlreiche Flughäfen in Europa haben in den vergangenen Jahren ihre Flugrouten modernisiert, um den steigenden Anforderungen an den Klimaschutz gerecht zu werden. Auch die Flughäfen Wien und Innsbruck haben bereits ähnliche Maßnahmen umgesetzt.
Die Luftfahrtbranche steht unter erheblichem Druck, ihre Emissionen zu senken. Neben der Routenoptimierung setzen Airlines und Flughäfen auch auf nachhaltige Treibstoffe, effizientere Flugzeugtypen und verbesserte Bodenabläufe. Die Flugroutenoptimierung gilt dabei als eine der am schnellsten umsetzbaren Maßnahmen mit unmittelbarer Wirkung.
Die Austro Control plant, die Ergebnisse der neuen Flugrouten in Graz nach einer Evaluierungsphase zu veröffentlichen. Erste konkrete Zahlen zu den tatsächlichen CO2-Einsparungen werden für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.