GRAZ JOURNAL
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Gratis Notarberatung am Hauptplatz Graz 2026

Am Grazer Hauptplatz boten Notarinnen und Notare kostenlose Rechtsberatung an. Der jährliche Aktionstag lockte auch 2026 wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an.

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Am Grazer Hauptplatz fand auch in diesem Jahr wieder der beliebte Tag der offenen Notariate statt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich am 19. April 2026 kostenlos von Notarinnen und Notaren zu rechtlichen Themen beraten zu lassen.

Wie 5min.at berichtet, war der Andrang bei der kostenlosen Beratungsaktion erneut groß. An einem eigens eingerichteten Beratungsstand konnten sich Interessierte ohne Termin und ohne Kosten über verschiedenste juristische Fragen informieren.

Testament, Erbrecht und Vorsorgevollmacht im Fokus

Die häufigsten Fragen drehten sich rund um die Themen Testament, Erbrecht und Vorsorgevollmacht. Gerade bei diesen Bereichen herrscht in der Bevölkerung nach wie vor großer Informationsbedarf. Viele Grazerinnen und Grazer wissen oft nicht genau, wie sie ihren Nachlass regeln oder sich für den Fall einer späteren Geschäftsunfähigkeit absichern können.

Auch Fragen zu Kaufverträgen, Schenkungen und Eheverträgen wurden von den anwesenden Juristinnen und Juristen beantwortet. Die Notarinnen und Notare nahmen sich dabei ausreichend Zeit für individuelle Anliegen.

Jährliche Tradition der Notariatskammer

Der Aktionstag wird von der Österreichischen Notariatskammer organisiert und findet jedes Jahr in mehreren österreichischen Städten statt. In Graz hat sich der Hauptplatz als fester Standort für die Gratis-Beratung etabliert. Ziel der Initiative ist es, rechtliche Themen niederschwellig zugänglich zu machen und Hemmschwellen gegenüber dem Gang zum Notar abzubauen.

Für viele Menschen stellt der erste Kontakt mit einem Notar eine gewisse Hürde dar. Die kostenlose Beratung am Hauptplatz bietet die Möglichkeit, in ungezwungener Atmosphäre erste Informationen einzuholen und offene Fragen zu klären, bevor ein formeller Termin in einer Kanzlei vereinbart wird.

Großes Interesse trotz digitalem Zeitalter

Trotz der zunehmenden Digitalisierung und der Möglichkeit, sich online über rechtliche Themen zu informieren, zeigt der große Zulauf am Hauptplatz, dass persönliche Beratung weiterhin stark nachgefragt wird. Gerade bei komplexen juristischen Angelegenheiten wie der Nachlassplanung oder der Errichtung einer Vorsorgevollmacht schätzen viele Bürgerinnen und Bürger das direkte Gespräch mit Fachleuten.

Die anwesenden Notarinnen und Notare betonten, wie wichtig es sei, sich rechtzeitig mit Themen wie Erbfolge und Patientenverfügung auseinanderzusetzen. Wer keine entsprechenden Vorkehrungen treffe, riskiere, dass im Ernstfall die gesetzliche Regelung greift, die nicht immer den persönlichen Wünschen entspricht.

Praktische Tipps für die Vorsorge

Ein zentrales Thema der diesjährigen Beratung war die Vorsorgevollmacht. Mit diesem Dokument können Personen festlegen, wer im Falle einer Geschäftsunfähigkeit Entscheidungen in ihrem Namen treffen darf. Die Errichtung einer solchen Vollmacht muss notariell beglaubigt werden und sollte möglichst frühzeitig erfolgen.

Ebenso wurde über die Bedeutung eines korrekt formulierten Testaments aufgeklärt. Handschriftliche Testamente sind in Österreich zwar gültig, bergen jedoch häufig Fehlerquellen. Die Notarinnen und Notare empfahlen, ein Testament im Österreichischen Zentralen Testamentsregister registrieren zu lassen, um sicherzustellen, dass es im Erbfall auch tatsächlich aufgefunden wird.

Weitere Beratungsangebote geplant

Die Notariatskammer Steiermark kündigte an, auch in den kommenden Monaten weitere Informationsveranstaltungen in Graz und der Steiermark anzubieten. Zusätzlich stehen die Grazer Notariate das ganze Jahr über für Erstgespräche zur Verfügung, bei denen die Kosten transparent dargelegt werden.

Wer den Aktionstag am Hauptplatz verpasst hat, kann sich bei den Notariaten in Graz direkt über mögliche Beratungstermine informieren. Die Notariatskammer empfiehlt, insbesondere bei Themen wie Erbrecht und Vorsorge nicht zu lange zu warten, sondern rechtzeitig professionellen Rat einzuholen.