Neue Küche Graz: 15.000 Mahlzeiten täglich ab 2026
Graz bekommt eine neue kommunale Großküche: An der Herrgottwiesgasse 157 entsteht um 21,5 Millionen Euro ein moderner Neubau, der ab Herbst 2026 bis zu 15.000 Mahlzeiten pro Tag für städtische Schulen, Kindergärten und soziale Einrichtungen produzieren soll.
Der Neubau der kommunalen Großküche Graz nimmt Form an: Das Gebäude an der Herrgottwiesgasse 157 ist derzeit zu rund 90 Prozent fertiggestellt. Im August erfolgt die Übergabe durch die GBG an das Sozialamt, die offizielle Eröffnung ist für September 2026 rund um den Schulbeginn geplant. Das kündigte die Stadt Graz auf ihrem Stadtportal an.
Bis zu 15.000 Mahlzeiten pro Tag
Mit dem neuen Standort steigt die Kapazität der städtischen Küche deutlich: Künftig können täglich bis zu 15.000 Mahlzeiten produziert werden. Schon heute versorgt das Team unter Küchenleiter Franz Gerngroß rund 9.000 Kinder und Erwachsene in 160 Grazer Einrichtungen - von Kindergärten über Schulen bis hin zu Pflegeheimen. Da der Bedarf durch das Wachstum der Stadt jährlich um rund 400 Portionen steigt, war ein Neubau unausweichlich.
Die Baukosten belaufen sich auf voraussichtlich 21,5 Millionen Euro netto, rund 60 Prozent davon flossen in die technische Ausstattung. Gekocht wird in der neuen Küche zu 100 Prozent elektrisch. Für die Energieversorgung sorgen 46 Tiefenbohrungen mit Geothermie-System sowie mehr als 96 Photovoltaik-Module. Die Kälteanlage arbeitet mit CO₂-Technologie. Größere Lagerkapazitäten sollen die Lieferfrequenz erheblich reduzieren - künftig ist nur noch rund ein Drittel der bisherigen Anlieferungen erforderlich. Rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in der neuen Zentralküche beschäftigt sein.
Transparenz und offene Bauweise
Das dreigeschoßige Gebäude, entworfen vom Grazer Architekturbüro Superfuture Architecture ZT GmbH als Sieger eines Wettbewerbs mit 25 Einreichungen, setzt auf Offenheit: Eine großzügige Glasfassade im Erdgeschoß gewährt Einblicke in den laufenden Küchenbetrieb. Geplant ist zudem eine Schulungsküche für Kochveranstaltungen und Formate für Schulklassen. Für die Belegschaft stehen Sozialräume und eine Dachterrasse zur Verfügung.
Sozialamtsleiterin Andrea Fink betonte den Dialog-Gedanken hinter dem Projekt: „Mit der neuen Küche Graz wollen wir näher an unsere Kund:innen heranrücken und transparent machen, wie hier gearbeitet und gekocht wird. Die mitarbeiterfreundliche und offene Küche schafft Einblicke, fördert das gegenseitige Verständnis und stärkt den Dialog mit Schulen und anderen Einrichtungen."
Tradition seit 1890
Die städtische Küche Graz blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits seit 1890 gibt es eine kommunale Küche in der Stadt, ursprünglich zur Versorgung bedürftiger Schulkinder eingerichtet. Ab 1900 wurde der Standort in der Körösistraße schrittweise ausgebaut und in den 1990er-Jahren zur Zentralküche weiterentwickelt. Mit dem Neubau setzt die Stadt dieses sozialpolitische Engagement fort - versorgt werden unter anderem alle städtischen Schulen und Kindergärten sowie Einrichtungen wie das Vinzidorf.
Bürgermeisterin Elke Kahr hob die besondere Rolle des Projekts hervor: „Die Küche Graz ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Auch, weil wir hier als Stadt aktiv mitgestalten können. Der Anspruch an die Küche Graz ist sehr hoch. Wir versuchen die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen aller Beteiligten, von der Küche, über Landwirtschaft bis zu den Einrichtungen, bestmöglich zu berücksichtigen."
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf dem Stadtportal der Stadt Graz.