GRAZ JOURNAL
wirtschaftaktuelles

RaIL: TU Graz eröffnet Eisenbahn-Prüflabor

Die Technische Universität Graz hat am 27. August 2026 das Railway And Infrastructure Laboratory (RaIL) eröffnet - ein rund vier Millionen Euro teures Prüflabor für Eisenbahninfrastruktur, das europaweit zu den modernsten seiner Art zählt.

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Am 27. August 2026 hat die Technische Universität Graz das Railway And Infrastructure Laboratory (RaIL) am Institut für Eisenbahn-Infrastrukturdesign feierlich eröffnet. Die rund vier Millionen Euro teure Einrichtung wurde aus Mitteln der TU Graz, der Forschungsförderungsgesellschaft FFG sowie mit finanzieller Unterstützung der voestalpine AG realisiert. Mit dem neuen Labor schafft die Grazer Universität eine europaweit führende Infrastruktur für die Erforschung von Eisenbahn-Fahrwegsystemen.

Herzstück: Fünf-Meter-Prüfstand mit hydraulischen Zylindern

Kernstück des Labors ist ein fünf Meter langer Prüfstand, an dem hydraulische Zylinder jene Kräfte simulieren, die entstehen, wenn ein schwerer Zug über das Gleis fährt. Getestet werden können Schienenbefestigungen, Schwellen, Weichenbereiche sowie Übergänge zu Brücken. Für größere Bauteile steht zusätzlich ein neun mal fünf Meter großes Prüf- und Aufspannfeld zur Verfügung. Die technischen Prüfmaschinen stammen vom deutschen Unternehmen Form + Test. Die Laborleitung übernimmt der stellvertretende Institutsleiter Julian Torggler.

TU-Graz-Rektor Horst Bischof unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Die Eisenbahnforschung ist für die TU Graz ein wichtiger Kernforschungsbereich, mit dem wir europaweit zu den Top-3-Universitäten gehören." Institutsleiter Ferdinand Pospischil ergänzte: „Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Praxis zu bringen und damit einen Beitrag zu einer leistungsfähigen und klimaresilienten Bahn zu leisten."

Einzigartiger Forschungscluster mit Industriepartnern

Das RaIL fügt sich in ein bereits bestehendes Netzwerk ein: Seit 2021 betreiben die TU Graz, die ÖBB, Siemens Mobility Austria, die voestalpine, Plasser & Theurer und das Virtual Vehicle gemeinsam den Research Cluster Railway Systems (RCRS). voestalpine-Vorstandsmitglied Franz Kainersdorfer bezeichnete den Verbund als „in dieser Form weltweit einzigartig" und hob hervor, dass das neue Labor den Cluster wesentlich weiterentwickle. Bereits im Februar 2026 hatte die TU Graz ein Christian-Doppler-Labor für strukturelle Integrität im Schienenfahrzeugdesign eröffnet - das RaIL setzt diese Entwicklung nun fort.

Graz als internationaler Standort der Bahnforschung

Für den Standort Graz und die Steiermark bedeutet das neue Labor einen weiteren Schritt in der Vernetzung von Wissenschaft und Industrie. Mit dem RaIL können erstmals vollständige Eisenbahn-Fahrwegsysteme von der Schiene über den Schotter bis in den Untergrund systematisch auf Belastbarkeit und Haltbarkeit geprüft werden. Die sichtbaren Baumaßnahmen hatten Anfang 2026 begonnen; bereits acht Monate später nimmt das Labor seinen Betrieb auf. Die enge Zusammenarbeit mit steirischen Industriepartnern wie der voestalpine stärkt dabei nicht nur die Forschungskapazitäten, sondern auch die regionale Wirtschaft. Graz festigt damit seine Position als internationaler Schwerpunkt der Bahnforschung.