Renaturierungspreis 2026: Graz-Projekt „Schön wild" siegt
Beim zweiten steirischen Renaturierungspreis des Grünen Landtagsklubs wurden am 19. Juni 2026 in Graz die Sieger gekürt. Das Grazer Projekt „Schön wild" aus Graz-Gösting gewann in der Kategorie Garten, das Gesamtpreisgeld beträgt 9.000 Euro.
Am 19. Juni 2026 hat der Grüne Landtagsklub Steiermark in Graz zum zweiten Mal den steirischen Renaturierungspreis verliehen. Insgesamt 9.000 Euro Preisgeld wurden in drei Kategorien vergeben: Garten, Land- und Forstwirtschaft sowie Vereine und NGOs. Die Auszeichnung würdigt Projekte, die konkret zur Wiederherstellung natürlicher Lebensräume in der Steiermark beitragen.
Die Siegerprojekte im Überblick
In der Kategorie Garten setzten sich Gabriele Seidl und Jürgen Teuschl aus Graz-Gösting mit ihrem Projekt „Schön wild" durch. Das Duo pflegt einen Teil der Grünflächen ihrer Wohnsiedlung naturnah und fördert heimische Wildpflanzen sowie die natürliche Artenvielfalt. Das Projekt gilt als niederschwelliges Modell, das zeigt, wie Renaturierung direkt im städtischen Wohnumfeld gelingen kann.
Den ersten Platz in der Kategorie Land- und Forstwirtschaft belegten Peter Pircher und Daniela Vikoler vom Pircherhof in Pöllau. In der Kategorie Vereine und NGOs überzeugte die Berg- und Naturwacht Kumberg-St. Radegund die Jury und sicherte sich den Spitzenplatz.
Zweiter Durchgang nach erfolgreichem Auftakt
Der Renaturierungspreis geht damit in seine zweite Runde. Beim Auftakt 2024 wurden 103 Projekte eingereicht - ein Zuspruch, der die Veranstalter nach eigenen Angaben überraschte. Klubobfrau Sandra Krautwaschl erklärte dazu: „Der Zuspruch beim ersten Durchgang war enorm. Das zeigt: Viele Menschen wollen ihre Umgebung aktiv mitgestalten." Als Vorzeigeprojekt aus dem ersten Durchgang gilt der „Tiny Forest" im Garten der Mosaik GmbH in Graz - ein kleiner Stadtwald, der Lebensraum für zahlreiche Arten schafft und das lokale Mikroklima verbessert.
Bundessprecherin Leonore Gewessler betonte die gesellschaftliche Dimension der ausgezeichneten Initiativen: „Hier sehen wir Projekte, die nicht auf die nächste Ankündigung warten, sondern einfach anfangen - und zeigen, dass Renaturierung ganz konkret vor Ort wirkt."
Politischer Rahmen: EU-Deadline im September
Der Preis steht im Kontext des europäischen Renaturierungsgesetzes, das Österreich zu konkreten Wiederherstellungsmaßnahmen verpflichtet. Bis spätestens 1. September 2026 muss Österreich der EU konkrete Wiederherstellungspläne vorlegen. Projekte wie „Schön wild" aus Graz-Gösting gewinnen damit gerade jetzt besondere politische Relevanz als gelebte Beispiele für Bottom-up-Renaturierung.
Die Grünen Steiermark fordern parallel dazu, dass das Land über ein Dreijahresprogramm mindestens 100 kleinere Naturschutzprojekte finanziell unterstützt. Mit dem Renaturierungspreis wollen sie dieser Forderung Nachdruck verleihen und gleichzeitig Initiativen sichtbar machen, die bereits jetzt ohne staatliche Förderung wirksam sind. Für Graz zeigt das Beispiel Gösting, dass auch Hausgemeinschaften und Wohnsiedlungen einen messbaren Beitrag zur Artenvielfalt in der Stadt leisten können.