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ÖVP Graz 2026: Hohensinner setzt auf Innenstadtbelebung

Neun Tage vor der Grazer Gemeinderatswahl am 28. Juni 2026 rückt ÖVP-Spitzenkandidat Kurt Hohensinner die Belebung der Innenstadt ins Zentrum des Wahlkampfes. Ein Tiefgaragenring, mehr Marketingpersonal und eine Veranstaltungsarena an der Mur sollen die schwindende Frequenz in der City umkehren.

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Am 28. Juni 2026 wählt Graz einen neuen Gemeinderat. Kurt Hohensinner, Spitzenkandidat der Grazer ÖVP, hat in den vergangenen Wochen ein umfassendes Wahlprogramm vorgelegt, das auf vier Leitthemen setzt: Verkehr, Wirtschaft, Innenstadtbelebung und Sicherheit. Das Programm umfasst 19 Seiten und insgesamt zehn Themenfelder - von Bildung über Stadtentwicklung bis hin zu Umwelt.

Rückgang von einer Million Besucherinnen und Besuchern

Der Grazer Innenstadt fehlt es an Frequenz. Laut einer Erhebung des Instituts m-Research aus Oktober 2025 ist die Besucherzahl in der City im Jahr 2024 um rund eine Million Gäste zurückgegangen - 2025 deuten ähnliche Zahlen auf eine Fortsetzung dieses Trends hin. Hohensinner führt dafür ein strukturelles Ungleichgewicht ins Treffen: Einkaufszentren verfügten über 10 bis 15 Personen im Marketing, während die Innenstadt aktuell lediglich 2 Marketingkräfte beschäftige. „Ich glaube, dass es drei Schrauben braucht. Wir müssen an der Attraktivität arbeiten, es braucht einen guten Branchenmix und vor allem die Erreichbarkeit der Innenstadt", sagte Hohensinner.

Tiefgaragenring und erweiterter Fußgängerzonenring

Konkret schlägt die ÖVP einen Tiefgaragenring um das Zentrum vor, um die Erreichbarkeit der Innenstadt zu verbessern. Hohensinner kritisiert, dass in der laufenden Legislaturperiode rund 1.500 Parkplätze gestrichen worden seien, ohne begleitende Maßnahmen zu setzen. Gleichzeitig will er die Fußgängerzone ausweiten - unter anderem auf die Hans-Sachs-Gasse und den Tummelplatz. Als weiteres Großprojekt steht eine Veranstaltungsarena an der Mur im Raum, die neue Publikumsmagneten in die Stadt bringen soll. Kurz vor dem Wahltag präsentierte Hohensinner zusätzlich ein 12-Punkte-Sofortprogramm zur Verkehrspolitik.

Richtungswahl nach KPÖ-Erfolg 2021

Der Kontext der Wahl ist für die ÖVP bedeutsam: Bei der Gemeinderatswahl 2021 war die KPÖ erstmals stärkste Kraft in Graz geworden und hatte mit fast 29 Prozent der Stimmen die ÖVP auf den zweiten Platz verwiesen, die von 38 auf 26 Prozent abrutschte. Seither regiert eine Koalition aus KPÖ, Grünen und SPÖ die Stadt. Hohensinner formuliert seinen Anspruch entsprechend deutlich: „Am 28. Juni steht Graz vor einer Entscheidung: Weiter mit einer rot-rot-grünen Koalition - oder ein Kurswechsel zu einer Graz-Politik mit neuen Ideen und Lösungen."

Wahlkampfkosten im Rahmen

Für Händler, Gastronomen und Immobilieneigentümer in der Grazer City ist der Rückgang der Besucherfrequenz bereits spürbar. Beobachter bezeichnen die bevorstehende Wahl als Richtungsentscheidung, bei der Schulden, Leerstände und Verkehrsfrust die Wirtschaftspolitik zum zentralen Prüfstein machen. Insgesamt treten für die ÖVP 96 Kandidatinnen und Kandidaten an. Laut Stadtparteigeschäftsführer Markus Huber wird die Wahlkampfkostenobergrenze von 400.000 Euro eingehalten.