GRAZ JOURNAL
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Tempo 30 in Graz: Schulzonen gelten nun auch werktags

Graz weitet seine Tempo-30-Regelungen an Schulstandorten aus: Statt nur an Schultagen gilt die Beschränkung künftig an allen Werktagen - auch samstags und in den Ferien. Zusätzlich trat am 17. September 2026 eine neue 30er-Zone in der Mandellstraße in Kraft.

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Die Stadt Graz setzt ihre Tempo-30-Offensive fort und hat an zahlreichen Schulstandorten die bestehenden Beschränkungen ausgeweitet. Wo bislang Schilder mit der Aufschrift „Tempo 30 an Schultagen" standen, wurden diese gegen neue Tafeln mit der Aufschrift „Tempo 30 an Werktagen" getauscht. Die Regelung gilt damit auch samstags und während der Schulferien - eine wesentliche Erweiterung gegenüber dem bisherigen Zustand.

Verwirrende Regelung gehört der Vergangenheit an

Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) begründet den Schritt mit der Unübersichtlichkeit der alten Regelung: „Teilweise ist die ‚An Schultagen' Regelung sehr verwirrend und dann gilt sie einmal und einmal nicht. Deswegen kommt sehr oft aus der Bevölkerung der Wunsch - vor allem aus der Wohnbevölkerung - nach mehr Sicherheit, nach weniger Lärm, also das auszuweiten auf alle Werktage." Den rechtlichen Rahmen dafür schafft eine Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO), die es Gemeinden und Städten ermöglicht, Tempozonen einfacher und schneller umzusetzen.

Neue 30er-Zone in der Mandellstraße

Ein weiterer Schritt war die Einführung einer Tempo-30-Beschränkung in der Mandellstraße, die seit 17. September 2026 gilt. Die Mandellstraße ist eine Vorrangstraße und verbindet die Brockmanngasse mit dem Kaiser-Josef-Platz. Die neue Regelung geht auf eine Bürgerinitiative zurück - ein Zeichen, dass der Wunsch nach Verkehrsberuhigung auch aus der Bevölkerung selbst kommt. Schwentner bekräftigt das Ziel: „Mir ist es ganz wichtig, überall dort, wo es möglich ist, Vorrangstraßen in Tempo-30-Straßen umzuwandeln."

Schulstraßen als zusätzliche Maßnahme

Über den Sommer wurden zudem zwei neue Schulstraßen verordnet. In den vergangenen fünf Jahren wurden damit insgesamt acht Schulstraßen in Graz eingerichtet. Auf diesen Straßen gehört der öffentliche Raum in den Morgenstunden allein den Kindern - der Fahrzeugverkehr ist in dieser Zeit untersagt.

Graz als europäischer Vorreiter

Graz war bereits 1992 die erste Stadt in Europa, die flächendeckende Temporeduzierungen einführte. Heute sind rund 80 Prozent des Grazer Straßennetzes von Tempo-30-Regelungen erfasst - auf allen Nebenstraßen sowie vor Schulen und Krankenhäusern. Die aktuelle Offensive trifft besonders den Stadtteil Andritz: Kinderbetreuungseinrichtungen in der Statteggerstraße und der Nordberggasse profitieren von den neuen Verordnungen. Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) hatte das Grazer Modell in der Vergangenheit so beschrieben: „Das Grazer Modell Tempo 30 hat sich bewährt. Es war und ist Vorbild für viele andere Städte."

Sicherheitsgewinn belegt

Die Datenlage spricht für sich: Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit reduziert Tempo 30 vor Schulen die Unfallzahlen um bis zu 50 Prozent. Das Risiko tödlicher Verletzungen sinkt auf zehn Prozent im Vergleich zu höheren Geschwindigkeiten. Bei Tempo 50 ist die Wahrscheinlichkeit, als Fußgängerin oder Fußgänger getötet zu werden, fünfmal so hoch wie bei Tempo 30. Für die tausenden Schülerinnen und Schüler sowie Kindergartenkinder, die täglich Grazer Straßen queren, bedeutet die Ausweitung der Regelungen damit einen messbaren Gewinn an Sicherheit.

Weitere Informationen zu den Tempo-30-Regelungen im Stadtgebiet stellt die Stadt Graz auf ihrem Stadtportal zur Verfügung.