Uni-Budget 2028-2030: Rektor Riedler warnt vor Kürzungen
Der Rektor der Universität Graz, Peter Riedler, hat am 17. Oktober 2026 an die Bundesregierung appelliert, beim Unibudget 2028-2030 nicht zu zerstören, was mit viel Anstrengung aufgebaut wurde. Für die Steiermark stehen 500 Mio. Euro im Raum.
Der Rektor der Universität Graz, Peter Riedler, hat am 17. Oktober 2026 an die Bundesregierung appelliert, beim Unibudget für die Jahre 2028 bis 2030 nicht zu zerstören, was mit viel Anstrengung aufgebaut wurde. Anlass war ein Arbeitstreffen der Regierung, bei dem die Weichen für die Universitätsfinanzierung gestellt werden sollten. Welches Ergebnis das Treffen brachte, ist offen.
Riedler: Sparen ja, aber mit Augenmaß
In seiner Aussendung stellte Riedler klar, dass die Universitäten Sparbereitschaft zeigen. „Die entscheidende Frage ist nicht, ob Universitäten sparen können. Das können und werden sie“, so der Rektor. Entscheidend sei, welche Folgen die Kürzungen für Forschung und Lehre hätten. Er betonte: „Die Breite der universitären Ausbildung in Österreich ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.“
Nach Angaben Riedlers hat die Regierung die Entscheidung über das Budget bereits aufgeschoben. Im Mai hatte er von real 2,5 Mrd. Euro weniger gesprochen und dies als nicht bewältigbaren Einschnitt bezeichnet.
Die Zahlen im Überblick
Die Universitäten werden in dreijährigen Leistungsvereinbarungsperioden finanziert. Die laufende Periode 2025-2027 ist mit 16,5 Mrd. Euro dotiert. Für 2028-2030 berechnete die Universitätenkonferenz (uniko) einen Bedarf von rund 18 Mrd. Euro.
Laut Charts der Uni Graz zum Runden Tisch vom 31. August 2026 bietet das Wissenschaftsministerium (BMFWF) erneut 16,5 Mrd. Euro an. Real entspricht das nach Berechnung der Uni Graz etwa -6,25 Prozent, also rund 0,9 Mrd. Euro weniger Kaufkraft. Verhandelt wird neben der Gesamthöhe auch über die Abgeltung der Inflation.
Folgen für Graz und die Steiermark
Bei den steirischen Universitäten sollen laut TU Graz rund 500 Mio. Euro gestrichen werden. Graz ist davon besonders betroffen, weil die Stadt mit der Uni Graz, der TU Graz, der Med Uni Graz und der Kunstuni mehrere große Hochschulstandorte beherbergt. Die Rektorate und Studierendenvertretungen der steirischen Hochschulen traten bereits im Mai gemeinsam auf.
Am 27. Mai 2026 demonstrierten in Graz etwa 5.000 Studierende und Universitätsangehörige gegen die geplanten Kürzungen.
Wirtschaftsfaktor Universität
Laut Eco Austria erwirtschaften die steirischen Universitäten jährlich eine Wertschöpfung von 1,25 Mrd. Euro und sichern rund 20.000 Arbeitsplätze. Auch Horst Bischof, Rektor der TU Graz, warnte vor Folgen für den Standort: „Wer heute an den Universitäten spart, gefährdet die Wirtschaft von morgen.“ Er verwies auf drohenden Fachkräftemangel und weniger Innovation.
Ausgang offen
Ob die Regierung die Forderungen der Universitäten berücksichtigt, ist derzeit nicht absehbar. Die Rektorate sehen eine Finanzierungslücke und warnen vor einem Rückbau bei Forschung und Lehre. Die vollständige Aussendung der Universität Graz finden Sie bei APA-OTS.