GRAZ JOURNAL
wirtschaftaktuelles

Uni Graz: Lasertechnik für präzise Tumorzell-Analyse

Die Universität Graz treibt die Krebsforschung mit laserbasierter Analysetechnik voran: Tumorzellen lassen sich damit präziser untersuchen als je zuvor - ein Fortschritt, der mittelfristig auch die klinische Diagnostik am Standort Graz stärken soll.

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Die Universität Graz hat ein laserbasiertes Verfahren zur präzisen Analyse von Tumorzellen weiterentwickelt und positioniert sich damit einmal mehr an der Spitze der österreichischen Krebsforschung. Die neue Technologie erlaubt es, Tumorzellen mit bisher unerreichter Genauigkeit zu untersuchen - eine Grundvoraussetzung für gezieltere und schonendere Therapien in der Präzisionsmedizin.

Fluoreszenzbasierte Analyse im Hochdurchsatz

Herzstück der Entwicklung ist ein fluoreszenzbasiertes Analysesystem, das am NAWI Graz Central Lab der Universität Graz betrieben wird. Dort können, wie die Universität beschreibt, „unterschiedlichste Fluoreszenz-basierte Analysen wie auch Sortierungen auf technisch höchstem Niveau" durchgeführt werden. Ein High-Throughput-Sampling-System ermöglicht es, „Zellproben äußerst rasch im Hochdurchsatz zu messen". Der Einsatz von Laserlicht macht dabei den entscheidenden Unterschied: Einzelne Zellen werden mit hoher Präzision erfasst, charakterisiert und bei Bedarf voneinander getrennt. Das Einsatzspektrum reicht über Tumorzellen hinaus und umfasst alle Partikel vergleichbarer Größe.

Die Universität Graz konnte im Jahr 2026 zudem einen ERC Proof of Concept Grant der Europäischen Forschungskommission einwerben - eine Förderung, die gezielt der Überführung von Grundlagenforschung in anwendungsreife Technologien dient. Dieser Erfolg unterstreicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Grazer Forschungsstandorts.

Interdisziplinäre Vernetzung als Erfolgsfaktor

Dass Graz in der Krebsforschung eine besondere Rolle spielt, ist kein Zufall. BioTechMed-Graz - die Forschungskooperation zwischen Karl-Franzens-Universität, Med Uni Graz und TU Graz - bündelt Expertise aus Biomedizin, Technologieentwicklung und klinischer Anwendung unter einem Dach. Amin El-Heliebi, Sprecher des Forschungsfelds Krebsforschung an der Med Uni Graz, bringt es auf den Punkt: „Krebsforschung kann nur durch interdisziplinäre Vernetzung von Grundlagen-, anwendungsorientierten und klinischen Forschern gelingen. Das Ziel ist es, molekular zielgerichtete Therapien der Präzisionsmedizin durch digitale Vernetzung zum Wohle der Patienten anzuwenden."

Ergänzt wird dieses Netzwerk durch das Universitäre Comprehensive Cancer Center Graz, an dem Forschende mit modernsten wissenschaftlichen Methoden an aktuellen Fragestellungen der Krebsmedizin arbeiten, sowie durch die Biobank Graz - die größte Biobank Österreichs - die der Erforschung von Krankheitsursachen und der Verbesserung von Diagnostik und Therapie dient.

Relevanz für Diagnostik und Therapie

Die Bedeutung weiterer Fortschritte ist kaum zu überschätzen: Jeder dritte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Trotz großer Fortschritte in Diagnostik, Früherkennung und Behandlung bleibt die Krankheit eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Genauere Analysemethoden wie die neue Lasertechnologie gelten als Schlüssel zu zielgenaueren, individuell abgestimmten Therapien, die Patienten weniger belasten.

Mittelfristig könnte die laserbasierte Tumorzellanalyse auch für die klinische Diagnostik am LKH-Universitätsklinikum Graz relevant werden. Parallel dazu arbeitet die Uni Graz an einem neuen Exzellenzzentrum für gesundes Altern - Erkenntnisse, die ebenfalls direkt in die klinische Krebsforschung einfließen sollen. Der Forschungsstandort Graz festigt damit seine Rolle als einer der führenden Knotenpunkte der biomedizinischen Wissenschaft im deutschsprachigen Raum.