GRAZ JOURNAL

Müll entsorgen in Graz: Ressourcenpark, Tarife, Sperrmüll

Der Ressourcenpark in der Sturzgasse nimmt über 80 Abfallarten an, drei der vier Zonen sind gratis. Mit Öffnungszeiten, Registrierung, allen Tarifen und der neuen Sperrmüll-Abholung.

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Müll entsorgen in Graz: Ressourcenpark, Tarife, Sperrmüll

Der Ressourcenpark in der Sturzgasse

Wer in Graz etwas wegbringen will, das nicht in die Tonne passt, fährt in die Sturzgasse 5 in 8020 Graz. Der Ressourcenpark Graz ist seit Mitte Oktober 2022 in Betrieb und hat das frühere Recyclingcenter ersetzt - im Sprachgebrauch heißt der Standort bis heute schlicht Sturzplatz. Mit rund 20.000 Quadratmetern ist die Anlage mehr als dreimal so groß wie ihre Vorgängerin, die auf 6.000 Quadratmetern regelmäßig für Rückstaus sorgte. Investiert wurden laut Holding Graz rund 9,8 Millionen Euro.

Angenommen werden über 80 Abfallarten. Der Park steht Privatpersonen offen; gewerbliche Abfälle gehören auf denselben Betriebsstandort, aber an eine andere Adresse, nämlich in die Sturzgasse 8. Geöffnet ist Montag bis Samstag von 8:00 bis 18:00 Uhr, an den langen Samstagen von 1. April bis 25. Oktober bis 20:00 Uhr. Sonn- und Feiertage bleiben geschlossen. Wichtig für alle, die es knapp angehen: Die letzte Einfahrt ist 15 Minuten vor Betriebsschluss möglich, damit das Abladen noch innerhalb der Öffnungszeit fertig wird.

Die vier Zonen: drei gratis, eine kostenpflichtig

Der Ressourcenpark ist in vier Bereiche geteilt, und nur einer davon kostet Geld.

  • Re-Use-Zone (gratis): alles, was noch funktioniert und weiterverwendet werden kann - Textilien, Möbel, Bücher und Ähnliches. Daneben steht ein offenes Bücherregal, in dem zu den Öffnungszeiten kostenlos getauscht werden kann. Wer lieber selbst verkauft, findet die Termine in unserem Überblick zu den Flohmärkten in Graz.
  • Wertstoff-Zone (gratis): Papier, Metalle, Kunststoffe und weitere trennbare Materialien.
  • Problemstoff-Zone (gratis): Farben, Lacke, Elektrogeräte und andere Problemstoffe.
  • Reststoff-Zone (kostenpflichtig): Sperrmüll, Bauschutt, Baum- und Strauchschnitt.

Für die drei kostenlosen Zonen brauchen Sie nichts außer dem Abfall selbst. Für die Reststoff-Zone brauchen Sie einen QR-Code, sonst zahlen Sie deutlich mehr - dazu gleich mehr. Was genau wohin gehört, klärt das Abfall-ABC der Holding Graz, das von Acrylglas bis Zimmerpflanzen alphabetisch sortiert ist.

Registrieren lohnt sich: 7 statt 35 Euro

Wer in Graz Haupt- oder Nebenwohnsitz hat und mindestens 16 Jahre alt ist, bekommt einen persönlichen QR-Code und damit fünf vergünstigte Einfahrten pro Kalenderjahr. Jede davon kostet 7 Euro und deckt bis zu 200 Kilogramm ab. Ab der sechsten Einfahrt, bei Mengen über 200 Kilogramm und für Personen ohne Grazer Wohnsitz gilt der Standardtarif.

Der Unterschied ist erheblich. Die Holding Graz rechnet es selbst vor: Wer ohne Registrierung mit 100 Kilo Sperrmüll einfährt, zahlt statt 7 Euro 35 Euro. Denn ohne QR-Code fällt der Mehrmengentarif ab dem ersten Kilogramm an.

Abfallart in der Reststoff-Zonebis 200 kg (mit Registrierung)Mehrmengen / ohne Registrierung
Sperrmüll, Altholz, Teppiche, Matratzen, Reifen, Flachglas, PVC, Eternit, Dämmplatten7,00 €0,35 € pro kg
Bauschutt sortenrein, Baurestmassen, Keramik, Gipskarton7,00 €0,14 € pro kg
Baum- und Strauchschnitt sortenrein, Mähgut, Laub7,00 €0,14 € pro kg

Registriert wird auf drei Wegen: in der Gratis-App „Graz Abfall" über den Menüpunkt für die Einfahrt, über das Formular auf der Seite des Ressourcenparks oder persönlich in einer der städtischen Servicestellen. Der QR-Code lässt sich als PDF herunterladen und ausdrucken, ein Smartphone ist also nicht zwingend nötig. Die fünf vergünstigten Einfahrten verfallen am Jahresende, ab 1. Jänner gibt es automatisch wieder fünf - der bestehende QR-Code bleibt gültig. Bereits 2023 hatten sich 50.000 Grazerinnen und Grazer registriert, das entspricht rund einem Drittel aller Haushalte. Stand August 2026.

Neu: Sperrmüll wird abgeholt

Seit 26. Juni 2026 muss der alte Schrank nicht mehr selbst transportiert werden. Die Holding Graz holt Sperrmüll im gesamten Stadtgebiet direkt vom Privatgrundstück ab, zum Pauschalpreis von 90 Euro pro Abholung. Bezahlt wird bar beim Fahrer. Im Einsatz sind Lkw mit einer Ladekapazität von bis zu sieben Kubikmetern.

Der Ablauf: Termin vereinbaren, Sperrmüll gut sichtbar und leicht zugänglich an der Grundstücksgrenze bereitstellen, abholen lassen. Zwei Einschränkungen sind wichtig. Erstens darf nichts auf Gehsteigen oder anderen öffentlichen Flächen zwischengelagert werden, und die Zufahrt muss für den Lkw passen. Zweitens sind Restmüll, Grünschnitt, Elektroaltgeräte, Bauschutt und Problemstoffe von der Abholung ausgenommen - die müssen weiterhin selbst gebracht werden. Für Haushalte ohne Auto, ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität ersetzt das Service den kompletten Weg in die Sturzgasse.

Wer nur Holz-, Baum- und Strauchschnitt loswerden will, kann diese Abholung separat bestellen: Sie kostet 120 Euro pro Abholung, telefonisch über das Kundenservice der Abfallwirtschaft. Eine Leerfahrt, also ein vergeblicher Anfahrtsversuch, wird mit 69 Euro verrechnet.

Säcke, Behälter und was sie kosten

Sammelhilfen gibt es direkt in der Re-Use-Zone des Ressourcenparks zu kaufen. Die Preise für 2026:

  • Grünschnittsack mit 110 Litern: 4,70 Euro pro Stück
  • Biomüllsackerl mit 10 Litern, 50 Stück pro Packung: 6,10 Euro pro Packung
  • Restmüllsack mit 60 Litern: 12,20 Euro pro Stück
  • „Mülli", der 7-Liter-Biomüllbehälter für die Küche: 14,20 Euro
  • Behälter für medizinische Abfälle: 25 Euro (5 Liter) beziehungsweise 42 Euro (10 Liter)

Die Preise gelten bis Jahresende, danach werden sie indexiert. Der Restmüllsack ist die teuerste Variante der Entsorgung und nur für Ausnahmefälle gedacht, etwa wenn nach einem Umzug einmalig mehr anfällt, als in die Tonne passt.

Was in den Restmüll darf und was nicht

In die graue Tonne gehören laut Abfallwirtschaft unter anderem Fensterglas, Glühbirnen ohne Gase, Spiegel, Geschirr, Katzenstreu und Kleintiermist, kalte Asche, Staubsaugerbeutel, Hygieneartikel, stark verschmutzte Textilien und Schuhe, Tapeten, Blumentöpfe, Kunststoffeimer, nicht elektrisches Spielzeug, CDs, Knochen und Röntgenbilder.

Nicht hinein dürfen Bauschutt, Sperrmüll, Bioabfälle, sämtliche Leicht-, Metall- und Glasverpackungen, Papier und Karton, Elektroaltgeräte, Problemstoffe, Lacke, Chemikalien, Spraydosen, Autoreifen und Gasentladungslampen. Altmedikamente gehen zurück in die Apotheke. Zwei Warnungen stehen ausdrücklich dabei: niemals Problemstoffe einwerfen, weil giftige Substanzen entweichen können, und niemals heiße Asche oder Kohle, weil Brandgefahr besteht. Unbekannte Stoffe bringt man am besten samt Verpackung zum Ressourcenpark oder zu einer Problemstoffsammelstelle.

Für bebaute Liegenschaften besteht in Graz eine Anschlussverpflichtung an die Restmüllabfuhr. Die Jahresgebühr richtet sich nach Behältergröße und Abfuhrrhythmus: Eine 120-Liter-Tonne, 14-tägig entleert, kostet mit Kompostbonus 275,66 Euro pro Jahr, ohne Kompostbonus 321,97 Euro. Bei wöchentlicher Entleerung sind es 551,43 beziehungsweise 642,07 Euro, bei einer 240-Liter-Tonne im 14-Tage-Rhythmus 440,44 beziehungsweise 531,08 Euro. Alle Größen und Rhythmen listen die Restmülltarife der Holding Graz. Stand August 2026.

Biotonne, Mülli und Fetty

Der Bioabfall ist die Fraktion, bei der in Graz am meisten schiefgeht. Die wichtigste Regel: niemals Kunststoffsäcke mitsamt Inhalt in den Sammelbehälter werfen. Für die Vorsammlung in der Küche gibt es den erwähnten Mülli, dazu kompostierbare Papiersackerl, beides im Ressourcenpark erhältlich. Grünschnittsäcke gehören immer neben die Biotonne gestellt, nicht hinein.

Gegen Geruch im Sommer empfiehlt die Abfallwirtschaft drei einfache Mittel: Steinmehl oder Kalk über die Abfälle streuen, angetrocknetes Gras oder Heu schichtweise darüberlegen und den Behälter in den Schatten stellen. Bei Blumenerde und Gartenabfällen ist darauf zu achten, dass keine Steine dabei sind, weil sie die Verarbeitung stören.

Altspeisefette und -öle gehören weder in den Abfluss noch in den Restmüll. Dafür gibt es den Fetty, einen eigenen Sammelbehälter, der bei den Problemstoffsammelstellen oder in der Sturzgasse 8 einfach voll gegen leer getauscht wird. Wer eine Biotonne oder einen anderen Sammelbehälter neu braucht, wendet sich an das Anliegenmanagement der Graz Abfallwirtschaft in der Sturzgasse 16; beantragen können ihn allerdings nur Liegenschaftseigentümer oder eine bevollmächtigte Hausverwaltung, nicht einzelne Mieterinnen und Mieter.

Was aus dem Bioabfall wird, lässt sich im selben Betrieb wieder kaufen: Die Abfallwirtschaft verkauft in der Sturzgasse Komposterde. Beim ersten Erdenkauf kostet der wiederverwendbare Erdenkübel 5 Euro dazu.

Tonne, Abfuhrkalender und Sammelstellen

Der Alltag läuft über die Behälter am Haus. Wann in Ihrer Straße Restmüll, Bioabfall, Altpapier und Verpackungen abgeholt werden, steht im Abfuhrkalender der Holding Graz, der für jede Grazer Adresse abrufbar ist. Dieselben Termine liefert die App „Graz Abfall" samt Erinnerung, dazu das Abfall-ABC und die Einfahrtsregistrierung für den Ressourcenpark.

Für Glas, Metall- und Leichtverpackungen stehen öffentliche Sammelstellen im ganzen Stadtgebiet, deren Standorte die Abfallwirtschaft auf einer Karte führt. Seit 2026 setzt die Stadt zusätzlich auf Unterflurcontainer mit Sensorik, die den Füllstand melden und damit unnötige Leerungsfahrten ersparen. Wer Behälter bestellen oder ändern will - etwa nach einem Umzug oder wenn die Restmülltonne dauerhaft zu klein ist -, macht das ebenfalls über die Abfallwirtschaft; die Gebührenübersicht listet alle Restmüll-Tarife nach Behältergröße.

Für die häufigsten Sonderfälle gilt eine kurze Merkliste: Altmedikamente gehen zurück in die Apotheke, Elektroaltgeräte in die kostenlose Problemstoff-Zone des Ressourcenparks, Altspeisefett in den Fetty, unbekannte Chemikalien samt Originalverpackung zur Problemstoffsammelstelle. Sperrige Einzelstücke, die nicht ins Auto passen, sind der Fall für die mobile Abholung. Wer unsicher ist, erreicht das Kundenservice der Abfallwirtschaft telefonisch unter 0316 887-7272 - dieselbe Nummer, über die auch die Abholung von Holz-, Baum- und Strauchschnitt bestellt wird.

Ein Hinweis für alle, die neu in die Stadt ziehen: Die Registrierung für den Ressourcenpark und die Anmeldung der Mülltonne sind zwei verschiedene Dinge. Wer nur den Wohnsitz gemeldet hat, hat noch keinen QR-Code. Was beim Einzug sonst noch zu erledigen ist, sammelt unser Überblick zum Wohnen in Graz; wer eine Wohnung sucht, findet die aktuellen Quadratmeterpreise im Artikel zu den Immobilienpreisen in Graz.

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