GRAZ JOURNAL

Plasma und Blut spenden in Graz

Zwei Plasmazentren in der Stadt, eines in Seiersberg, dazu die Blutspendetermine des Roten Kreuzes: Adressen, Voraussetzungen, Ausschlussgründe und was es dafür gibt.

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Plasma und Blut spenden in Graz

Wo Sie in Graz Plasma spenden können

Graz hat zwei Plasmazentren im Stadtgebiet, ein drittes liegt direkt an der südlichen Stadtgrenze. Alle drei arbeiten mit Terminvergabe: Wer ohne Voranmeldung kommt, riskiert Wartezeit oder eine Abfuhr. Vor der ersten Spende steht immer eine ärztliche Untersuchung, bei der über die Zulassung entschieden wird.

BioLife Plasmazentrum Graz Europaplatz
Plasmazentrum · beim Hauptbahnhof
Europaplatz 20
8020 Graz
(Bezirk Lend)

Das ältere der beiden Grazer BioLife-Zentren liegt direkt am Europaplatz und damit fußläufig zum Hauptbahnhof - für alle, die mit der Bahn kommen oder in der Mittagspause spenden wollen, die praktischste Adresse der Stadt.

Terminvereinbarung läuft telefonisch, per E-Mail oder über die App des Betreibers. Zur Erstspende brauchen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis und eine Meldebescheinigung. Stand August 2026.

Beim Hauptbahnhof Termin nötig App-Buchung
BioLife Plasmazentrum Graz-Citypark
Plasmazentrum · im Einkaufszentrum
Lazarettgürtel 55
8020 Graz
(im Citypark)

Das jüngere Zentrum sitzt im Einkaufszentrum Citypark am Lazarettgürtel und ist damit die Variante für alle, die Spende und Einkauf verbinden. Nach Angaben des Betreibers stehen auf mehr als 320 Quadratmetern 27 Liegen zur Verfügung.

Praktisch ist die Anbindung: Der Citypark ist mit den Straßenbahnlinien erreichbar, hat eine große Tiefgarage und deckt mit seinen Öffnungszeiten auch den späten Nachmittag ab. Stand August 2026.

27 Liegen Im Citypark Parkgarage
Europlasma Spendezentrum Seiersberg
Plasmazentrum · Shopping City Seiersberg
Shopping City Seiersberg 1, Ebene 3
8054 Seiersberg

Knapp außerhalb der Stadtgrenze, auf Ebene 3 der Shopping City Seiersberg. Für den Grazer Süden ist das die nächstgelegene Adresse, mit dem Auto und mit dem Bus gut erreichbar.

Europlasma bewirbt für die erste Spende eine Aufwandsentschädigung von 40 Euro; gebucht wird telefonisch, per Mail, über die Website oder die eigene App. Weitere Zentren des Betreibers in der Steiermark gibt es in Leoben. Stand August 2026.

40 € Erstspende Ebene 3 App-Buchung

Weiter im Land, aber für Pendlerinnen und Pendler relevant: PlasmaVita betreibt Zentren in Vogau (Minasstraße 1) und in Bad Radkersburg im Süd Ost Shopping, Europlasma zusätzlich eines in Leoben. Die vollständige Liste führt die Interessengemeinschaft Plasma.

Wer spenden darf

Die Zulassungskriterien sind im Blutsicherheitsgesetz und in der Blutspendeverordnung geregelt, sie gelten also in allen Zentren gleich. Die vier Grundvoraussetzungen:

  • Alter: 18 bis 60 Jahre. Bei der ersten Spende darf das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet sein.
  • Körpergewicht: mindestens 50 und höchstens 150 Kilogramm.
  • Gesundheit: gute körperliche und geistige Verfassung, festgestellt bei der ärztlichen Untersuchung vor der Erstspende.
  • Nachweise: amtlicher Lichtbildausweis und eine Meldebescheinigung als Wohnsitznachweis. Danach bekommen Sie eine Spender-ID, die bei jeder weiteren Spende vorzuweisen ist.

Wer nicht spenden darf

Manche Ausschlussgründe gelten dauerhaft, andere nur für eine bestimmte Zeit. Dauerhaft ausgeschlossen sind Menschen mit Epilepsie, Hepatitis, HIV-Infektion oder bestimmten Autoimmunerkrankungen, ebenso Personen nach einer Krebserkrankung - Ausnahmen sind erfolgreich behandelte Basaliome und Carcinoma in situ. Wer an Malaria erkrankt war oder sich länger als sechs Monate dauerhaft in einem Malariagebiet aufgehalten hat, ist ebenfalls ausgeschlossen, ebenso Menschen mit Suchtmittelmissbrauch.

Ein Sonderfall betrifft eine ganze Generation: Wer sich zwischen 1980 und 1996 mehr als sechs Monate in Großbritannien aufgehalten hat, ist dauerhaft von der Plasmaspende ausgeschlossen. Der Grund liegt in der BSE-Vorsorge.

Vorübergehend pausieren müssen Sie in diesen Fällen: nach Tattoo oder Piercing vier Monate, nach einem einmaligen HIV-Risikoverhalten oder erhöhtem Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten jeweils zwölf Monate, während der Schwangerschaft und bis sechs Monate danach. Auch Aufenthalte in Gebieten mit erhöhtem Risiko für Chikungunya, Dengue, Malaria, West-Nil-Virus oder Zika führen zu einer befristeten Rückstellung. Die vollständige Aufstellung führt die FAQ-Seite der IG Plasma.

Was Plasma überhaupt ist

Blutplasma ist der gelblich-flüssige Anteil des Blutes, der übrig bleibt, wenn rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen und andere Zellbestandteile entfernt sind. Mit rund 55 Prozent ist es der größte Einzelbestandteil des Blutes und enthält Wasser, Salze, Enzyme, Antikörper und weitere Proteine.

Aus diesen Proteinen werden Arzneimittel gewonnen, die sich nicht synthetisch herstellen lassen - etwa für Menschen mit angeborenen Immundefekten, Gerinnungsstörungen wie Hämophilie oder nach schweren Verbrennungen. Das ist der Grund, warum Plasmaspenden bezahlt werden dürfen, Blutspenden aber nicht: Plasma geht in die industrielle Arzneimittelproduktion, Vollblut in die direkte Versorgung von Patientinnen und Patienten.

Warum die Zentren dauernd suchen

Wer in Graz durch die Innenstadt geht, kommt an Plakaten und Ständen der Plasmazentren kaum vorbei. Der Grund ist ein struktureller: Österreich ist eines der wenigen Länder, die mehr Plasma gewinnen, als sie selbst brauchen, und beliefert damit die europäische Arzneimittelproduktion mit. Gleichzeitig lässt sich Plasma nicht künstlich herstellen und nicht lange lagern - jede Charge muss gespendet werden.

Für Graz kommt ein zweiter Faktor dazu: Allein die Uni Graz und die TU zählen zusammen über 43.000 Studierende, dazu kommen die weiteren Hochschulen - also genau jene Altersgruppe, die die Zulassungskriterien am ehesten erfüllt und für die eine Aufwandsentschädigung relevant ist. Deshalb liegen beide städtischen Zentren dort, wo diese Gruppe ohnehin unterwegs ist - beim Hauptbahnhof und in einem Einkaufszentrum an der Straßenbahnlinie.

Blut spenden: der andere Weg

Wer nicht in ein Plasmazentrum will oder wegen des Alters dort nicht mehr zugelassen ist, kann beim Roten Kreuz Vollblut spenden. Die Regeln unterscheiden sich deutlich:

PlasmaspendeBlutspende (Rotes Kreuz)
Alter18 bis 60 Jahre18 bis 70 Jahre, Erstspende vor 60
Gewicht50 bis 150 kgmindestens 50 kg
Häufigkeitmehrmals monatlich möglichMänner 4x, Frauen 3x pro Jahr
Mindestabstandwenige Tage8 Wochen
Entnommen wirdPlasma, Zellen kommen zurückrund 465 ml Vollblut
BezahlungAufwandsentschädigungkeine

Die eigentliche Blutspende dauert nur sechs bis sieben Minuten, mit Fragebogen, ärztlichem Gespräch und Ruhepause sollten Sie rund eine Stunde einplanen. Ein amtlicher Lichtbildausweis ist Pflicht. In Österreich wird laut Rotem Kreuz alle 90 Sekunden eine Blutkonserve gebraucht, das sind fast 1.000 pro Tag. Termine in Graz und Umgebung stehen auf blut.at, telefonisch erreichbar ist das Rote Kreuz unter 0800 190 190.

Wie eine Plasmaspende abläuft

Der Ablauf ist in allen Zentren ähnlich. Nach der Anmeldung mit Ausweis und Spender-ID kommt ein kurzer Gesundheitscheck: Blutdruck, Puls, Temperatur, dazu ein Fingerstich zur Bestimmung des Hämoglobinwerts. Wer zu niedrige Werte hat, wird an diesem Tag zurückgestellt - das passiert häufiger, als Neulinge erwarten, und ist kein Grund zur Sorge.

Die Spende selbst läuft über eine Apherese-Maschine: Das Blut wird über eine Armvene entnommen, in der Maschine getrennt, das Plasma abgeschieden und die restlichen Bestandteile zusammen mit einer Kochsalzlösung zurückgeführt. Genau deshalb ist der Körper schneller wieder spendefähig als nach einer Vollblutspende - die roten Blutkörperchen bleiben ja im Kreislauf.

Ein häufiges Missverständnis betrifft das Kribbeln in den Lippen oder Fingern, das manche während der Spende bemerken. Es hängt mit dem Gerinnungshemmer zusammen, der dem Blut in der Maschine zugesetzt wird, und lässt nach, wenn das Personal die Geschwindigkeit anpasst. Sagen Sie es einfach - dafür ist es da.

Vor dem ersten Termin

Die Zentren in Graz sind unterschiedlich stark ausgelastet: Am Europaplatz sind die frühen Vormittage meist ruhiger, im Citypark die Zeit direkt nach Ladenöffnung. Wer einen festen Rhythmus etablieren will, bucht am besten mehrere Termine im Voraus.

Häufigster Grund für eine Absage beim ersten Termin sind übrigens nicht Krankheiten, sondern Formalitäten: fehlende Meldebescheinigung, abgelaufener Ausweis oder ein zu niedriger Hämoglobinwert nach einer durchzechten Nacht. Alle drei lassen sich vermeiden.

Drei Dinge machen den Unterschied zwischen einer angenehmen und einer unangenehmen ersten Spende. Erstens: ausreichend trinken, idealerweise einen halben bis ganzen Liter Wasser in den Stunden davor. Zweitens: normal essen, aber nichts Fettreiches - stark fetthaltiges Blut kann zur Ablehnung der Spende führen. Drittens: Zeit mitbringen. Die Erstuntersuchung dauert deutlich länger als die späteren Routinetermine.

Rechnen Sie beim ersten Mal mit ein bis zwei Stunden, danach mit etwa einer Stunde pro Termin. Wer regelmäßig spendet, bucht am besten über die App des jeweiligen Betreibers - die Zentren in Graz sind zu den Randzeiten am Abend und am Samstag am stärksten ausgelastet.

Ein Wort zur Aufwandsentschädigung: Sie ist gesetzlich als Ersatz für Zeitaufwand und Wegkosten gedacht, nicht als Verdienst. Wer allein deshalb spendet, unterschätzt meist, wie viel Zeit regelmäßige Termine kosten, und übersieht, dass die Zentren bei jedem Besuch neu über die Zulassung entscheiden. Die Höhe unterscheidet sich zwischen den Betreibern und ändert sich immer wieder - fragen Sie am besten direkt im Zentrum nach dem aktuellen Betrag und danach, ob es Zuschläge für Werbung neuer Spenderinnen und Spender gibt.

Wer den Termin plant, sollte auch an den Weg danach denken: Nach der Spende ist Autofahren erlaubt, aber die ersten Minuten im Freien fühlen sich für viele ungewohnt an. Beide Grazer Zentren liegen an Straßenbahnlinien, was die Heimfahrt einfacher macht als das Suchen des Parkplatzes.

Nach der Spende gilt: sitzen bleiben, bis der Kreislauf stabil ist, danach trinken und einige Stunden auf Sport, Sauna und Alkohol verzichten. Wer das ignoriert, merkt es meist beim Aufstehen. Für alle, die im Anschluss ohnehin nichts vorhaben: Die Zentren am Europaplatz und im Citypark liegen an zwei der bestangebundenen Punkte der Stadt - Details zu Linien und Tickets stehen in unserem Öffi-Guide für Graz.

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