GRAZ JOURNAL

Sehenswürdigkeiten in Graz: Die wichtigsten Orte

Hauptplatz, Glockenspiel, Murinsel, Kunsthaus, Dom, Zeughaus und Schloss Eggenberg: was die Orte ausmacht, was der Eintritt kostet und welche Runde sich an einem Tag ausgeht.

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Sehenswürdigkeiten in Graz: Die wichtigsten Orte

Die Altstadt ist die Sehenswürdigkeit

Graz hat rund 345.000 Einwohnerinnen und Einwohner, davon 307.912 mit Hauptwohnsitz - die zweitgrößte Stadt Österreichs, aber mit einem Zentrum, das man in einem halben Tag abgehen kann. Genau das ist der Punkt: Die Grazer Altstadt steht seit 1999 als Ensemble auf der UNESCO-Welterbeliste, nicht wegen eines einzelnen Bauwerks, sondern weil hier Gotik, Renaissance, Barock und Gründerzeit auf engem Raum nebeneinanderstehen und über Jahrhunderte kaum überformt wurden. Wie es zu dieser Aufnahme kam, steht in unserem Artikel zum UNESCO-Welterbe Graz.

Für den Besuch heißt das: Die Wege sind kurz. Vom Hauptplatz zum Dom sind es sieben Gehminuten, zum Kunsthaus fünf, auf den Schloßberg je nach Route zwischen zwei Minuten mit der Bahn und zwanzig über die Stiege. Wer nur einen Tag hat, schafft die zentralen Orte zu Fuß, ohne ein einziges Ticket für Öffis zu lösen.

Hauptplatz, Rathaus und das Glockenspiel

Der Hauptplatz ist der Knotenpunkt: Die Straßenbahnlinien laufen zusammen, an der Westseite steht das Rathaus, und die Gassen führen von dort in alle Richtungen der Altstadt. In der Mitte steht der Erzherzog-Johann-Brunnen, der an den Mann erinnert, der die Steiermark im 19. Jahrhundert modernisiert hat - mehr zu ihm in unserem Porträt über Erzherzog Johann und Graz. Rund um den Platz reihen sich Marktstände mit Würstel, Bosna und Käsekrainer, die zu den wenigen Gastronomiebetrieben der Stadt gehören, die auch spätabends offen haben.

Zwei Gassen weiter südöstlich liegt der Glockenspielplatz. Am Haus mit der Nummer 4 öffnen sich dreimal täglich - um 11:00, 15:00 und 18:00 Uhr - die Fenster im Giebel, und ein hölzernes Paar in steirischer Tracht dreht sich zu den Klängen von 24 Glocken. Zum Schluss hebt ein goldener Hahn die Flügel. Errichtet wurde das Werk zwischen 1903 und 1905 vom Spirituosenfabrikanten Gottfried Maurer, der es der Stadt 1929 mit der Auflage schenkte, es dauerhaft zu betreiben.

Die Technik dahinter ist beachtlich: Eine 800 Kilogramm schwere Spielwalze mit 800 Stahlstiften programmiert die Melodien, die fünfmal im Jahr wechseln - von alpenländischen Liedern über Jodler bis zu Weihnachtsstücken. Nach mehreren Ausfällen stand das Glockenspiel 2025 monatelang still; seit 1. September 2025 spielt es wieder. Eine Generalsanierung ist weiterhin ausständig. Die Beschreibung des Werks samt Geschichte steht beim Stadtportal Graz. Zuschauen kostet nichts. Stand August 2026.

Murinsel und Kunsthaus: das Erbe von 2003

Das Kulturhauptstadtjahr 2003 hat Graz zwei Bauten hinterlassen, die heute auf jedem zweiten Foto der Stadt zu sehen sind. Beide stehen am Wasser, beide waren umstritten, beide sind geblieben.

Murinsel
Begehbare Plattform · Café · Amphitheater
In der Mur, Zugang über
Lendkai und Mariahilferplatz
8020 Graz

Der New Yorker Künstler Vito Acconci entwarf die Insel als Verbindung zwischen den beiden Murufern. Die 450 Tonnen schwere Stahlkonstruktion besteht aus zwei Kuppeln, erinnert an eine aufgeklappte Muschel und misst 50 mal 20 Meter. Weil sie wie ein Schiff konstruiert ist, steht sie nie ganz still und gibt die Bewegung des Wassers an die Besucher weiter.

Untergebracht sind ein Café und ein Amphitheater unter freiem Himmel, das im Sommer für Veranstaltungen genutzt wird. Ursprünglich war die Insel nur für das Jahr 2003 gedacht; nach den Hochwassern 2012 und 2018 brauchte es Schutzmaßnahmen gegen Treibgut. Der Zugang über die beiden Stege ist kostenlos. Stand August 2026.

Zugang gratis 50 x 20 Meter Seit 2003
Kunsthaus Graz
Ausstellungshaus · Zeitgenössische Kunst
Lendkai 1
8020 Graz
(Bezirk Lend)

Die blaue Blase am Lendkai, im Volksmund Friendly Alien, zeigt internationale zeitgenössische Kunst. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10:00 bis 18:00 Uhr, geschlossen bleibt am 24. und 25. Dezember 2026, zusätzlich geöffnet ist am 26. Oktober.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 13 Euro, für Besucherinnen und Besucher unter 19 Jahren ist er frei. Studierende, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener von 19 bis 25 zahlen 6,50 Euro, Senioren und Gruppen ab 12 Personen 11 Euro. Wer mehrere Häuser des Joanneums sehen will, nimmt das 24-Stunden-Ticket um 20 Euro oder das 48-Stunden-Ticket um 26 Euro. Das Kunsthauscafé ist Montag bis Samstag von 9:00 bis 24:00 Uhr offen, an Sonn- und Feiertagen bis 20:00 Uhr. Stand August 2026.

13 € Eintritt Unter 19 gratis Di bis So

Schloßberg: der Berg mitten in der Stadt

Der Schloßberg ist der Grund, warum Graz überhaupt hier steht: Die Festung auf dem Felsen war jahrhundertelang uneinnehmbar. Napoleons Truppen bekamen sie erst 1809 über einen Vertrag, nicht über einen Sturm. Geblieben sind nach der Schleifung der Uhrturm, der Glockenturm, die Kasematten und ein Netz aus Stollen im Berg.

Hinauf kommen Sie auf vier Wegen: über die Schloßbergstiege mit ihren 260 Stufen, mit der Schloßbergbahn, mit dem Lift im Berg oder auf den Serpentinen von Norden. Oben warten Gastronomie, die Open-Air-Bühne in den Kasematten und der beste Blick über die Dächer. Details zu Auffahrt, Preisen und den einzelnen Bauwerken stehen in unserem eigenen Artikel zum Schloßberg und Uhrturm.

Dom, Mausoleum und Zeughaus

Nordöstlich des Hauptplatzes liegt das dichteste Bündel historischer Bauten. Der Dom St. Ägidius war ursprünglich Hofkirche der Habsburger und trägt an der Südwand noch Reste des Landplagenbildes von 1485. Direkt daneben steht das Mausoleum Ferdinands II., eines der wichtigsten Bauwerke des österreichischen Frühbarock, dessen Innenraum der junge Johann Bernhard Fischer von Erlach gestaltete. Beide sind einen eigenen Artikel wert: der Dom und das Mausoleum.

Gleich um die Ecke, in der Herrengasse, liegt das Landeszeughaus - mit rund 32.000 Objekten die größte historische Waffenkammer der Welt, in vier Stockwerken so aufgestellt, wie sie im 17. Jahrhundert für die Landesverteidigung bereitlag. Was dort steht und warum es die Sammlung überhaupt noch gibt, erklärt unser Artikel zum Landeszeughaus. Im selben Häuserblock steht der Landhaushof, dessen dreigeschoßige Arkaden zu den bedeutendsten Renaissance-Höfen des Landes zählen und im Sommer für Konzerte bespielt werden. Der Zugang zum Hof ist frei.

Schloss Eggenberg und die Grazer Burg

Vier Kilometer westlich der Innenstadt steht Schloss Eggenberg, seit 2010 Teil des UNESCO-Welterbes. Die Anlage ist als Kalenderwerk gebaut: 365 Fenster für die Tage des Jahres, dazu 24 Prunkräume und eine durchgehend kosmologische Gesamtkonzeption. Die Prunkräume sind nur mit Führung zugänglich, der Landschaftspark täglich von 8:00 bis 19:00 Uhr geöffnet - das Park-Ticket kostet 3 Euro für Erwachsene. Was im Park sonst noch wächst und was die Jahreskarte kostet, steht in unserem Artikel über die Parks in Graz.

In der Altstadt selbst liegt die Grazer Burg hinter dem Dom, heute Sitz der Landesregierung. Sehenswert ist vor allem die Doppelwendeltreppe aus dem Jahr 1499: zwei Treppenläufe, die sich auf jedem Stockwerk trennen und wieder vereinen. Sie ist frei zugänglich, kostet nichts und wird trotzdem regelmäßig übersehen. Die Geschichte des Baus steht in unserem Artikel zur Grazer Burg.

Öffnungszeiten und Preise auf einen Blick

OrtGeöffnetEintritt
Altstadt, Hauptplatz, Landhaushofjederzeitfrei
Doppelwendeltreppe in der Burgzu Amtszeiten zugänglichfrei
Glockenspieltäglich 11:00, 15:00, 18:00 Uhrfrei
Murinseljederzeit begehbar, Café saisonalfrei
Kunsthaus GrazDi bis So und Feiertag 10:00-18:00 Uhr13 €, unter 19 frei
Landeszeughaus1. April bis 31. Oktober, täglich außer Montag 10:00-18:00 UhrJoanneum-Tarif
Schlosspark Eggenbergtäglich 8:00-19:00 Uhr3 €
Prunkräume Eggenberg28. März bis 31. Oktober, Di bis So, Führungen 10, 11, 12, 14, 15, 16 UhrFührungsticket

Im Winter schrumpft das Angebot spürbar: Das Zeughaus ist von November bis März nur eingeschränkt zugänglich, in Eggenberg schließen die Prunkräume Anfang November. Offen bleiben Altstadt, Kunsthaus, Dom und der Schloßberg - der Berg hat im Winter sogar den Vorteil, dass die Sicht bei klarer Luft weit über die Hügel im Umland reicht.

Eine Runde, die sich an einem Tag ausgeht

Wer wenig Zeit hat, geht diese Reihenfolge: Hauptplatz, Herrengasse mit Landhaushof und Zeughaus, weiter zum Glockenspielplatz (Zeit nach den Spielzeiten planen), dann über den Karmeliterplatz zu Dom und Mausoleum, hinauf auf den Schloßberg, hinunter über die Stiege zum Schloßbergplatz und über die Mur zur Murinsel und zum Kunsthaus. Das sind rund vier Kilometer zu Fuß, mit Pausen ein guter halber Tag.

Was das kostet, hängt davon ab, wie viel Sie von innen sehen wollen. Altstadt, Landhaushof, Doppelwendeltreppe, Murinsel und Glockenspiel sind gratis, ebenso die Aussicht vom Schloßberg, wenn Sie zu Fuß gehen. Eintritt zahlen Sie im Kunsthaus, im Zeughaus, in den Prunkräumen von Eggenberg und für die Auffahrt auf den Berg. Wer mehrere Joanneum-Häuser besuchen will, fährt mit dem 24-Stunden-Ticket um 20 Euro deutlich günstiger als mit Einzelkarten.

Für den geführten Zugang gibt es Rundgänge quer durch alle Themen, von der klassischen Altstadtrunde bis zur Krimitour - eine Übersicht mit Terminen finden Sie unter Stadtführungen in Graz. Und wenn das Wetter nicht mitspielt: Museen, Hallen und Indoor-Ziele sammelt unser Artikel Graz bei Regen.

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