GRAZ JOURNAL
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Sonne-Licht-Schatten: Außenliegender Sonnenschutz kommt zu kurz

Die Grazer Fachhandelskooperation Sonne-Licht-Schatten meldet sich in der Hitzeschutzdebatte zu Wort: Raffstore, Rollläden und Screens blockieren einen Großteil der Sonnenwärme, bevor sie ins Gebäude gelangt - und werden aus ihrer Sicht politisch unterschätzt.

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Wenn im Sommer über Hitze in Wohnungen und Büros diskutiert wird, dreht sich vieles um Klimaanlagen und Gebäudebegrünung. Eine Branche fühlt sich dabei übergangen - und sie sitzt in Graz: Die Fachhandelskooperation Sonne-Licht-Schatten mit Sitz in der Reininghausstraße, ein Zusammenschluss österreichischer Sonnenschutzfachhändler, hat Anfang Juli in einer Aussendung darauf gedrängt, außenliegenden Sonnenschutz stärker mitzudenken. Geschäftsführer Markus Szotrell sieht darin einen unterschätzten Baustein der Hitzevorsorge.

Bis zu 71 Prozent weniger Kühlbedarf

Das Argument der Kooperation: Beschattung, die außen vor der Scheibe sitzt, fängt die Sonnenwärme ab, bevor sie überhaupt ins Zimmer gelangt. Nach den von Sonne-Licht-Schatten zitierten Zahlen blockieren Raffstore, Rollläden und textile Screens bis zu 60 bis 80 Prozent der solaren Wärmestrahlung, senken die maximale Raumtemperatur um bis zu 3,2 Grad und reduzieren den Kühlenergiebedarf um bis zu 71 Prozent. Ein Klimagerät setzt dagegen erst an, wenn die Wärme bereits im Raum ist.

Szotrell formuliert den Vorwurf an die Debatte deutlich: „Außenliegender Sonnenschutz kommt in der aktuellen Hitzeschutzdebatte zu kurz. Dabei ist er eine der wirksamsten Maßnahmen, um Gebäude gar nicht erst aufheizen zu lassen: leistbar, langlebig und ohne laufende Betriebskosten."

Nutzen auch im Winter - und die Förderfrage

Die Kooperation verweist darauf, dass automatisierte Systeme nicht nur im Sommer wirken: Über das Jahr gerechnet ließen sich mit ihnen bis zu 40 Prozent Energie einsparen, weil geschlossene Behänge im Winter auch Wärmeverluste über Fenster und Fassade dämpfen. Kritik übt Sonne-Licht-Schatten an der Förderlogik: Während Wien außenliegenden Sonnenschutz mit bis zu 50 Prozent unterstütze, gebe es für reine Klimageräte keine Bundesförderung. Gefordert werden zudem vereinfachte Zustimmungsregeln und klarere Genehmigungswege, damit etwa in Mehrparteienhäusern schneller nachgerüstet werden kann.

Eine Branche mit Grazer Adresse

Hinter der Aussendung steht keine einzelne Firma, sondern eine Handelskooperation, die österreichische Sonnenschutz-Fachbetriebe und Lieferpartner bündelt und ihren Sitz in Graz hat. Ihr Sortiment reicht von Markisen, Pergolen und Lamellendächern für Terrasse und Balkon über Raffstore, Rollläden und Senkrechtmarkisen an der Fassade bis zu Jalousien, Plissees und Rollos für den Innenraum. Für Grazer Haushalte, die angesichts der zunehmenden Sommerhitze über Nachrüstungen nachdenken, ist die Meldung damit weniger politisches Statement als praktischer Hinweis, welche Rolle die Reihenfolge spielt: Wer die Wärme draußen hält, muss sie drinnen nicht wieder wegkühlen.