GRAZ JOURNAL
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Erstversorgungsambulanz Graz: Pilotprojekt zeigt Wirkung

Die gemeinsame Erstversorgungsambulanz von UKH und LKH Graz West behandelte im Jahr 2025 rund 12.500 Patientinnen und Patienten mit leichteren Beschwerden und entlastet damit zwei der meistfrequentierten Spitalsambulanzen der Stadt spürbar.

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Eineinhalb Jahre nach ihrer Gründung zieht die gemeinsame Erstversorgungsambulanz von UKH Steiermark und LKH Graz, Standort West, eine positive Bilanz: Im Jahr 2025 wurden in der sogenannten EVA Graz-West insgesamt 12.500 Patientinnen und Patienten behandelt - das entspricht rund 1.000 Patientinnen und Patienten pro Monat. Das Leistungsspektrum umfasst leichtere Beschwerden wie Verstauchungen, Wunden und fiebrige Infekte, ergänzt durch labortechnische und radiologische Diagnostik.

Entlastung für überlastete Spitalsambulanzen

Vor der Einrichtung der EVA kam es in den Ambulanzen des UKH Steiermark - Standort Graz und des LKH Graz II - Standort West regelmäßig zu Verzögerungen, auch für jene Patientinnen und Patienten, die auf eine spitalsärztliche Behandlung tatsächlich angewiesen sind. Die Erstversorgungsambulanz übernimmt seither eine Filterfunktion: Wer nach der Ersteinschätzung keine spitalsärztliche Behandlung benötigt, wird direkt in der EVA versorgt. Dadurch werden in den Spitalsambulanzen Ressourcen frei und Wartezeiten reduziert.

Die Ambulanz ist werktags von 8 bis 20 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner übernehmen die Behandlung und buchen sich tageweise ein. Den laufenden Betrieb finanzieren gemeinsam AUVA, Gesundheitsfonds Steiermark, ÖGK, SVS und BVAEB.

Aufbau und Investition

Die Adaptierungsarbeiten im UKH Steiermark - Standort Graz wurden in den Monaten November und Dezember 2024 durchgeführt. Der Gesundheitsfonds Steiermark stellte dafür eine Investitionsförderung von 195.000 Euro bereit. Nach einer erfolgreichen Testphase im Dezember 2024 nahm die EVA Graz-West am 7. Jänner 2025 den Vollbetrieb auf. AUVA-weit betreuten Erstversorgungsambulanzen im Jahr 2025 insgesamt 25.999 Patientinnen und Patienten.

Steirischer Gesundheitsreformkurs als Rahmen

Das Projekt steht im Kontext des steirischen Gesundheitsreformkurses. Mit dem Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) 2030 hat die Landesregierung Ende 2025 festgelegt, wie die stationäre und ambulante Versorgung in der Steiermark künftig organisiert sein soll. Seit Jänner 2026 ist der RSG in Kraft, die KAGes arbeitet an der operativen Umsetzung.

Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) betonte, das Projekt überwinде „das Dickicht an Kompetenzen, Zuständigkeiten und Finanzströmen im Gesundheitssystem und stellt die Patient:innen in den Mittelpunkt". KAGes-Vorstandsvorsitzender Gerhard Stark und KAGes-Vorstand Ulf Drabek sprachen von einem „gelungenen Beispiel für eine abgestufte ambulante Versorgung" und hoben die erfolgreiche Vernetzung unterschiedlicher Krankenhausträger mit ÖGK und Gesundheitsfonds hervor.

Angesichts der positiven Ergebnisse wird das Grazer Modell bereits als mögliche Blaupause für andere österreichische Standorte diskutiert. Weitere Informationen zur Erstversorgungsambulanz stellt die AUVA auf ihrer Website bereit.