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Fit2Invest Education: Uni Graz bringt Börse in die Schule

Die Universität Graz und die Raiffeisen-Landesbank Steiermark haben gemeinsam das kostenlose Online-Lernspiel „Fit2Invest Education" entwickelt, das Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II spielerisch Finanzwissen vermittelt.

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Die Universität Graz und die Raiffeisen-Landesbank Steiermark haben das kostenlose Online-Lernspiel „Fit2Invest Education" entwickelt, das Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II an das Thema Geldanlage heranführt. Das Tool richtet sich an 15- bis 19-Jährige aller Schultypen und soll nun nach einer Testphase in mehreren steirischen Schulen österreichweit angeboten werden.

Vier Szenarien, historische Marktdaten, echte Entscheidungen

Das Spiel umfasst vier Szenarien mit klar definierten Lernzielen rund um die Themen Aktienkurse, Investmentfonds und andere Geldanlagen. Schülerinnen und Schüler erleben dabei historische Marktsituationen und treffen eigene Anlageentscheidungen - etwa das Ansparen für eine Immobilie oder einen Autokauf. Auf diese Weise sollen Chancen und Risiken von Veranlagungen greifbar und verständlich werden. Das Spiel ist gemäß österreichischem Lehrplan konzipiert und erfüllt Lernziele in den Bereichen Wirtschaft, Finanzkompetenz und kritisches Denken.

Wissenschaftlich verantwortet wird das Projekt von Stefan Palan vom Institut für Banken und Finanzierung der Uni Graz, der das ursprüngliche Finanzsimulationsformat „Fit2Invest" entwickelt hat. Die Schulversion wurde maßgeblich von Wirtschaftspädagogin Elisabeth Riebenbauer (Uni Graz) mitgestaltet. Die technische Umsetzung übernahm der IT- und KI-Dienstleister Ascent im Auftrag der Raiffeisen-Landesbank Steiermark.

Wissenschaftlich belegt und kostenlos für Schulen

Eine Wirksamkeitsstudie mit 167 Teilnehmerinnen und Teilnehmern belegte die Eignung des Spiels zur Vermittlung von Finanzwissen. Für Schulen ist das Angebot vollständig kostenlos. Raiffeisen-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter unterstützen Lehrkräfte zudem bei der ersten Unterrichtseinheit direkt im Klassenzimmer.

Elisabeth Riebenbauer betont den Grundsatz des Projekts: „Das ist durchaus komplex, der Finanzmarkt, aber der Zugang und die Anwendung, die müssen einfach sein."

Stefan Palan ergänzt: „Mit Fit2Invest kann man Veranlagungsstrategien spielerisch und gleichzeitig wissenschaftlich fundiert erlernen. Dabei werden gängige Mythen ausgeräumt und nachhaltig erfolgversprechende Anlageregeln vermittelt."

Lokaler Impuls mit nationaler Reichweite

Der Anstoß für das Projekt kam aus dem Beratungsalltag der Raiffeisen-Bankbetreuerinnen und -Betreuer, die einen wachsenden Bedarf an Finanzkompetenzen bei Kundinnen und Kunden feststellten. Rund 6,4 Milliarden Euro Guthaben liegen derzeit auf steirischen Girokonten - ein Betrag, der laut den Projektbeteiligten bei besserer Finanzbildung zielgerichteter veranlagt werden könnte. Die nationale Finanzbildungsstrategie der österreichischen Bundesregierung bildete den politischen Rahmen für die Entwicklung der Schulversion.

Uni-Graz-Rektor Peter Riedler unterstreicht die Bedeutung solcher Kooperationen: „Als Bildungseinrichtung mit einer langen Tradition in den Finanzwissenschaften ist es der Universität Graz ein großes Anliegen, möglichst vielen Menschen fundiertes Finanzwissen zugänglich zu machen. Genauso wichtig ist der Transfer von Wissen in die Gesellschaft und Wirtschaft, damit Innovationen entstehen können."

Mit „Fit2Invest Education" positioniert sich Graz als Standort für praxisnahe Finanzbildungsinnovation: Ein Produkt, das steirische Bankpraxis und universitäres Know-how verbindet und nun Schulen in ganz Österreich offensteht. Interessierte Lehrkräfte finden alle Informationen auf der Projektwebsite Fit2Invest Education.