Klanglicht 2026: Grazer Festival expandiert nach Wien
Das Grazer Klanglicht-Festival bringt sein Format 2026 erstmals nach Wien: Ab 23. Oktober verwandelt Klanglicht Im Park den Schwarzenberggarten beim Belvedere in einen Schauplatz für Licht- und Klangkunst - parallel zur gewohnten Ausgabe im Schloss Eggenberg.
Österreichs größtes Licht- und Klangfestival wagt 2026 einen bedeutenden Schritt: Klanglicht, das seit 2015 jährlich in Graz stattfindet, eröffnet heuer erstmals eine zweite Ausgabe in Wien. Unter dem Namen Klanglicht Im Park bespielt das Festival ab 23. Oktober 2026 den Schwarzenberggarten beim Belvedere - und schafft damit erstmals ein überregionales Kulturprojekt mit zwei Spielorten.
Wien als neuer Resonanzraum
Die Wiener Premiere findet in Zusammenarbeit mit der Fürstlich Schwarzenberg'schen Familienstiftung sowie dem Künstlermanager Georg Hoanzl statt. Als Highlight der Wien-Ausgabe gilt Luke Jerrams Installation Museum of the Moon, die den Mond in präziser Detailtreue in den historischen Garten bringt. Klanglicht Im Park läuft vom 23. Oktober 2026 bis Anfang Januar 2027.
Bernhard Rinner, Geschäftsführer der Bühnen Graz, zeigte sich bei der Ankündigung enthusiastisch: „KLANGLICHT erstmals nach Wien zu bringen, erfüllt mich mit großer Freude und Stolz. Mit dem Schwarzenberggarten beim Belvedere eröffnet sich ein außergewöhnlicher neuer Resonanzraum für Licht- und Klangkunst - inmitten einer der großen Kulturmetropolen Europas."
Die Kooperation zwischen Graz und Wien ist kostenneutral organisiert: Ein Lizenzvertrag sichert den Bühnen Graz jährlich 50.000 Euro - ohne zusätzliche Belastung des öffentlichen Budgets. Angesichts der angespannten Lage im Kulturbereich ein bemerkenswertes Finanzierungsmodell.
Graz: Schloss Eggenberg als Festivalzentrum
In Graz selbst bleibt Schloss Eggenberg auch 2026 der zentrale Schauplatz. Vom 23. Oktober bis 7. November 2026 präsentieren Künstlerinnen und Künstler dort Werke, die historische Rhythmen hörbar machen, Zeit dehnen oder Zukunftsszenarien entwerfen. Das UNESCO-Weltkulturerbe bietet dafür eine einzigartige Kulisse. Tickets sind im Vorverkauf um 19 Euro erhältlich, an der Abendkasse kosten sie 24 Euro - im Ticketpreis inbegriffen sind freie Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Graz.
Kuratorin Birgit Lill-Schnabl betonte die Bedeutung der Expansion: „Dass dieses Format nun erstmals in Wien erlebbar wird, freut uns ganz besonders."
Von der Einmalaktion zum Exportprodukt
Der Ursprung des Festivals liegt in einer spontanen Intervention: Am 2. Mai 2015 projizierte das Künstlerkollektiv OchoReSotto auf die Rückseite der Oper Graz - ursprünglich als einmalige Aktion gedacht. Die enorme Resonanz führte zur Etablierung eines jährlichen Formats, das seither kontinuierlich wuchs: vom Joanneumsviertel über den Schlossberg mit Uhrturm und Kasematten bis hin zu zahlreichen Fassaden und Plätzen in der Innenstadt.
Zur Jubiläumsausgabe 2025 besuchten mehr als 108.000 Menschen die Installationen in der Grazer Innenstadt. Dieser Zuspruch dürfte die Entscheidung zur Wien-Expansion mitbefördert haben. Die Veranstalter betrachten beide Spielorte als „eine Station an zwei Orten" - ein Konzept, das dem Festival eine neue überregionale Dimension verleiht und Graz als kulturellen Impulsgeber auch über die Stadtgrenzen hinaus positioniert.
Weitere Informationen zur Wiener Ausgabe finden Sie auf der offiziellen Projektseite Klanglicht Im Park.