GRAZ JOURNAL
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Graz Museum: Ausstellung taucht in die 1970er ein

Das Graz Museum eröffnet am 18. Juni 2026 die Ausstellung „Morgen war alles besser. Im Graz der 70er" und beleuchtet anhand von elf Grazer Örtlichkeiten ein Jahrzehnt voller Gegensätze - von der Ölkrise bis zum Zukunftsoptimismus. Die Schau ist bis 25. April 2027 zu sehen.

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Das Graz Museum in der Sackstraße 18 eröffnet am 18. Juni 2026 seine neue Sonderausstellung „Morgen war alles besser. Im Graz der 70er". Die Schau ist bis zum 25. April 2027 zu sehen und nimmt Besucher:innen mit in ein Jahrzehnt, das die steirische Landeshauptstadt bis heute prägt.

Elf Orte als Fenster in eine Ära

Anhand von elf ausgewählten Grazer Örtlichkeiten entfaltet die Ausstellung ein Bild des städtischen Lebens in den 1970er Jahren. Olivgrün, Senfgelb und Orange, Disco-Chic, Sichtbeton und Bürgerinitiativen stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Ölkrise und ein breites gesellschaftliches Zukunftsvertrauen. Themen wie Verkehr, Gleichberechtigung und Umweltschutz werden anhand konkreter Grazer Beispiele aufgegriffen und in ihren historischen Kontext gestellt.

Museumsdirektorin Sibylle Dienesch umreißt den Grundgedanken der Schau so: „Rückblickend nehmen wir die 70er-Jahre als eine Zeit wahr, die trotz aller Krisen von einem Zukunftsoptimismus getragen war, der uns heute verloren gegangen zu sein scheint." Die Ausstellung wolle deshalb nicht nur nostalgische Gefühle wecken, sondern das Publikum auch dazu anregen, sich mit eigenen Beiträgen zu einer Vision für das Jahr 2076 zu beschäftigen.

Zivilgesellschaft als roter Faden

Ein zentrales Motiv der Ausstellung ist das bürgerschaftliche Engagement, das Graz in jenen Jahren nachhaltig veränderte. Besonders eindrücklich zeigt sich das am Beispiel der Initiative „Rettet die Grazer Altstadt": Im Jahr 1972 verhinderte das gemeinsame Eintreten von Stadtbewohner:innen, Medien und Politiker:innen die Pläne für eine Tiefgarage unter dem Landhaus. Durch Schutzzonen und ein eigenes Gesetz zur Altstadterhaltung wurde Graz daraufhin zum Vorbild für andere europäische Städte - ein Ergebnis, das das heutige Stadtbild noch immer unmittelbar prägt.

Zahlreiche Grazer:innen tragen mit persönlichen Objekten und Erzählungen zur Ausstellung bei und machen sie so zu einem partizipativen Stadtgedächtnis. Das Graz Museum als kulturhistorisches Haus der Stadt versteht diese Herangehensweise als Teil seiner inhaltlichen Strategie, Stadtgeschichte gegenwartsbezogen und gemeinsam mit der Bevölkerung aufzubereiten.

Brückenschlag in die Zukunft

Der bewusste Bogen von den 1970ern zur Zukunftsvision 2076 verleiht „Morgen war alles besser" eine stadtpolitische Dimension, die über reine Rückschau hinausgeht. Die Ausstellung stellt die Frage, was das zivilgesellschaftliche Engagement vergangener Jahrzehnte für die Gestaltung des Graz von morgen bedeuten kann. Damit positioniert sich das Graz Museum als Ort des öffentlichen Diskurses über Vergangenheit und Zukunft der Stadt.

Die Ausstellung „Morgen war alles besser. Im Graz der 70er" ist ab 18. Juni 2026 im Graz Museum, Sackstraße 18, 8010 Graz, zu sehen. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen.