GRAZ JOURNAL
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Grazer Mietpreise 2026: Elf Prozent Anstieg in einem Jahr

Graz verzeichnet laut einer aktuellen ImmoScout24-Analyse den zweitstärksten Mietpreisanstieg unter den österreichischen Landeshauptstädten: Die Bruttomieten stiegen binnen eines Jahres um 11 Prozent auf durchschnittlich 15,15 Euro pro Quadratmeter.

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Die Mieten in Graz steigen deutlich: Laut einer im Mai 2026 veröffentlichten Analyse von ImmoScout24 Österreich kletterten die Bruttoangebotsmietpreise in der steirischen Landeshauptstadt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 15,15 Euro pro Quadratmeter. Die Auswertung basiert auf 35.330 Datenpunkten, die zwischen 1. Jänner und 30. April der Jahre 2025 und 2026 auf ImmoScout24.at erhoben wurden. Als Berechnungsgrundlage dienen Bruttomieten, also Nettomiete zuzüglich Betriebskosten, ohne Heiz- und Stromkosten.

Neubau treibt die Preise

Als wesentlichen Treiber des Anstiegs nennt ImmoScout24 das verhältnismäßig große Angebot an Neubauwohnungen auf einem noch vergleichsweise kleinen Markt. Neubauprojekte werden deutlich teurer angeboten als gebrauchte Immobilien und erhöhen dadurch den Durchschnittspreis spürbar. Markus Dejmek, Geschäftsführer von ImmoScout24 Österreich, erklärt dazu: „Günstigere Landeshauptstädte bei den Angebotspreisen holen stärker auf. Städte mit bisher moderatem Mietniveau wie Graz und Klagenfurt verzeichnen die stärksten Preissteigerungen. In hochpreisigen Städten wie Innsbruck, Bregenz und Salzburg hat sich der Anstieg hingegen eingebremst oder die Angebotspreise sind sogar leicht rückläufig."

Österreichweiter Vergleich

Den stärksten Anstieg unter den Landeshauptstädten verzeichnete Klagenfurt mit einem Plus von 20 Prozent auf 16,99 Euro pro Quadratmeter. Innsbruck bleibt trotz eines Rückgangs um 6 Prozent mit 24,23 Euro pro Quadratmeter die teuerste Landeshauptstadt Österreichs. Linz bewegt sich mit 15,51 Euro pro Quadratmeter auf ähnlichem Niveau wie Graz, verzeichnet jedoch einen Rückgang von 4 Prozent. Eisenstadt und St. Pölten zählen ebenfalls noch zu den vergleichsweise erschwinglichen Märkten.

Steiermark unter den Spitzenreitern

Auch auf Bundeslandebene zeigt sich die Steiermark als einer der dynamischsten Märkte: Mit einer Preissteigerung von 12 Prozent liegt das Bundesland gemeinsam mit Oberösterreich (11 Prozent) an der Spitze des österreichweiten Vergleichs. In der Steiermark befinden sich derzeit rund 12.000 Wohneinheiten in 483 Projekten in Entwicklung - ein Volumen, das den Neubau-Effekt auf die Angebotspreise in den kommenden Jahren weiter verstärken könnte.

Wachstumsdruck in Graz hält an

Der strukturelle Druck auf den Grazer Mietmarkt dürfte anhalten. Mit rund 303.000 Einwohnern ist Graz die am schnellsten wachsende Metropolregion Österreichs der vergangenen Dekade. Prognosen gehen davon aus, dass die Stadt bis 2030 rund 50.000 Einwohner mehr zählen wird als noch 2015. Die Kombination aus starker Wirtschaft, mehreren renommierten Universitäten und hoher Lebensqualität zieht kontinuierlich Zuzügler und Investoren an. Trotz des kräftigen Anstiegs bleibt Graz mit einem Bruttomietpreis von 15,15 Euro pro Quadratmeter im Vergleich zu anderen österreichischen Landeshauptstädten noch ein vergleichsweise zugänglicher Markt - der Abstand zu den Spitzenreitern schwindet jedoch zunehmend.