GRAZ JOURNAL
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Innovationsstandort Graz: Industrie und Hochschulen fordern mehr Sichtbarkeit

Beim Netzwerktreffen von Innoregio Styria bündelten steirische Industrie und acht Hochschulen mit 60.000 Studierenden ihre Kräfte. Graz soll als Forschungs- und Technologiestandort international besser wahrgenommen werden.

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Graz gilt vielen als Kultur- und Tourismusstadt - doch seine Rolle als einer der bedeutendsten Forschungs- und Technologiestandorte Europas bleibt zu wenig sichtbar. Das war die zentrale Botschaft beim Netzwerktreffen des Innovationsnetzwerks Innoregio Styria am 6. Juli 2026, bei dem steirische Industrie, Wirtschaft und die acht Grazer Hochschulen gemeinsam nach Wegen suchten, den Standort international stärker zu positionieren.

Starke Zahlen, schwache Wahrnehmung

Die Ausgangslage ist beeindruckend: 30.000 Menschen arbeiten in Graz direkt in der Industrie, jeder vierte Arbeitsplatz in der Landeshauptstadt ist mit ihr verbunden. Die acht Hochschulen zählen rund 60.000 Studierende, die Forschungsquote im Großraum Graz liegt bei rund acht Prozent, und jährlich fließen mehr als eine Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung. Trotzdem fehlt es an internationaler Wahrnehmung, wie Kurt Maier, Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark und Vorsitzender von Innoregio Styria, auf den Punkt brachte: „Wir sind in Graz innovativ, aber es wissen zu wenige."

Hochschulen als Fundament, nicht als Zulieferer

Die steirischen Hochschulen bilden Fachkräfte in Schlüsselbereichen wie Mobilität, Green Tech, Life Sciences, Cybersecurity und Künstlicher Intelligenz aus - genau jene Profile, die der Grazer Technologie- und Industriestandort benötigt. Rund 20 Prozent der Studierenden in der Steiermark kommen aus EU-Ländern oder Drittstaaten. Corinna Engelhardt-Nowitzki, Rektorin der FH Joanneum und Vorsitzende der Steirischen Hochschulkonferenz, betonte die strategische Bedeutung dieser Gruppe: Es gelte, internationale Talente für die Industrie in Graz zu begeistern und langfristig zu halten. Ihr Selbstverständnis formulierte sie klar: „Die Hochschulen sind kein Zulieferer für den Innovationsstandort Graz - sie sind das Fundament. Wir liefern das Wissen, die Köpfe und den Gründungsgeist, auf dem alles andere aufbaut."

TU Graz-Rektor Horst Bischof ergänzte: „Wir entwickeln hier die Talente am Standort, die auch den Betrieben zur Verfügung stehen. Die Universitäten sind hier das Backpulver, das diesen Kuchen größer macht."

Forderungen an die künftige Stadtregierung

Noch bevor die neue Grazer Stadtregierung feststeht, haben Industriellenvereinigung Steiermark, Wirtschaftskammer Steiermark und die Steirische Hochschulkonferenz konkrete Forderungskataloge vorgelegt. Im Mittelpunkt steht das Ziel, Graz in der kommenden Gemeinderatsperiode zur anerkannten MINT-Region zu entwickeln - ein Vorhaben, das die Hochschulkonferenz ausdrücklich unterstützt. Darüber hinaus appellieren die Hochschulen daran, als gleichwertige strategische Partnerinnen in die Stadtentwicklung einbezogen zu werden. Innovationsquartiere, Gründungsökosysteme und Technologietransfer entfalten demnach ihre volle Wirkung nur dort, wo die Verbindung zwischen Hochschule, Wirtschaft und Stadt institutionell verankert ist.

IV-Präsident Maier kündigte an, sobald die neue Stadtregierung feststehe, das Gespräch mit den politischen Verantwortlichen zu suchen. Graz, so das gemeinsame Signal von Innoregio Styria, sei längst eine der stärksten Forschungsregionen Europas - es müsse dies nun auch entsprechend nach außen kommunizieren.