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TU Graz: Windkanal brachte Österreich Olympia-Medaillen

Das österreichische Rodel-Nationalteam trainiert regelmäßig im Windkanal der TU Graz. Bei den Olympischen Spielen in Cortina im Februar 2026 holte das Team vier Medaillen - auch dank aerodynamischer Optimierung aus Graz.

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Vier Medaillen bei den Olympischen Spielen im Februar 2026 in Cortina: Das österreichische Rodel-Nationalteam lieferte eine starke Vorstellung ab. Einen Teil des Erfolgs verdankt das Team einem 40 Jahre alten Windkanal mitten in Graz - jenem des Instituts für Strömungslehre und Wärmeübertragung der Technischen Universität Graz.

Jährliche Tests im Niedergeschwindigkeits-Windkanal

Das Rodel-Nationalteam absolviert regelmäßig Aerodynamiktests in den Windkanälen der TU Graz. Der sogenannte Niedergeschwindigkeits-Windkanal verfügt über drei Gebläse und erzeugt Windgeschwindigkeiten von bis zu 145 km/h. Der Hauptkanal weist einen rechteckigen Strömungsquerschnitt von 2 m × 1,46 m auf und erlaubt Geschwindigkeiten bis zu 45 m/s, was rund 162 km/h entspricht. Insgesamt betreibt das Institut drei Windkanäle mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Cheftrainer Christian Eigentler beschreibt den Nutzen der Zusammenarbeit klar: „Da ist immer ein Test im Windkanal jedes Jahr gut und bringt uns auch jedes Jahr neue Erkenntnisse, wo man das eine oder andere Hundertstel oder Tausendstel finden kann." Gerade im Rodeln, wo Rennen oft um Tausendstelsekunden entschieden werden, kann aerodynamische Optimierung den Ausschlag geben.

Luftwiderstand und Auftrieb im Fokus

Im Windkanal messen die Forscherinnen und Forscher, wie sich Luftwiderstand und Auftrieb verändern, wenn Athletinnen und Athleten ihre Körperhaltung variieren oder das Material der Sportgeräte angepasst wird. Ziel ist es, jene Position zu finden, die den Luftwiderstand minimiert und damit die Gleitgeschwindigkeit maximiert. Unter der Leitung von Günter Brenn arbeitet das Institut dabei eng mit den Sportlerinnen und Sportlern zusammen: Die Forschenden können ihnen bereits direkt nach den Windkanal-Tests ein klares Feedback geben, damit sie sich die optimierte Position und Haltung unmittelbar einprägen können.

Jahrzehntelange Tradition der Sportaerodynamik in Graz

Die Kooperation mit dem Rodel-Nationalteam ist Teil einer langjährigen Tradition am Institut für Strömungslehre und Wärmeübertragung. Seit Jahrzehnten unterstützt das Institut Athletinnen und Athleten aus dem alpinen Wintersport - darunter Abfahrtsläuferinnen und Skispringer. Für viele aerodynamische Fragestellungen, die theoretisch nur begrenzt lösbar sind, bietet der Windkanal die einzige Möglichkeit, genaue Aussagen über die Wechselwirkung zwischen Körper und Strömung zu treffen. Neben der universitären Forschung steht die Anlage auch externen Nutzerinnen und Nutzern offen.

Die Olympia-Erfolge von Cortina rücken diese jahrelange, stille Hintergrundarbeit nun stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Für Graz und die Steiermark bedeutet das: Ein Infrastrukturprojekt, das vor 40 Jahren als universitäre Forschungseinrichtung entstand, leistet heute einen handfesten Beitrag zu österreichischen Medaillen auf der größten Bühne des Wintersports. Mehr Informationen zum Projekt stellt die TU Graz auf ihrer Website bereit.