Wood Vision Lab: Holzforschungszentrum in Weiz entsteht
In Weiz entsteht mit dem Wood Vision Lab ein europaweit einzigartiges Forschungszentrum für ökologischen Leichtbau mit Holz. Rund 16 Millionen Euro werden investiert, die Eröffnung des Neubaus ist für Herbst 2027 geplant.
Die Steiermark baut ihre Position als Holzforschungsstandort weiter aus: In Weiz entsteht mit dem Wood Vision Lab ein Innovationshub, der Holz als Hightech-Leichtbaustoff in den Mittelpunkt stellt. Das Projekt gilt als europaweit einzigartig, weil es alle Schritte von der Idee über die Forschung bis zur industriellen Umsetzung an einem Standort bündelt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 16 Millionen Euro.
Neubau im Innovationszentrum W.E.I.Z.
Das Wood Vision Lab wird als Neubau im Innovationszentrum W.E.I.Z. errichtet, das seit 25 Jahren als steirisches Impulszentrum fungiert. Die Baukosten für das Gebäude betragen rund 9,5 Millionen Euro, die Eröffnung ist für Herbst 2027 geplant. Die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft der Stadtgemeinde Weiz und die Wood Vision Lab GmbH haben dazu einen 100-jährigen Baurechtsvertrag unterzeichnet - ein klares Signal für die Langfristigkeit des Vorhabens.
Dem Konsortium der Wood Vision Lab GmbH gehören das Innovationszentrum W.E.I.Z. (Stadtgemeinde Weiz) und die Weitzer Woodsolutions GmbH (je 25,5 %), die SFG - Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (19 %) sowie Joanneum Research, die TU Graz und die Diözese Graz-Seckau (je 10 %) an. Die Anlaufphase wird durch Förderprogramme der EU, des Bundesministeriums für Klimaschutz sowie des Landes Steiermark unterstützt.
Holz als Alternative im Automobilsektor
Das erklärte Ziel des Wood Vision Labs ist der Aufbau eines Pionierzentrums für „ökologischen Leichtbau" mit dem Schwerpunkt „Holz in Hightech-Anwendungen". Joanneum Research sieht dabei besonderes Potenzial im Automobilsektor. Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, betonte, die Unterzeichnung des Baurechtsvertrags unterstreiche „unser langfristiges Bekenntnis zu nachhaltiger Innovation" und eröffne die Möglichkeit, „Holz als Alternative für innovative Produktentwicklungen - etwa im Automobilsektor - zu fördern".
Flankierend fördert das Land Steiermark eine Stiftungsprofessur an der TU Graz zum Schwerpunkt „Biobasierte crashsichere und leichtgewichtige Materialien", die direkt ans Wood Vision Lab angeschlossen wird. Die enge Kooperation zwischen dem Standort Weiz und der Grazer Universität schafft damit eine konkrete Forschungsachse zwischen der Landeshauptstadt und der Oststeiermark.
Steirische Holzwirtschaft als starkes Fundament
Die Steiermark ist mit einem Bewaldungsgrad von rund 62 % das waldreichste Bundesland Österreichs. Die heimische Holzwirtschaft umfasst rund 5.300 Betriebe und sichert über 55.000 Arbeitsplätze. Das Wood Vision Lab soll diesen Wirtschaftszweig durch neue Anwendungsfelder stärken und die Steiermark international als Kompetenzregion positionieren.
Christoph Ludwig von der SFG erklärte, das neue Zentrum stärke „den Innovationsstandort Weiz und die gesamte Steiermark" und leiste „einen wichtigen Beitrag zu Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und nachhaltiger Wertschöpfung". Den Stellenwert des Sektors unterstrich auch Bundesminister Norbert Totschnig, der den Holzbau als „strategischen Motor für Wachstum, Innovation und regionale Arbeitsplätze" bezeichnete.
Bereits 2026 wurden Joanneum Research Materials und die Wood Vision Lab GmbH beim Österreichischen Staatspreis Holzbau ausgezeichnet - ein früher Beleg für die überregionale Strahlkraft des Projekts.