GRAZ JOURNAL

Parken in Graz: Parkhäuser, Kurzparkzonen, Kosten

Der umfassende Parkguide für Graz: Alle großen Parkhäuser im Zentrum, Blaue und Grüne Kurzparkzone, Park-and-Ride-Anlagen, Handyparken-Apps und Strafen. Stand April 2026.

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Parken in Graz: Parkhäuser, Kurzparkzonen, Kosten

Das Grazer Parksystem im Überblick

Graz hat sein Parkraummanagement seit den 2000er Jahren schrittweise verdichtet. Heute ist der gesamte innere Stadtring - grob gesagt das Gebiet innerhalb der Gürtelstraßen - mit Kurzparkzonen bewirtschaftet, entweder in Blauer oder in Grüner Zone. Ergänzend dazu gibt es rund vierzehn größere Tiefgaragen und Parkhäuser im Zentrum, die zusammen mit den Straßenplätzen laut Graz Tourismus knapp 3.700 öffentliche Stellplätze anbieten. Die offizielle Übersicht aller Zonen, Ausnahmen und Sonderregelungen führt die Stadt Graz unter Parken in Graz.

Wer planerisch an die Sache herangeht, wählt in der Regel zwischen drei Optionen: Park-and-Ride am Stadtrand mit Umstieg in die Tram, eine Tiefgarage im Zentrum bei kurzen Aufenthalten oder die Kurzparkzone bei punktuellen Besorgungen. Jede Option hat eigene Vor- und Nachteile, und für Besucher ist die Wahl oft entscheidend für die Kosten der gesamten Fahrt.

Die wichtigsten Parkhäuser im Zentrum

Im Grazer Stadtzentrum betreiben mehrere Unternehmen öffentliche Tiefgaragen und Parkhäuser. Die wichtigsten sind die Kastner-&-Öhler-Garage am Kaiser-Franz-Josef-Kai, die Tiefgarage Pfauengarten am Karmeliterplatz, die Bahnhofgarage am Europaplatz, die Tiefgarage Andreas-Hofer-Platz, die Operngarage am Opernring und die Tiefgarage Lendplatz. Alle sind rund um die Uhr erreichbar und bieten Elektroladestationen in unterschiedlichen Umfang.

Kastner & Öhler (Sackstraße / Kaiser-Franz-Josef-Kai)

Die Kastner-&-Öhler-Garage unter dem Traditionskaufhaus ist mit rund 600 Stellplätzen direkt unter dem Modehaus und weiteren 150 Stellplätzen in der angeschlossenen Kunsthausgarage eine der größten und zentralsten Tiefgaragen in Graz. Der Tarif liegt Montag bis Samstag bei 2,20 € pro 30 Minuten, an Sonn- und Feiertagen bei 1,30 € pro 30 Minuten. Einkaufende erhalten ab einem Umsatz von einem Euro eine Stunde kostenloses Parken; ab 30 Euro Einkauf werden zwei Stunden, ab 120 Euro drei Stunden gratis. Dauerparker können monatliche Verträge ab 120 € abschließen. Die Einfahrt ist rund um die Uhr möglich.

Tiefgarage Pfauengarten (Karmeliterplatz)

Die Tiefgarage Pfauengarten am Karmeliterplatz 4d ist mit 820 Stellplätzen das größte öffentliche Parkhaus im historischen Kern und eines der meistgenutzten. Der Tarif liegt bei 4,20 € pro Stunde, die Tagesmaximalgebühr bei 42,00 €. Wochenkarten sind ab 110 € erhältlich, Monatskarten ab 195 €. Die maximale Einfahrtshöhe beträgt 2,00 Meter, die Anlage ist videoüberwacht. Betrieben wird sie von Parken Plus. Zu Fuß erreicht man von hier in wenigen Minuten Glockenspielplatz, Hauptplatz und die Herrengasse.

Bahnhofgarage (Europaplatz)

Die Bahnhofgarage liegt direkt unter dem Grazer Hauptbahnhof am Europaplatz 12 und ist mit 349 Stellplätzen die naheliegende Wahl für Pendler, Bahnreisende und Fluggäste, die ihren Wagen zum Transit abstellen wollen. Die ersten 60 Minuten kosten 2,50 €, die Tagesmaximalgebühr liegt bei 25,00 €. An Sonntagen ist die erste Stunde auf einen Euro reduziert. Monatskarten sind ab 74,00 € bei zwölfmonatiger Bindung erhältlich. Wer ein gültiges ÖBB-Ticket vorweist, erhält einen Sondertarif - ein Detail, das regelmäßige Bahnfahrer kennen sollten. Die Einfahrtshöhe beträgt 2,10 Meter, die Anlage ist 24 Stunden geöffnet und verfügt über vier Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Tiefgarage Andreas-Hofer-Platz / Neutorgasse

Die Tiefgarage Andreas-Hofer-Platz, betrieben von Contipark, bietet 205 Stellplätze in der unterirdischen Anlage und zusätzlich 24 Stellplätze auf dem oberirdischen Parkplatz. Die Adresse ist Andreas-Hofer-Platz 1 bis 3 / Neutorgasse 35, 8010 Graz. Das System arbeitet ticketlos mit Kennzeichenerkennung, Zahlung bargeldlos. Die Lage unmittelbar am Rand der Altstadt macht die Garage für kurze Besorgungen am südwestlichen Teil der Herrengasse attraktiv. Die Einfahrtshöhe liegt bei 1,90 Metern. Seit Ende November 2025 bedienen auch die neuen Straßenbahnlinien 16 und 17 den Andreas-Hofer-Platz - der Umstieg von der Garage in die Tram ist damit unmittelbar.

Operngarage (Opernring / Hamerlinggasse)

Die Operngarage am Opernring, betrieben von BOE, bietet 411 Stellplätze und ist der naheliegende Parkplatz für Besucher der Grazer Oper, des Stadtparks und des nahegelegenen Geschäfts- und Büroviertels. Die Stundengebühr liegt bei 4,50 €, der Tagesmaximaltarif bei 45,00 €. Für Opernbesucher gilt ein Sondertarif, die Einfahrt befindet sich in der Hamerlinggasse mit gedecktem Zugang zum Opernhaus. Die maximale Einfahrtshöhe beträgt 1,85 Meter - eine Angabe, die Fahrer von Vans und SUVs unbedingt vor der Einfahrt prüfen sollten.

Parkgarage Messequadrant (Fröhlichgasse / Stadthalle)

Rund um die Stadthalle und die Messe Graz liegt mit der MQG-Parkgarage im Messequadrant eines der größten Parkhäuser der Stadt. Die Anlage verfügt laut Betreiber über rund 1.500 Stellplätze auf drei Untergeschossen, inklusive 150 Ladestationen für Elektrofahrzeuge und acht Schnellladern. Die Garage wird voraussichtlich ab Februar 2026 öffentlich zur Verfügung stehen und ist sowohl für Pendler als auch für Messe- und Veranstaltungsbesucher gedacht. Sie liegt zwischen Messe Congress Graz und dem Grazer Ostbahnhof (rund 400 Meter entfernt). Wer hier parkt, erreicht das Zentrum mit der Tramlinie 4 in wenigen Minuten.

Kurzparkzonen: Blaue Zone und Grüne Zone

Das Grazer Straßenparksystem basiert auf zwei Kurzparkzonen mit unterschiedlichen Regeln und Tarifen. Wer die beiden nicht sauber auseinanderhält, tappt in die häufigste Parkfalle der Stadt.

Blaue Zone

Die Blaue Zone ist die klassische Kurzparkzone im Grazer Zentrum. Sie erstreckt sich durchgehend durch das gesamte Stadtzentrum und grenzt an die Gürtelstraßen. Rund zwei Drittel aller öffentlich bewirtschafteten Stellplätze der Stadt liegen in der Blauen Zone. Die Mindestgebühr beträgt 1,30 € für 30 Minuten, erhöhbar in 10-Cent-Schritten bis zur maximalen Parkdauer. Die Höchstparkdauer liegt bei drei Stunden, mit wenigen Ausnahmen: Am Europaplatz vor dem Hauptbahnhof ist nur maximal eine Stunde erlaubt, am Kaiser-Josef-Platz, in der Schlögelgasse und am Lendplatz 1,5 Stunden. Gebühren sind werktags Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr zu entrichten. Sonn- und Feiertage sind in der Blauen Zone gebührenfrei.

Grüne Zone

Die Grüne Zone ist eine gebührenpflichtige Langparkzone, die ab 2007 eingerichtet und seither mehrfach erweitert wurde. Sie umfasst mehr als 11.600 Stellplätze in insgesamt elf Grünen Zonen rund um das Zentrum: Kreuzgasse, Hilmteich, Ruckerlberg, Messe, Schönau, Karlau, Eggenberg, Floßlend, Geidorf, Mariatrost und Zentralfriedhof/NVK Puntigam. Der Tarif liegt bei 1,00 € für 30 Minuten, einzahlbar in 10-Cent-Schritten. Im Gegensatz zur Blauen Zone gibt es in der Grünen Zone keine Höchstparkdauer - man kann theoretisch den ganzen Tag parken, solange die Gebühr bezahlt ist. Die Grüne Zone gilt Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr; Samstage, Sonntage und Feiertage sind gebührenfrei. Die Grüne Zone ist für Besucher, die länger als drei Stunden in Zentrumsnähe bleiben wollen, meist die günstigere Wahl - vorausgesetzt, sie finden einen Stellplatz außerhalb der dichten Kernzonen.

Die häufigste Verwechslung

Besucher bringen die beiden Zonen regelmäßig durcheinander: Die Grüne Zone ist nicht die „Innenstadt-Zone", wie man annehmen könnte, sondern die äußere Langparkzone. Die Blaue Zone ist die eigentliche Innenstadtzone mit Dreistundenlimit. Die Tarife sind unterschiedlich - 1,30 € in Blau, 1,00 € in Grün - und die Regeln gelten strikt. Wer nur kurz in der Herrengasse einkauft, parkt praktisch immer in der Blauen Zone. Wer am Hilmteich spazieren geht, steht fast sicher in der Grünen Zone.

Park-and-Ride: Die günstigste Option

Wer sich die Innenstadt-Tarife sparen will, nutzt das Park-and-Ride-System am Stadtrand. Graz hat mehrere P+R-Anlagen, die direkt an Tramlinien oder S-Bahn-Stationen angebunden sind und für Pendler sowie Tagesbesucher attraktiv sind. Eine Übersicht aller Standorte führt Graz Tourismus.

P+R Murpark (Tramlinie 4)

Die Park-and-Ride-Anlage am Murpark in Liebenau ist mit rund 480 Stellplätzen die größte ihrer Art in Graz. Sie ist seit 2007 in Betrieb, liegt direkt am Einkaufszentrum Murpark und ist an die S-Bahn-Station Liebenau-Murpark sowie an die Straßenbahnlinie 4 (mit der Verstärkerlinie 13) angebunden. In der Hauptverkehrszeit fährt die Tram 4 im 7,5-Minuten-Takt ins Zentrum. Laut Holding Graz kostet das 24-Stunden-Kombiticket an der Einfahrtsschranke 12,50 € und enthält Parken plus 24 Stunden Öffis in Zone 101 für eine Person. Das macht die Anlage zur günstigsten Option für Tagesbesucher - insbesondere bei Fahrten in Kleingruppen, wo weitere Personen eigene Öffi-Tickets lösen müssen. Der Stellplatzengpass in Spitzenzeiten ist allerdings real: Ab etwa 9 Uhr morgens ist die Anlage an Werktagen regelmäßig voll. Eine Erweiterung ist in Planung.

P+R Don Bosco (Tramlinie 1)

Die Park-and-Ride-Anlage Don Bosco liegt am westlichen Stadteinfall und ist an die Straßenbahnlinie 1 angebunden, die von hier über Eggenberg, Hauptbahnhof und Jakominiplatz weiter nach Mariatrost fährt. Für Reisende aus dem Westen und von der Autobahn A2 (Abfahrt Graz-West) ist Don Bosco oft der kürzeste Weg in die Stadt. Der Takt der Tram 1 ist tagsüber dicht, die Fahrzeit bis zum Hauptbahnhof beträgt rund 10 Minuten. Kombitickets mit Parken und Öffis werden analog zum System am Murpark angeboten.

P+R Webling (Busanbindung)

Die P+R-Anlage Webling im Südwesten ist an das Busliniennetz der Holding Graz angebunden; sie ist kleiner dimensioniert als Murpark oder Don Bosco und richtet sich vor allem an Pendler aus Straßgang und den südwestlichen Einfallstraßen. Für Tagesbesucher weniger prominent, aber bei hohem Andrang eine sinnvolle Alternative.

Weitere P+R-Standorte

Neben Murpark, Don Bosco und Webling führt die Stadt Graz mehrere kleinere P+R-Flächen, darunter Puntigam Bahnhof (mit direkter Anbindung an Tram 5 und S-Bahn), Zentralfriedhof (mit Tram 5), Thondorf und Fölling. Für regelmäßige Nutzer ist das Klimaticket-P+R verfügbar, das den jährlichen Parkplatz-Zugang an der Schranke für 276,00 € (inklusive Umsatzsteuer) einschließt. Es lohnt sich besonders für Pendler aus den umliegenden Bezirken, die täglich ins Zentrum fahren.

Handyparken: Die Apps

In Graz lassen sich die Gebühren für Kurzparkzonen auch komfortabel per Smartphone bezahlen. Der frühere österreichweite Dienst „HANDYPARKEN" wurde mit 1. Oktober 2024 in allen Bundesländern außer Wien eingestellt. Seither übernimmt in Graz EasyPark die Hauptrolle; daneben ist auch PayByPhone als zweite Alternative verfügbar. Beide Apps sind für iOS und Android kostenlos und funktionieren nach denselben Grundprinzipien: Nach einmaliger Registrierung gibt man Kennzeichen, gewünschte Parkdauer und Zone ein, die Zahlung erfolgt per hinterlegter Kreditkarte oder Bankverbindung. Die Parkzeit kann jederzeit aus der Ferne verlängert werden - ein Vorteil gegenüber dem Papierparkschein, der vom Fahrzeug aus nicht mehr beeinflusst werden kann.

Wer sich einmal registriert hat, bekommt auf Wunsch einen Aufkleber per Post, den er innen an der Windschutzscheibe anbringt. Das sparte früher dem Kontrolleur die manuelle Abfrage - heute läuft die Erkennung ohnehin über Kennzeichenerfassung und Datenbankabgleich. Die Preise entsprechen eins zu eins den regulären Parkgebühren ohne Aufschlag. Details zu den Apps und zu weiteren Anbietern listet das Stadtportal unter Handyparken in Graz.

Bewohnerparken: Die Ausnahmegenehmigung

Wer in einer Kurzparkzone wohnt, kann bei der Stadt eine Ausnahmegenehmigung beantragen, die das Parken in der eigenen Anwohnerzone ohne Zeitlimit und ohne Einzelgebühren erlaubt. Voraussetzung ist ein Hauptwohnsitz innerhalb der definierten Anwohnerzonen, die größer sind als die Kurzparkzonen selbst - die Stadt führt sie als Pufferbereiche, damit der Parkdruck nicht in die Nebenstraßen ausweicht. Anträge werden über das Parkgebühren-Referat der Stadt Graz gestellt; die Gebühr für den Ausweis wird jährlich erhoben. Die Detailregelungen sind im Grazer Parkraumkonzept unter Ausnahmegenehmigungen dokumentiert.

Gewerbetreibende, Pflegedienste, Handwerker und bestimmte andere Berufsgruppen erhalten unter bestimmten Bedingungen ebenfalls Ausnahmegenehmigungen. Für Kurzbesucher oder Wochenendgäste sind diese Regelungen nicht relevant - sie müssen die regulären Tarife zahlen.

Strafen: Was Parkvergehen in Graz kosten

Die Grazer Parkraumüberwachung ist eine der dichteren im österreichischen Vergleich. Seit dem Einsatz mobiler Scan-Fahrzeuge werden Kennzeichen automatisiert mit der Zahlungsdatenbank abgeglichen. Wer nicht bezahlt hat oder die Höchstparkdauer überschreitet, bekommt eine Organstrafverfügung - die klassische Parksäule am Scheibenwischer.

Die Höhe der Organstrafe beträgt in Graz für nicht ordnungsgemäßes Parken in Kurzparkzonen in der Regel 24,00 € direkt vor Ort. Wird die Strafe nicht innerhalb von zwei Wochen bezahlt, verfällt sie, und die Behörde schickt eine Anonymverfügung mit erhöhten Gebühren (rund 35 bis 40 €). Bei gröberen Verstößen kann eine Anonymverfügung Strafen bis zu 365 € und im weiteren Verwaltungsverfahren sogar höhere Beträge nach sich ziehen. Gegen eine Organstrafverfügung gibt es kein Rechtsmittel; nur gegen die Strafverfügung der Behörde kann Einspruch erhoben werden.

Toleranzzeiten sind begrenzt: In der Blauen Zone werden überzogene Parkzeiten ab der dreizehnten Minute konsequent gestraft. Wer kurz vor Ablauf der Dreistundenfrist nachbezahlen will, muss das Fahrzeug physisch umparken - ein Verlängern innerhalb derselben Parkfläche ist nicht zulässig. Für Halteverbote, Parkvergehen in Fußgängerzonen oder das unberechtigte Nutzen eines Behindertenstellplatzes steigen die Strafen deutlich und können in Verbindung mit Abschleppgebühren in den dreistelligen Eurobereich reichen.

Parken für E-Autos

Graz baut sein Netz an öffentlichen Ladestationen seit Jahren aus. In praktisch allen großen Parkhäusern im Zentrum stehen Ladestationen zur Verfügung - Pfauengarten, Bahnhofgarage, Operngarage, die MQG-Parkgarage mit 150 AC-Ladepunkten und acht Schnellladern, und die Kastner-&-Öhler-Garage. An den Park-and-Ride-Standorten wird das Angebot sukzessive erweitert. Betreiber sind unter anderem Smatrics, Ionity und Energie Graz. Während des Ladevorgangs gelten unterschiedliche Bedingungen - manche Betreiber gewähren kostenloses Parken während der Ladezeit, andere berechnen die reguläre Parkgebühr zusätzlich. Wer länger laden will, sollte den Tarif im Vorfeld prüfen. Für spontanes Laden bieten die meisten Betreiber Zahlung per App oder Ladekarte.

Kostenlose Parkplätze: Wo sie noch existieren

Gratis-Parken ist in Graz selten, aber nicht unmöglich. Die Flächen außerhalb der Kurzparkzonen - in weiten Teilen von Andritz, Mariatrost, Straßgang oder den Randlagen von Puntigam - sind meist noch frei, verlangen aber längere Fußwege oder einen Umstieg auf den öffentlichen Verkehr. An Sonn- und Feiertagen sind sowohl Blaue als auch Grüne Zone in der Regel gebührenfrei, wobei Schilder zu beachten sind: In einzelnen Zonen gelten auch sonntags eingeschränkte Regeln. Die Parkplätze der großen Einkaufszentren (Shopping City Seiersberg, Citypark, Murpark) bieten kostenloses Kundenparken während der Öffnungszeiten, teilweise mit Parkscheibe und Zeitlimit für Nichtkunden. Universitätsparkplätze an der Karl-Franzens-Universität und den FH-Standorten sind an Wochenenden meist frei zugänglich, werden aber durch den regulären Hochschulbetrieb unter der Woche stark beansprucht.

Praktische Hinweise für verschiedene Besuchergruppen

Tagesbesucher, die Graz für einen Kulturtag oder einen Einkaufsbummel ansteuern, fahren in den meisten Fällen mit der Park-and-Ride-Option am besten. Das Kombiticket am Murpark kostet 12,50 € und enthält Parkplatz plus Tagesticket für eine Person - günstiger als jedes Innenstadt-Parkhaus bei einem Aufenthalt von mehr als drei Stunden.

Wochenendgäste, die in einem Zentrumshotel nächtigen, sollten die Gästetarife der Hoteltiefgaragen prüfen - viele Häuser bieten Gästeparkplätze mit Rabatt oder im Zimmerpreis inkludiert. Alternativ lohnt ein Hotel etwas außerhalb des Zentrums mit eigenem Parkplatz und die Anreise mit Tram in die Altstadt.

Pendler aus dem Umland setzen in aller Regel auf Park-and-Ride, eine Monatskarte in einem der Parkhäuser (ab rund 74 € in der Bahnhofgarage mit Bindung) oder eine Anwohnerparkkarte, falls sie im Einzugsgebiet wohnen. Für Bewohner der Kurzparkzonen ist die Ausnahmegenehmigung Standard.

Ältere und mobilitätseingeschränkte Personen mit gültigem Parkausweis nach §29b StVO dürfen auf ausgewiesenen Behindertenparkplätzen und in Kurzparkzonen gebührenfrei und ohne Zeitbeschränkung parken. Dieser Ausweis muss gut sichtbar im Fahrzeug liegen.

Wer sollte überhaupt mit dem Auto nach Graz fahren?

Die ehrliche Antwort: Für reine Stadtbesuche ist das Auto in Graz oft die schlechteste Wahl. Die Kombination aus bewirtschafteten Zonen, begrenzten Parkhausplätzen, engen Altstadtgassen und einem dichten öffentlichen Verkehrsnetz spricht gegen die eigene Anreise mit dem Fahrzeug. Wer von außerhalb kommt, fährt mit der Bahn schneller, billiger und ohne Parkplatzsuche. Wer mit dem Auto nicht anders kann - etwa wegen schwerer Einkäufe, familiärer Verpflichtungen oder eingeschränkter Mobilität -, ist mit der Park-and-Ride-Variante oder einer Tiefgarage außerhalb der Hauptgeschäftszeiten am besten bedient.

Für Einheimische bleibt das Auto im Alltag oft relevant, wird aber in der Innenstadt zunehmend zum Luxus. Die Grazer Parkgebühren gehören zu den höheren in Österreich; die Kontrollen sind konsequent, und die Strafen sind nicht zu vernachlässigen. Wer in Graz mit dem Auto unterwegs ist, sollte daher die Regeln kennen, die Apps nutzen und im Zweifel die Straßenbahn nehmen - das spart Zeit, Nerven und Geld.

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