Krampuslauf in Graz: Termin, Strecke und Eintritt
Der Grazer Krampuslauf findet 2026 schon am 8. November statt, vier Wochen vor dem Nikolaustag. Seit dem Comeback 2025 kostet er Eintritt.
8. November statt Dezember
Der Grazer Krampuslauf 2026 findet am Sonntag, 8. November, statt. Das ist ungewöhnlich früh: Nach altem Brauch beginnt die Krampuszeit erst nach dem 11. November, und ihr Höhepunkt liegt am Abend des 5. Dezember. Der Veranstalter begründet den Termin mit umfangreichen Bauarbeiten in der Innenstadt und mit Überschneidungen mit anderen Großveranstaltungen. Er spricht selbst von einer Ausnahme.
| Punkt | Angabe |
|---|---|
| Termin | Sonntag, 8. November 2026 |
| Ort | Freiheitsplatz und Karmeliterplatz, 8010 Graz |
| Einlass | 13.30 Uhr |
| Kinderprogramm | ab 14.00 Uhr am Freiheitsplatz |
| Beginn des Laufs | 18.00 Uhr |
| Ende | 19.00 Uhr |
| Eintritt | 5,75 € für Erwachsene, 3,45 € ermäßigt |
| Karten | oeticket, Raiffeisenbanken |
Zeiten und Orte nennt der Veranstaltungskalender von Graz Tourismus, die Preise hat Graz.net veröffentlicht (Stand September 2026). Als Veranstalter ist dort die Grazer Agentur B2P Events eingetragen.
So läuft der Tag ab
Der Lauf selbst dauert eine Stunde, das Programm davor vier. Ab 14 Uhr gibt es am Freiheitsplatz ein Kinderprogramm, am Karmeliterplatz daneben spielen Livemusik und ein DJ, angekündigt ist die Sängerin Toria. Eine Gastronomiemeile versorgt beide Plätze. Der Lauf wird auf Videowalls übertragen, was bei dem Andrang an der Absperrung mehr ist als ein Extra: Wer nicht früh in der ersten Reihe steht, sieht die Masken sonst nur von hinten über Köpfe hinweg.
Um 18 Uhr ziehen die Gruppen los. Ein Krampuslauf ist kein Umzug mit Wagen, sondern eine Folge von Passen, so heißen die Gruppen, die nacheinander durch ein abgesperrtes Spalier gehen. Jede Pass hat eigene geschnitzte Masken, eigene Felle und eigene Glocken, und jede will lauter sein als die davor.
Warum der Lauf Eintritt kostet
Bis 2019 war der Grazer Krampuslauf gratis. Mit dem Neustart 2025 kam der Eintritt, und er kam nicht gut an: Das Ankündigungsposting auf Facebook wurde 55.000 Mal aufgerufen, ein großer Teil der Kommentare drehte sich um die fünf Euro. Die Veranstalter legten daraufhin ihre Kalkulation offen, was bei Veranstaltungen dieser Art selten vorkommt.
| Posten | Betrag 2025 |
|---|---|
| Gesamtbudget | rund 79.000 € |
| davon direkte Kosten: Bühne, Technik, Genehmigungen, Versicherung, Sanitätsdienst | rund 52.000 € |
| davon Eigenleistungen und Ehrenamt | rund 27.000 € |
| Förderung der Stadt Graz | 25.000 € |
| erwartete Ticketeinnahmen | rund 15.000 € |
Die Zahlen stammen aus der Pressekonferenz, über die Inside Graz berichtet hat. Förderung und Karten decken zusammen 40.000 Euro, also nicht einmal die direkten Kosten. Den Rest trugen Sponsoren und die Veranstalter selbst. Zum Vergleich: 2019 standen laut ORF Steiermark noch über 50.000 Euro aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung, doppelt so viel. Danach pausierte der Lauf aus Budgetgründen und wegen wachsender Auflagen.
Der eigentliche Grund für das Ticket ist aber nicht das Geld, sondern die Zugangskontrolle. In Graz gilt für Veranstaltungen dieser Größe Terrorwarnstufe zwei. Daraus folgen Absperrgitter, kontrollierte Eingänge, Sicherheitsdienst und ein Konzept, an dem fünf Monate mit den Behörden gearbeitet wurde. Am Freiheitsplatz dürfen sich höchstens 3.500 Menschen gleichzeitig aufhalten. „Es geht darum, dass nicht zigtausende Menschen ohne Zugangskontrolle auf den Platz stürmen können", sagte Veranstalter René Neubauer. Stadträtin Claudia Schönbacher ergänzte, ohne das ehrenamtliche Engagement der Gruppen wäre die Veranstaltung finanziell nicht machbar.
Für Besucher heißt das zweierlei. Erstens: Die Karte ist eine Platzkarte im weiteren Sinn, denn bei 3.500 ist Schluss. 2025 kamen rund 3.500 Gäste, also genau so viele, wie der Platz fassen darf. Wer spontan kommen will, riskiert, vor dem Gitter zu stehen. Zweitens: Hinein geht es nur über kontrollierte Zugänge. 2025 waren es vier, unter anderem über Hartiggasse, Hofgasse und Ballhausgasse. Die Zugänge für 2026 gibt der Veranstalter mit dem Lageplan bekannt.
Angekündigt waren 2025 fünf Euro für Erwachsene und drei Euro für Kinder bis zwölf Jahre. Im Vorverkauf standen 5,75 und 3,45 Euro auf der Karte, ein Aufschlag von 15 Prozent. Für Familien mit wenig Einkommen gab es 200 Freikarten über die Sozialcard, ausgegeben zwischen 13 und 14 Uhr am Karmeliterplatz. Ob das 2026 wieder gilt, hat der Veranstalter bis September nicht mitgeteilt.
Das Comeback von 2025
Der letzte Lauf vor der Pause fand 2019 statt, 2025 kam er zurück. Dass das gelang, lag an zwei Männern aus der Szene: René Neubauer, der einen Zeltverleih betreibt, und René Auersbacher vom Krampusshop in Seiersberg. „Der Krampuslauf gehört einfach nach Graz", sagte Neubauer bei der Ankündigung, über die das Stadtportal berichtete. Auersbachers Leitspruch: „Brauchtum verbindet."
Im Rathaus hatte das Projekt zwei Fürsprecherinnen. Bürgermeisterin Elke Kahr von der KPÖ unterstützte den Lauf finanziell: „Krampusläufe begleiten mich seit meiner Kindheit." Stadträtin Claudia Schönbacher koordinierte und sagte, sie habe zwei Jahre daran gearbeitet, den Lauf zurückzubringen.
| Kennzahl | Krampuslauf 2025 |
|---|---|
| Termin | Sonntag, 16. November 2025 |
| Strecke | Freiheitsplatz, Sporgasse, Burggasse |
| Gruppen | rund 30, aus Österreich und den Nachbarländern |
| Besucher | rund 3.500 |
| Eintritt im Vorverkauf | 5,75 €, Kinder bis 12 Jahre 3,45 € |
| Programm | Kinderprogramm mit Spielen und Fotostationen, Streetfood, Musik, Aftershowparty |
| Start | 17.39 Uhr statt 17.30 Uhr |
Die neun Minuten Verspätung hatten einen ernsten Grund. Tagsüber war am Hauptplatz eine Bombendrohung eingegangen, die die Anreise der Gruppen verzögerte, dazu kamen die Durchsuchungen der Läufer. Die Polizei sprach danach von einem aus ihrer Sicht ruhigen Verlauf und verzeichnete zwei Vorfälle.
Krampus oder Percht
In Graz laufen bei denselben Veranstaltungen beide, und die wenigsten im Publikum können sie auseinanderhalten. Der Unterschied ist trotzdem klar:
| Krampus | Percht | |
|---|---|---|
| Herkunft | Begleiter des Nikolaus | vorchristliche Winterbräuche |
| Zeit | rund um den 5. und 6. Dezember | Raunächte, Weihnachten bis Dreikönig |
| Aussehen | ein Hörnerpaar, schwarzes Fell, Rute | mehrere Hörner, Rossschweif, aufwendige Masken |
| Klang | tiefe, schwere Glocken | helle, laute Schellen |
Bei den Perchten gibt es zwei Arten. Die Schiachperchten sind die finsteren mit den wilden Masken und stehen für Dunkelheit und Winter. Die Schönperchten tragen helle Gewänder und hohen Kopfschmuck und verkörpern Licht und Fruchtbarkeit. Ein Lauf am 8. November hat mit den Raunächten nichts zu tun und mit dem Nikolaustag wenig. Er ist eine Show, und so sollte man ihn auch nehmen. Wer den Brauch in seinem Kalender sucht, findet ihn Anfang Dezember in den Gemeinden rund um Graz.
Was ein Krampus darf und was nicht
Eigene Vorschriften für Krampusse und Perchten gibt es in Österreich nicht. Es gelten dieselben Gesetze wie an jedem anderen Tag, also Strafgesetzbuch und Sicherheitspolizeigesetz. Ein Schlag mit der Rute, der verletzt, ist eine Körperverletzung und wird genauso verfolgt wie außerhalb eines Laufs. Je nach Schwere drohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren. Das hat Kontrollinspektor Leo Josefus, Sprecher der Landespolizeidirektion Steiermark, gegenüber Vienna.at klargestellt.
Die Szene hat darauf reagiert. Bei den meisten organisierten Läufen werden die Teilnehmer vorab registriert und tragen Startnummern, damit sich ein Läufer nach einem Übergriff identifizieren lässt. Die Vereine verhängen für ihre Mitglieder ein absolutes Alkoholverbot vor und während des Laufs. Behördlich genehmigte Veranstaltungen bekommen außerdem Auflagen zum Brandschutz und zur Absicherung der Strecke. Die Verbände betonen zunehmend, dass es sich um einen Schaulauf handelt.
Für Zuschauer gilt umgekehrt: nicht über das Gitter auf die Strecke greifen und die Läufer nicht anfassen. Wer an Fell oder Hörnern zieht, provoziert genau die Rangelei, die Veranstalter und Vereine mit ihren Regeln verhindern wollen. Kommt es zu einem Übergriff, ist der Polizeinotruf der richtige Weg, nicht die Diskussion mit der Pass.
Mit Kindern hingehen
Das Nachmittagsprogramm am Freiheitsplatz ist für Kinder gemacht, der Lauf um 18 Uhr nur bedingt. Es ist dunkel, es ist sehr laut, und die Masken sind dafür gebaut, zu erschrecken. Graz Tourismus gibt vier Regeln aus: den Anweisungen der Ordner folgen, Abstand zu den Maskenträgern halten, auf die eigene Sicherheit und die der Läufer achten, und bei kleinen Kindern vorab klären, ob die Veranstaltung für sie passt.
Praktisch heißt das: mit Kindern nicht direkt ans Gitter, sondern in die zweite oder dritte Reihe, und einen Fluchtweg nach hinten freihalten. Gehörschutz für Kleinkinder ist bei Glocken und Böllern kein Luxus. Eine sanftere Alternative im Stadtgebiet ist der Perchtenlauf am Hasnerplatz in Geidorf mit der Abaddon Pass, der um 17 Uhr beginnt und als kinderfreundlich angekündigt ist: Der Krampus trägt seine Rute, aber der Nikolaus verteilt daneben Süßigkeiten. Das Datum für 2026 stand im September noch nicht fest.
Anreise
Freiheitsplatz und Karmeliterplatz liegen nebeneinander am Fuß des Schloßbergs. Vom Hauptplatz sind es durch die Sporgasse wenige Minuten bergauf. Direkt am Platz hält die Buslinie 30, Haltestelle Karmeliterplatz, wobei an Veranstaltungstagen mit Umleitungen zu rechnen ist. Unter dem Karmeliterplatz liegt die Tiefgarage Pfauengarten. Tarife und Alternativen stehen im Beitrag zum Parken in Graz, die Linien im Überblick zu den Grazer Öffis.
Läufe rund um Graz
Wer den frühen Grazer Termin verpasst oder lieber einen Lauf im Advent sieht, hat im Umland Auswahl. Diese Termine für 2026 sind von mehreren Seiten bestätigt:
| Datum | Ort | Angaben |
|---|---|---|
| Sa., 7. November | Kalsdorf bei Graz | mehr als 100 Krampusse |
| Sa., 14. November, 16.30 Uhr | Albersdorf, Bezirk Weiz | 30 Gastgruppen, Kinderzone, Nikolaus, Feuerwerk |
| Sa., 21. November, 18.00 Uhr | Köflach, Innenstadt | 50 Gruppen, einer der größten Läufe der Steiermark |
Dazu kommen kleinere Läufe in Gemeinden des Bezirks Graz-Umgebung, etwa in Feldkirchen, Gratkorn, Semriach und Frohnleiten. Eine laufend ergänzte Terminliste für die ganze Steiermark führt der Blog julrich.at. Uhrzeiten und Eintritt ändern sich bei diesen Läufen oft kurzfristig, ein Blick auf die Seite der jeweiligen Gemeinde lohnt vor der Abfahrt.
Was der Advent in der Stadt sonst bringt, steht in der Übersicht der Grazer Christkindlmärkte, die Termine der nächsten Tage im Veranstaltungskalender.