GRAZ JOURNAL

Second Hand in Graz: Shops, Vintage und Re-Use

Sieben Carla-Shops der Caritas, ein Elektro-Laden aus zweiter Hand, Vintage-Mode in Lend und die kostenlose Re-Use-Zone im Ressourcenpark - mit Adressen und Öffnungszeiten.

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Second Hand in Graz: Shops, Vintage und Re-Use

Carla: sieben Adressen in Graz

Das dichteste Netz an Second-Hand-Läden betreibt die Caritas unter dem Namen Carla. Verkauft wird, was Privatpersonen und Unternehmen gespendet haben - vom Kleidungsstück über Geschirr bis zum Möbelstück. Der Einkauf finanziert Beschäftigungsprojekte mit, in den Shops arbeiten Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt schwer unterkommen.

Carla Annenstraße
Second Hand · Innenstadtnähe
Annenstraße 8
8020 Graz
(Bezirk Lend)

Der am zentralsten gelegene Carla, wenige Minuten vom Hauptplatz über die Annenstraße. Geöffnet Montag bis Freitag von 9:00 bis 18:00 Uhr, samstags von 9:00 bis 12:00 Uhr. Stand August 2026.

Mo-Fr 9-18 Uhr Sa 9-12 Uhr Zentral
Carla Herrgottwiesgasse
Second Hand · größter Standort
Herrgottwiesgasse 119
8020 Graz
(Bezirk Gries)

Der Standort mit den längsten Samstagszeiten: Montag bis Freitag 9:00 bis 18:00 Uhr, Samstag 9:00 bis 17:00 Uhr. Wer Möbel sucht, hat hier die besten Chancen, weil größere Stücke Platz brauchen. Stand August 2026.

Sa bis 17 Uhr Möbel Im Süden
Carla Elektro
Elektrogeräte aus zweiter Hand
Kärntner Straße 341
8054 Graz
(Bezirk Straßgang)

Der jüngste und speziellste der Grazer Carlas: Hier gibt es ausschließlich geprüfte Elektrogeräte aus zweiter Hand. Die Öffnungszeiten sind knapper als in den Kleidershops - Dienstag 11:00 bis 16:00, Donnerstag 11:00 bis 18:00 und Freitag 9:00 bis 14:00 Uhr.

Erreichbar mit der Buslinie 32, Haltestelle Schwarzer Weg. Für alle, die eine Waschmaschine oder einen Kühlschrank brauchen und weder Neupreis noch Kleinanzeigen-Risiko wollen, ist das die naheliegende Adresse. Stand August 2026.

Nur Elektro Di, Do, Fr Buslinie 32

Dazu kommen vier weitere Standorte mit gleicher Ausrichtung, jeweils Montag bis Freitag von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet:

  • Carla Jakomini, Jakoministraße 10, 8010 Graz, samstags 9:00 bis 13:00 Uhr
  • Carla Keplerstraße, Keplerstraße 38, 8020 Graz, samstags 9:00 bis 12:00 Uhr
  • Carla Merangasse, Merangasse 27, 8010 Graz, samstags 9:00 bis 12:00 Uhr
  • Carla St. Peter, Petersgasse 78, 8042 Graz, samstags 9:00 bis 12:00 Uhr

Wie die Carla-Shops funktionieren

Das Prinzip ist bei allen Standorten gleich: Was hereinkommt, wird sortiert, geprüft und zu festen Preisen ausgezeichnet - gehandelt wird nicht. Die Preise liegen bei Kleidung meist im einstelligen Bereich, bei Möbeln und Elektrogeräten je nach Zustand darüber. Weil das Sortiment aus Spenden besteht, ändert es sich täglich; wer etwas Bestimmtes sucht, kommt besser mehrmals kurz als einmal lang.

Zwei Dinge unterscheiden Carla von einem gewöhnlichen Gebrauchtwarenladen. Erstens die soziale Funktion: In den Shops und in der Sortierung arbeiten Menschen, die über Beschäftigungsprojekte den Weg zurück in den Arbeitsmarkt suchen. Zweitens die Kundenkarte, mit der Stammkundinnen und Stammkunden Vergünstigungen bekommen. Wer regelmäßig einkauft, fragt an der Kassa danach.

Vintage-Mode statt Massenware

Neben den sozialen Einrichtungen hat Graz eine kleine, aber stabile Vintage-Szene, die sich vor allem in Lend und rund um den Volksgarten konzentriert. Der Unterschied zum klassischen Second-Hand-Laden liegt in der Auswahl: kuratiert statt gespendet, nach Jahrzehnten und Marken sortiert, entsprechend höher im Preis.

Dogdays of Summer
Vintage · Damen und Herren · Onlineshop
Volksgartenstraße 4-6
8020 Graz
(Bezirk Lend)

Sortiert wird nach Jahrzehnten - von den 70ern über die 80er und 90er bis zu Y2K und den 2000ern -, dazu kommen Kategorien wie Vintage-Sportmarken, Designerkleidung und die hauseigene Linie aus umgearbeiteten Stücken. Neben Kleidung gibt es Accessoires, Schuhe, Taschen und Schmuck.

Wer nicht stöbern will, kauft im Onlineshop; wer stöbern will, geht in den Laden am Volksgarten. Gutscheine gibt es für beides. Stand August 2026.

Nach Jahrzehnten sortiert Onlineshop Reworked

In derselben Gegend und in der Innenstadt gibt es mehrere kleinere Läden für Markenware aus zweiter Hand, oft mit kurzen Nachmittagsöffnungszeiten und wechselndem Sortiment. Weil sich bei diesen Geschäften Zeiten und Standorte häufiger ändern als bei den großen Ketten, lohnt vor der Fahrt ein Blick auf die jeweilige Website oder ein Anruf.

Gratis: die Re-Use-Zone im Ressourcenpark

Die günstigste Variante von Second Hand kostet gar nichts. Im Ressourcenpark in der Sturzgasse 5 gibt es eine eigene Re-Use-Zone, in der funktionsfähige und wiederverwendbare Dinge abgegeben werden - Textilien, Möbel, Bücher und Ähnliches. Die Abgabe ist kostenlos und braucht keine Registrierung, anders als die kostenpflichtige Reststoff-Zone.

Daneben steht ein offenes Bücherregal, in dem zu den Öffnungszeiten kostenlos getauscht werden kann. Geöffnet ist der Ressourcenpark Montag bis Samstag von 8:00 bis 18:00 Uhr, an den langen Samstagen von 1. April bis 25. Oktober bis 20:00 Uhr. Alle Details zu den vier Zonen und den Tarifen stehen in unserem Artikel zum Müll entsorgen in Graz.

Flohmärkte, Kleinanzeigen und Tauschbörsen

Wer lieber im Freien sucht, findet auf den Grazer Flohmärkten die größte Bandbreite - vom Trödel bis zum tatsächlichen Fund. Welche Märkte wann stattfinden, sammelt unser Überblick zu den Flohmärkten in Graz. Der Vorteil gegenüber dem Laden: Verhandeln ist ausdrücklich vorgesehen. Der Nachteil: Sie brauchen Zeit und Glück.

Online läuft ein Großteil des Gebrauchtmarktes in Österreich über Kleinanzeigenplattformen. Für Möbel und Elektrogeräte gilt dort dieselbe Regel wie überall: Abholung besichtigen, Gerät einschalten lassen, bei Waschmaschinen und Kühlschränken auf Alter und Energieklasse achten. Ein 15 Jahre altes Gerät ist selten ein Schnäppchen, weil der Stromverbrauch die Ersparnis auffrisst.

Kinderkleidung, Bücher, Sportartikel

Drei Warengruppen funktionieren gebraucht besonders gut, und alle drei haben denselben Grund: Sie werden schneller aussortiert als abgenutzt. Kinderkleidung ist der Klassiker - ein Kind wächst in zwei Jahren durch fünf Größen, entsprechend gut erhalten ist das, was danach im Regal landet. Wer selbst welche abzugeben hat, findet in den Carla-Shops den kürzesten Weg.

Sportartikel sind der zweite Fall: Skier, Snowboards, Fahrradanhänger und Kinderräder werden oft nach wenigen Saisonen weitergegeben. Für Wintersportausrüstung lohnt der Blick auf die Basare, die im Herbst in Schulen und Vereinen stattfinden, für Fahrräder die Radbörsen im Frühjahr. Und bei Büchern ist der Preisunterschied ohnehin am größten - ein Taschenbuch, das neu 12 Euro kostet, liegt gebraucht bei ein bis zwei Euro.

Was sich lohnt und was nicht

Nach Warengruppen sortiert, sieht die Rechnung ungefähr so aus. Kleidung ist der klare Gewinner: Qualität aus den 80er- und 90er-Jahren übertrifft heutige Fast Fashion in der Verarbeitung, und Preise von wenigen Euro machen Fehlkäufe verschmerzbar. Bücher ebenso, zumal viele Carla-Standorte eigene Bücherecken führen.

Bei Möbeln hängt es am Transport: Ein Kasten für 30 Euro ist günstig, bis Sie einen Transporter mieten müssen. Wer ohnehin einen Anhänger hat, macht hier die besten Geschäfte. Elektrogeräte sind der heikelste Bereich - im Carla Elektro geprüft und mit Ansprechpartner, auf Kleinanzeigenplattformen dagegen ohne jede Gewährleistung.

Nicht gebraucht kaufen sollten Sie Dinge, bei denen Hygiene oder Sicherheit zählt: Matratzen, Fahrradhelme, Kindersitze fürs Auto. Bei allen dreien ist von außen nicht erkennbar, ob das Produkt noch schützt beziehungsweise sauber ist.

Second Hand mit Kindern und für den Haushalt

Für den kompletten Hausstand nach einem Umzug ist die Kombination am effizientesten: Geschirr, Gläser und Kleinkram in den Carla-Shops, größere Möbel über die Herrgottwiesgasse oder Kleinanzeigen, Elektrogeräte im Carla Elektro. Wer alles an einem Samstagvormittag erledigen will, startet früh - die Sortimente sind am Vormittag am vollständigsten, weil dann nachgeräumt wird.

Mit Kindern lohnt sich der Besuch doppelt: Die Shops sind übersichtlich, die Preise so niedrig, dass auch ein Kind selbst etwas aussuchen kann, und in mehreren Standorten gibt es eigene Bücherecken. Für die Fahrt gilt: Die zentralen Standorte in der Annenstraße, der Keplerstraße und der Merangasse erreichen Sie problemlos mit den Öffis, für die Herrgottwiesgasse und den Elektro-Shop in Straßgang ist ein Auto oder Anhänger die praktischere Wahl.

Spenden statt wegwerfen

Der Weg funktioniert auch umgekehrt. Die Caritas nimmt Sachspenden an - Textilien, Schuhe, Möbel und Sachgüter -, betreibt eine eigene Annahmestelle in Graz und holt größere Spenden auf Anfrage ab. Für Gemeinden gibt es Sammelaktionen, in Altstoffsammelzentren eine eigene Re-Use-Ecke.

Die Faustregel für die Abgabe: Gespendet wird, was Sie auch einer Freundin geben würden. Kaputte, verschmutzte oder unvollständige Dinge verursachen im Sortierbetrieb Kosten, statt zu helfen - dafür ist der Ressourcenpark der richtige Ort. Wer unsicher ist, fragt vorher telefonisch nach; die Shops sagen ehrlich, was sie brauchen und was gerade im Überfluss vorhanden ist.

Wer beim Ausmisten gleich ganze Wohnungen räumt: Für Entrümpelungen gibt es eigene Angebote der Caritas, für Sperrmüll die mobile Abholung der Holding Graz um 90 Euro pauschal. Was davon der richtige Weg ist, hängt davon ab, wie viel noch brauchbar ist - und genau diese Unterscheidung ist der Kern des Themas.

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