Buchhandlungen in Graz: Von Moser bis zum Antiquariat
Wo Sie in Graz Bücher kaufen: das Traditionshaus Moser am Eisernen Tor, die historische Buchhandlung Leykam, unabhängige Adressen wie der Büchersegler und die Antiquariate für Sammler und Stöberer - mit Adressen und Schwerpunkten.
Die großen Traditionshäuser
Wer in Graz Bücher kauft, kommt an einem Namen kaum vorbei: Moser. Die 1868 gegründete Buchhandlung residiert seit 2006 im Palais Welsersheimb am Eisernen Tor, einem der schönsten Plätze der Stadt zum Schmökern. Auf drei Stockwerken stehen rund 75.000 Titel, von der österreichischen Literatur über Sachbuch und Kinderbuch bis zum Manga - das größte Vollsortiment der Stadt unter einem Dach. Moser gehört heute zur Morawa-Gruppe, hat sich seinen Charakter als Grazer Institution aber bewahrt.
Den zweiten großen Traditionsnamen trägt die Buchhandlung Leykam in der Stempfergasse 3, mitten in der Fußgängerzone. Leykam ist einer der ältesten Druck- und Verlagsnamen Österreichs, die Wurzeln reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die Buchhandlung führt das allgemeine Sortiment und ist von der Herrengasse aus in wenigen Schritten erreichbar; eine weitere Filiale gibt es am Lazarettgürtel 55. Das Programm steht auf leykam-buch.at.
Unabhängige und spezialisierte Adressen
Neben den großen Häusern und der Thalia-Filiale in der Sackstraße halten sich in Graz auch kleinere, unabhängige Buchhandlungen. Eine davon ist der Büchersegler am Mariahilferplatz im Lendviertel, der sich auf Kinderbücher und ausgewählte Literatur konzentriert und Bestellungen auch per Post verschickt. Eine ganz eigene Nische besetzt die Buchhandlung Avalon in der Reitschulgasse 6: Sie ist auf Esoterik und Spiritualität spezialisiert und führt neben Büchern für Körper, Geist und Seele auch Tarotkarten, Edelsteine und Räucherwerk. Gerade für Familien und alle, die persönliche Beratung statt Algorithmus-Empfehlung suchen, sind solche Läden die bessere Adresse. Wer das Lesen mit Programm verbinden will, findet im Literaturhaus Graz Lesungen und Veranstaltungen.
Antiquariate für Sammler und Stöberer
Die eigentlichen Schatzkammern für Bibliophile sind die Antiquariate. Das Uni-Antiquariat in der Glacisstraße 25 hat sich auf alte Bücher und Grafik spezialisiert, mit Schwerpunkt auf österreichischen und steirischen Künstlern, seltenen Drucken bis 1850, Erstausgaben und wissenschaftlichen Werken. Geöffnet ist Dienstag bis Donnerstag von 16 bis 19 Uhr und Freitag von 16 bis 18 Uhr; das Sortiment lässt sich auch online auf uniantiquariat.com durchstöbern.
Das Buch- und Kunstantiquariat Wolfgang Friebes am Dietrichsteinplatz 1 handelt mit antiquarischen Büchern und Grafik und ist auch als Versandantiquariat aktiv - der Online-Katalog macht die Suche nach vergriffenen Titeln leichter. Wer lieber selbst in Regalen wühlt, ist in der Bücherquelle in der Hofgasse 5 nahe der Burg richtig, wo sich gebrauchte und antiquarische Bücher zu günstigen Preisen finden lassen.
Lesestadt Graz
Die Dichte an Buchhandlungen und Antiquariaten passt zu einer Stadt mit zwei großen Universitäten und einer langen Literaturtradition. Rund um das Forum Stadtpark und die 1960 gegründete Literaturzeitschrift „manuskripte" formierte sich ab den 1960er-Jahren eine der wichtigsten Autorengruppen des Landes, die sogenannte Grazer Gruppe, der zeitweise Namen wie Peter Handke, Barbara Frischmuth und Alfred Kolleritsch nahestanden. Wer das Gekaufte nicht selbst besitzen, sondern nur lesen will, findet die Ausweichmöglichkeit in den Bibliotheken der Stadt. Und an Regentagen ist das Stöbern zwischen Bücherregalen ohnehin eine der schöneren Beschäftigungen - weitere Ideen dazu in unserem Überblick zu Graz bei Regen.